Autor -Gerhard Schmid

Gerhard Schmid im Gedenken an Professorin Käthe Sasso

Professorin Käthe Sasso (1926-2024) wäre heute 100 Jahre alt geworden. Meine mütterliche Freundin und mein Vorbild an Aufrichtigkeit und Zivilcourage. Eine große Patriotin, die Ihr Leben nach den schrecklichen Erlebnissen der NS Zeit in den Dienst der Aufklärung gestellt hat.

Käthe Sasso, am 18.3.1926 als Käthe Smudits in Wien- Favoriten geboren, war während der Zeit des Nationalsozialismus im politischen Widerstand aktiv. Die Eltern von Käthe Sasso waren bereits in der Zeit des Austrofaschismus im Widerstand tätig. Beide waren überzeugte Antifaschisten. Das Terror-Regime der Nationalsozialisten veranlasste sie schließlich im politischen Widerstand zu arbeiten und somit auch den Aktivismus ihrer Eltern fortzusetzen. Sie arbeitete bis zu ihrer Verhaftung in der Widerstandsgruppe “Gustav Adolf Neustadl”.

Wie so viele wurde auch sie von einem Spitzel der Gestapo denunziert. Sie wurde am 21. August 1942 verhaftet. Die Anklage lautete “Hochverrat”. Als eine der jüngsten Widerstandskämpferinnen erlitt sie mit nur 16 Jahren die brutalen Verhöre und Torturen der Gestapo. Sie musste miterleben, wie nahezu alle aus ihrer Widerstandsgruppe hingerichtet wurden. Nach jahrelangen Aufenthalten in Gefängnissen der Nationalsozialisten wird sie 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Am 28. April 1945 gelingt ihr in der ersten Nacht die Flucht im Zuge eines “Todesmarsches” in das Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Käthe Sasso lebte in Winzendorf und setzte sich unermüdlich für das Andenken der hingerichteten Widerstandskämpfer:innen der “Gruppe 40” ein. Ihrem Engagement ist die Sanierung der Gräberanlage in der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof und die Schaffung einer Nationalen Gedenkstätte (2013) zu verdanken. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit Berufstitel „Professorin“ und dem “Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich” ausgezeichnet (12.10.2011).

Wir werden Ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren !

AVISO: Kulturpolitik in Wien. Ein Abend mit Gerhard Schmid – im Fokus: die Wiener Symphoniker und das Ganze der Kulturstadt

Wie funktioniert Kulturpolitik in Wien – zwischen Spitzenkultur und breiter Teilhabe, zwischen Tradition und Innovation? Dieser Abend ordnet das Wiener Kultursystem ein, erklärt Zuständigkeiten und Finanzierungsstrukturen, beleuchtet aktuelle Herausforderungen wie Publikumsentwicklung, Raumfragen, Digitalisierung und Klimafitheit und diskutiert, wie Kultur in allen Bezirken sichtbar und zugänglich bleiben kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Wiener Symphonikern. Das Orchester nimmt eine zentrale Rolle im Wiener Musikleben ein – im Konzerthaus, im Musikverein sowie im Spannungsfeld von Konzertbetrieb, Oper und Festivals. Auch die internationale Präsenz, etwa als Orchestra in Residence bei den Bregenzer Festspielen, wird thematisiert.

„Die Wiener Symphoniker besitzen eine wichtige Stellung in Wien und haben maßgeblich dazu beigetragen, auch Frauen einzubinden. Gerade für andere Orchester haben sie so eine wichtige Vorbildfunktion eingenommen.“

Gerhard Schmid, Dritter Präsident des Wiener Landtags.

Gleichzeitig weitet Gerhard Schmid den Blick auf das Ganze der Kulturstadt Wien: die Theater- und Museumslandschaft, die freie Szene, Kulturarbeit in den Grätzln, Nachwuchs- und Kulturvermittlung sowie Kooperationen zwischen städtischen und bundesnahen Institutionen. Im Zentrum steht die Frage, was gute Kulturpolitik leisten muss, damit Wien auch künftig eine lebendige, vielfältige und international anerkannte Kulturstadt bleibt.

Als Referent führt Prof. Dr. Gerhard Schmid durch den Abend. Er war viele Jahre Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Wien und ist heute Sprecher im Bereich der Wiener Symphoniker. Aus dieser langjährigen kulturpolitischen Praxis heraus verbindet er strategische Einordnung mit konkreten Beispielen und eröffnet Raum für Diskussion und Austausch.

Wann? Montag, 13. April 2026, 18:00 – 21:00 Uhr

Wo? Wiener Bildungszentrum, Praterstraße 25a 1020 Wien

Anmeldung per Mail an: markytan@wiener-bildungsakademie.at

 

SPÖ-Bundesbildung zum Tod von Jürgen Habermas: Ein Jahrhundertdenker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit

Mit großer Betroffenheit reagiert die SPÖ-Bundesbildungsorganisation auf den Tod des deutschen Philosophen und Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Habermas galt als einer der bedeutendsten Denker der Gegenwart und als einer der prägendsten öffentlichen Intellektuellen Europas. Der Bundesbildungsvorsitzende der SPÖ, Prof. Dr. Gerhard Schmid, würdigt Habermas als einen der wichtigsten theoretischen Wegweiser der demokratischen Nachkriegsordnung: „Einer der größten Theoretiker weltweit ist von uns gegangen. Die Lehren aus der Geschichte der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den größten Verbrechen der Menschheit müssen ein unerschütterliches Bekenntnis zu einer gelebten Demokratie sein. Man kann die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ohne Jürgen Habermas denken. Er war ein Jahrhundert-Theoretiker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit – ein vorbildhafter und unverzichtbarer intellektueller Leuchtturm. Habermas war stets ein Verbinder von Politik und Praxis. Denn ohne Theorie gibt es auch keine Praxis. Die Welt ist durch seinen Tod um vieles ärmer geworden.“

Habermas prägte über Jahrzehnte hinweg die politische Philosophie, die Sozialwissenschaften und den demokratischen Diskurs in Europa. Mit Werken wie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der „Theorie des kommunikativen Handelns“ sowie seiner Diskurstheorie von Moral und Recht setzte er Meilensteine der modernen Gesellschaftstheorie und der politischen Philosophie.

Der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, selbst Politikwissenschaftler, erinnert an die prägende Rolle Habermas’ für Generationen von Studierenden und Forschenden: „Während meines Studiums habe ich mich in vielen intensiven Auseinandersetzungen mit Habermas’ Werk beschäftigt. Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt er zu Recht als einer der produktivsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit. Er hat den historischen Materialismus von Karl Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, mit entwicklungspsychologischen Ansätzen von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg sowie mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds verbunden. Damit hat er die Sozialwissenschaften ebenso geprägt wie die Moral- und Sozialphilosophie.“ Markytan hebt hervor, dass Habermas stets versuchte, das Projekt der Moderne weiterzuentwickeln: „Das übergeordnete Motiv seines Werkes war die Versöhnung der mit sich selbst zerfallenden Moderne. Habermas wollte zeigen, dass demokratische Gesellschaften durch Verständigung, Diskurs und Argumente zusammengehalten werden können.“

Auch in wissenschaftlichen Grundsatzdebatten prägte Habermas die Sozialwissenschaften entscheidend. So stellte er im sogenannten Positivismusstreit die Auffassung infrage, dass empirische Wissenschaften völlig unabhängig von den normativen und rationalen Standards seien, die innerhalb wissenschaftlicher Gemeinschaften ausgehandelt werden. Wissenschaftliche Erkenntnis entstehe nicht isoliert, sondern in einem verständigungsorientierten Diskurs innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte Habermas vor einer rein instrumentellen Sicht auf Sozialwissenschaften, die gesellschaftliche Prozesse wie technische Systeme behandeln wolle. Eine solche Perspektive verkenne, dass gesellschaftliche Wirklichkeit von Kommunikation, Normen und demokratischer Verständigung geprägt ist.

Für SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid bleibt Jürgen Habermas damit ein bleibender Orientierungspunkt für demokratische Bildung, kritisches Denken und die Verteidigung einer offenen Gesellschaft. „Sein Denken erinnert uns daran, dass Demokratie nicht nur Institution ist, sondern ein fortwährender Prozess der Verständigung“, so Schmid abschließend. „Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung bleibt Habermas’ Werk aktueller denn je.“

Foto: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

SPÖ Bundesbildung gratuliert Andreas Babler herzlich zum Ergebnis von 81,5 % beim SPÖ-Bundesparteitag

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid wurde mit 98,5 Prozent der Stimmen in den SPÖ-Bundesparteivorstand gewählt

Der 47. Ordentliche Bundesparteitag der SPÖ war geprägt von großen inhaltlichen Diskussionen, die von Respekt, Verantwortung und Weitsicht getragen wurden. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Institutionen unter Druck geraten und gesellschaftliche Herausforderungen komplexer werden, ist eine lebendige, konstruktive Debatte innerhalb der Sozialdemokratie von besonderer Bedeutung.

Sehr erfreulich ist, dass der Antrag der SPÖ-Bundesbildung „Wie sichern wir unsere Demokratie?“ angenommen wurde. Darin unterstreichen wird die zentrale Rolle politischer Bildung für eine starke, widerstandsfähige Demokratie. Demokratie unterstrichen – sie ist keine Selbstverständlichkeit und muss aktiv geschützt, weiterentwickelt und gelebt werden. Politische Bildung ist dabei ein entscheidender Schlüssel, um demokratische Kompetenz zu stärken, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und antidemokratischen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.

Herzliche Gratulation an SPÖ-Vorsitzenden, Vizekanzler Andi Babler zu 81,5 Prozent und unserem Bundesbildungsvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Schmid, der mit 98,5 Prozent in den SPÖ-Bundesparteivorstand gewählt wurde. Dieses herausragende Ergebnis ist ein starkes Zeichen der Anerkennung für sein Engagement in der politischen Bildung und für die Stärkung der sozialdemokratischen Bildungsarbeit.

Die SPÖ-Bundesbildung wünscht Vizekanzler Andreas Babler, Prof. Dr. Gerhard Schmid sowie dem gesamten Team viel Kraft, Mut und Erfolg für die kommenden Aufgaben. Gemeinsam arbeiten wir weiter daran, Demokratie zu stärken, soziale Gerechtigkeit zu sichern und die sozialdemokratischen Werte in unserer Gesellschaft lebendig zu halten.

Feierliche Eröffnung der renovierten Räumlichkeiten der Villa Beer in Hietzing

„Ein großer Tag für Hietzing, Wien und ganz Österreich. Ein weltweit beachtetes Juwel wird seiner neuen Bestimmung übergeben“, freute sich der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien, Prof. Dr. Gerhard Schmid, anlässlich der Eröffnung der Villa Beer in Hietzing, die nach ihrer Renovierung der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht wird.

Die Villa Beer ist ein viergeschossiges Villengebäude in der Wenzgasse 12 im 13. Wiener Gemeindebezirk, Hietzing, mit rund 650 m² Wohnfläche. Das von Josef Frank und Oskar Wlach von Oktober 1929 bis 1931 errichtete Gebäude gilt als wichtiger architektonischer Vertreter der Moderne in Wien. 2021 erwarb die „Villa Beer Foundation gemeinnützige GmbH“ unter der Leitung von Lothar Trierenberg das Haus.  Nach einer mit dem Bundesdenkmalamt und Fachleuten abgestimmten Sanierung ist die Villa Beer ab März 2026 der Öffentlichkeit zugänglich. Die Stadt Wien unterstützt die umfassende Sanierung der Villa Beer und fördert die museale Öffnung des denkmalgeschützten Gebäudes. „Sogar Übernachtungen in der Villa werden möglich sein, um das Feeling der Wiener Moderne zu erleben“, so Schmid, der darauf hinwies, dass die Villa Beer ein kulturhistorischer Magnet sein wird.

Infos: www.villabeer.wien

Auf dem Foto v.l.:  BV-Stv. Mag. Marcel Höckner, Kulturstadträtin Mag.a Veronica Kaup-Hasler, Bezirksrätin Helga Baumann (Foto: privat)

Herzliche Gratulation an Wolfgang Markytan zu 20 Jahren Leitung der Wiener Parteischule

Bildung als Fundament der sozialdemokratischen Bewegung – 1.000 ausgebildete Funktionär:innen im vergangenen Jahrzehnt

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert Wolfgang Markytan herzlich zu 20 Jahren als Leiter der Wiener Parteischule. Seit dem 2. März 2006 steht er an der Spitze der traditionsreichen Bildungseinrichtung und prägt seither maßgeblich die politische Aus- und Weiterbildung innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung. Gemeinsam mit einem engagierten Team verantwortet Markytan ein umfassendes Bildungsprogramm mit Lehrgängen von ein- bis eineinhalb-jähriger Dauer. Vermittelt werden Grundlagen demokratischer Entwicklung, politische Strukturen Österreichs, aktuelle gesellschaftspolitische Themen sowie professionelle Kommunikations- und Organisationskompetenzen. Allein im vergangenen Jahrzehnt wurden rund 1.000 Funktionärinnen und Funktionäre der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung ausgebildet.

“In den letzten 20 Jahren hat sich die Parteischule kontinuierlich weiterentwickelt: Lehrgänge wurden strukturell angepasst, Einheiten intensiviert, Kommunikationsausbildungen verdichtet und neue Themenschwerpunkte wie Digitalisierung, demokratische Resilienz, Friedenspolitik und Neutralität integriert. Ich bin sehr dankbar, dass ich nun schon den 31. und 32. Lehrgang begleiten darf und freue mich über die Entwicklungen der einzelnen Teilnehmer:innen, die sich auf allen Ebenen des politischen Spektrums wiederfinden“, so SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Leiter der Wiener Parteischule Wolfgang Markytan. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Wolfgang Markytan steht für Kontinuität und Erneuerung gleichermaßen. Er verbindet die große Tradition der Arbeiter:innen-Bildung mit den Anforderungen einer modernen Demokratie. Für dieses Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz danken wir ihm sehr herzlich.“

Bereits am 8. Dezember 1867 wurde mit dem Arbeiterbildungsverein Gumpendorf der erste organisierte Bildungsverein der Arbeiter:innenbewegung gegründet. Auf dessen Grundlage sowie auf den Schultern zahlreicher Bildungs- und Sportvereine formierte sich die sozialdemokratische Bewegung – zunächst 1874 in Neudörfl und schließlich 1888/89 am Hainfelder Einigungsparteitag zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bildung war damit von Beginn an ein zentraler Bestandteil sozialdemokratischer Politik. Besonders nach der Gründung der Republik 1918 wurden entscheidende Weichen für eine demokratische, soziale und bildungsorientierte Gesellschaft gestellt. Die konsequente Umsetzung dieses Projekts konnte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgen – getragen von der historischen Erkenntnis, dass nur ein friedliches Zusammenleben und demokratische Strukturen nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen. In diesem Geist wurde 1947 die Wiener Parteischule gegründet. Sie gilt heute als die traditionsreichste Ausbildungseinrichtung der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung weltweit. „Bildung ist in der Sozialdemokratie und in der Arbeiter:innenbewegung eines der höchsten Güter, die wir haben. Sie stand an der Wiege unserer Bewegung und ist bis heute ihr Fundament“, so Schmid abschließend.

„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid” #117: Nienke Latten, Sopranistin

Zu Gast im aktuellen “ZEITGESPRÄCH mit Gerhard Schmid” ist Nienke Latten, die am Ronacher die Titelrolle im Musical „Maria Theresia“ verkörpert – übrigens eine Produktion der Vereinigten Bühnen Wien. Die niederländische Sopranistin erzählt von ihrem Weg zur internationalen Musicalkarriere, von Engagements wie West Side Story, Aladdin und Rebecca bis zur Weltpremiere von „Maria Theresia“ in Wien.

Was bedeutet es, eine so starke Frau glaubwürdig zu spielen? Wie viel Disziplin verlangt der Musicalberuf wirklich? Und wie fühlt es sich an, Teil einer Weltpremiere zu sein?

Ein Gespräch über Leidenschaft, Professionalität und die Kraft starker Frauenfiguren im Musiktheater.

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Hinweis: „ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid” sind auf allen gängigen Kanälen als Video bzw. Podcast abrufbar!

Foto: Richard Tanzer

SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert Günter Sidl zur einstimmigen Wahl zum Bürgermeister von Petzenkirchen

Großer Festakt mit zahlreichen Ehrengästen – Altbürgermeisterin Lisbeth Kern zur Ehrenbürgerin ernannt

Dr. Günter Sidl, Abgeordneter zum Europäischen Parlament, wurde am gestrigen Abend einstimmig zum neuen Bürgermeister der Marktgemeinde Petzenkirchen gewählt. Zahlreiche Ehrengäste sowie viele Bürgerinnen und Bürger wohnten diesem besonderen Anlass bei. Angeführt wurde die Delegation des SPÖ-Bundesbildungspräsidiums vom SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden und Wiener Landtagspräsidenten Professor Dr. Gerhard Schmid sowie vom SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, die nach Petzenkirchen gereist waren, um diesem denkwürdigen Moment beizuwohnen. Im Rahmen der feierlichen Sitzung wurde auch die bisherige Bürgermeisterin Lisbeth Kern für ihre herausragenden Verdienste gewürdigt. Nach 30 Jahren im Amt – als längstdienendste Ortschefin Österreichs – wurde sie zur Ehrenbürgerin der Marktgemeinde Petzenkirchen ernannt.

Professor Dr. Gerhard Schmid betonte in seiner Ansprache: „Günter Sidl ist ein aufrichtiger Politiker, der tief in seiner Heimat verwurzelt ist. Er hat diese verantwortungsvolle Aufgabe mit großer Demut angenommen und wird neben seinen Tätigkeiten im Europäischen Parlament nun die Geschäfte der Marktgemeinde Petzenkirchen mit Weitblick und Verantwortungsbewusstsein steuern.“

Auch Wolfgang Markytan würdigte sowohl den neuen Bürgermeister als auch die Verdienste seiner Vorgängerin: „Für mich war es besonders eindrucksvoll, Lisbeth Kern persönlich kennenzulernen. Besonders beeindruckt hat mich, mit welcher Konsequenz und Weitsicht sie 30 Jahre lang als Bürgermeisterin tätig war. Zu ihren größten Herausforderungen zählte die umfassende Kanalsanierung zu Beginn ihrer Amtszeit, die mit einer erheblichen Schuldenlast verbunden war. Diese Erfahrung hat sie nachhaltig geprägt und motiviert, alles daranzusetzen, die Gemeinde finanziell zu konsolidieren. Heute steht Petzenkirchen mit einem soliden finanziellen Reservoir da und hat sich unter ihrer Führung hervorragend entwickelt.“

Mit der Wahl von Dr. Günter Sidl beginnt für Petzenkirchen ein neues Kapitel, das auf einem starken Fundament aufbaut. Die Gemeinde blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert sehr herzlich und freut sich, dass Günther auch weiterhin seine Aufgaben im SPÖ-Bundesbildungspräsidium wahrnehmen wird.

Gedenken an den 12. Februar 1934 – Erinnerung, Auftrag und Verantwortung

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid appellierte bei Gedenkveranstaltung: „Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie, um sie zu festigen“

Bei der Gedenkveranstaltung zu den Februarkämpfen 1934 am Goldmarkplatz am Mittwochabend wurde nicht nur der Opfer gedacht, sondern auch der bleibende Auftrag für Gegenwart und Zukunft in den Mittelpunkt gestellt. Das Erinnern an die Ereignisse des Jahres 1934 ist mehr als ein historischer Rückblick – es ist Mahnung, Verpflichtung und politischer Auftrag zugleich. Nach der Begrüßung durch den Wiener SPÖ-Bildungsvorsitzenden und stellvertretenden SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden Mag. Marcus Schober eröffneten Gesprächsrunden den Abend. Der Vorsitzende der Freiheitskämpferorganisation Dr. Gerald Netzl sowie die Vorsitzenden der Wiener Jugendorganisationen – Sozialistische Jugend und Junge Generation – spannten den Bogen von den dramatischen Ereignissen des Februar 1934 hin zu den Herausforderungen unserer Zeit. Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der jungen Generation, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Vizekanzler und SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler wurde unter großem Beifall begrüßt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Gerhard Schmid, Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildungsorganisation. Er erinnerte an die Opfer der Februarkämpfe – an Todesurteile, Hinrichtungen und politische Verfolgung, exemplarisch an Karl Münichreiter, Georg Weissel, Koloman Wallisch sowie an den Sozialistenprozess und die Haft Bruno Kreiskys. Zugleich stellte er die zentrale Frage: Wie sichern wir heute das Vermächtnis der Freiheitskämpfer?

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre schleichende Erosion – durch Angriffe auf die Gewaltenteilung, Verschwörungsmythen, rechtsextreme Vernetzungen, politische Polarisierung und eine wachsende Repräsentationslücke im Parlament. Ebenso warnte er vor neuen Gefahren durch Künstliche Intelligenz, Desinformation, Deepfakes, Microtargeting, digitale Abhängigkeiten von internationalen Technologiekonzernen sowie vor der Schwächung des Qualitätsjournalismus. Sein Appell mündete in ein eindringliches Bekenntnis zur aktiven Demokratie: „Wo die Demokratie im Inneren zerstört wird, wird sie auch im Äußeren beseitigt. Darum kann sie nur gefestigt werden, wenn man sie ununterbrochen in Bewegung hält – durch eine Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie. Die Zeit der schrecklichen Vereinfacher ist noch nicht vorbei. Umso mehr gilt: Das wichtigste Gut der Menschheit ist die geistige und individuelle Freiheit in einem sozialen Zusammenhang. Das heißt, bei den Menschen zu sein – auch wenn es unbequem ist und wir unsere Blase verlassen müssen. Eine klare politische Linie ist immer besser als keine. Den Anfängen wehren – niemals vergessen.“

Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Er erinnerte an den 12. Februar 1934 als Symbol für den Widerstand gegen autoritäre Entwicklungen und für den Einsatz um Demokratie und soziale Rechte. Gleichzeitig richtete er den Blick auf die aktuelle politische Situation und betonte, dass Solidarität kein abstrakter Begriff sei, sondern gelebte Praxis. Es sei leicht, „bei Sonnenschein“ nebeneinanderzustehen und Unterstützung zu bekunden. Entscheidend sei jedoch das solidarische Zusammenstehen in schwierigen Zeiten – und in solchen befänden wir uns derzeit. Als Vorsitzender der Wiener SPÖ unterstrich er sein klares solidarisches Verhalten gegenüber den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern – innerhalb der Partei ebenso wie darüber hinaus. Demokratie lebe vom Respekt vor demokratischen Entscheidungen und vom gemeinsamen Eintreten für ihre Werte.

Einen besonderen Akzent setzte die künstlerische Gestaltung des Abends. SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betonte: „Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist nicht nur ein Erinnern, ein Zurückblicken, sondern auch ein Blick in die Gegenwart – oder sogar in die Zukunft. Darum ist es wichtig, dieses Gedenken nicht immer nur mit denselben traditionellen Elementen zu verbinden. Heute wurde eine künstlerische Performance dargeboten, die sehr beeindruckend war. Nina Abrahamczik trat als die Witwe, Bernd Herger als einer der Söhne von Karl Münchreiter auf. Sie präsentierten eine Lesung, unterstützt vom Performancekünstler Adrian Dorfmeister-Pölzer. Das ist genau die gelungene Art und Weise, wie ein solches Gedenken gelebt werden soll – mit klarem Fokus auf die Geschichte und zugleich mit der Frage, was wir für heute mitnehmen können – nicht als anbetende Asche, sondern als Weitergabe des Feuers.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein lebendiger Beitrag zur Stärkung demokratischer Kultur. Erinnerung wird so zur Haltung – mit Klarheit, mit Solidarität und mit dem festen Willen, Demokratie aktiv zu gestalten.

Alle Fotos: Christian Bader

SPÖ-Babler und Seltenheim gratulieren Gerhard Schmid herzlich zur Wiederwahl als Bundesbildungsvorsitzender

Babler: „Gerhard Schmids Einsatz für lebendige Bildungsarbeit ist beispielgebend“ – Seltenheim: „Schmid verfügt über große Expertise und viel Herzblut für Bildung“

Bei der SPÖ-Bundesbildungskonferenz wurde gestern, Samstag, Gerhard Schmid als Bundesbildungsvorsitzender wiedergewählt. SPÖ-Bundesparteivorsitzender, Vizekanzler Andreas Babler und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim gratulieren Gerhard Schmid herzlich zur Wiederwahl. „Gerhard Schmid hat die Bildungsarbeit der SPÖ in den letzten Jahren entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Sein Einsatz für eine lebendige Bildungsarbeit, für demokratiepolitische Bildung, Erinnerungsarbeit als Beitrag zur Demokratie und innerparteiliche Aus- und Weiterbildung sind beispielgebend. Bildungsarbeit ist ein zentrales Fundament der Sozialdemokratie – und bei Gerhard Schmid und der SPÖ-Bundesbildungsorganisation ist sie in den besten Händen“, betonte SPÖ-Bundesparteivorsitzender Babler gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Seltenheim würdigt das Wirken Schmids: „Gerhard Schmids Wiederwahl mit eindrucksvollen 96,56 Prozent der Stimmen ist eine klare Bestätigung seiner erfolgreichen Arbeit und seines großen Engagements. Gerhard Schmid verfügt nicht nur über große Expertise, sondern auch über ganz viel Herzblut für Bildung, soziale Gerechtigkeit, Wissenschaft und Kultur. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, so Seltenheim.

Foto: Christian Bader