Autor -Gerhard Schmid

Heinz Fischer präsentierte „Politik braucht ein Gewissen“ im Schlosstheater Schönbrunn

Mehr als 100 Gäste bei Buchpräsentation und Gespräch mit Hilde Hawlicek über Politik, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen

Mehr als 100 Gäste besuchten am Donnerstag die Präsentation von Heinz Fischers fünfbändiger Edition „Politik braucht ein Gewissen – Reden 1971–2025“ im Schlosstheater Schönbrunn. Im Gespräch mit der ehemaligen Bundesministerin Hilde Hawlicek blickte der frühere Bundespräsident auf mehrere Jahrzehnte österreichischer Politik zurück. Veranstaltet wurde der Nachmittag von der SPÖ-Bundesbildung und der Wiener Bildungsakademie.

Die Edition versammelt 832 Reden aus Fischers politischem Wirken zwischen 1971 und 2025. Sie reicht von seiner Zeit als Nationalratsabgeordneter über seine Tätigkeit als Wissenschaftsminister und Nationalratspräsident bis zu seiner Bundespräsidentschaft und den Jahren danach. Die Reden werden in ihren jeweiligen politischen und historischen Zusammenhang gestellt.

Schmid: Erfahrungen an kommende Generationen weitergeben

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Gerhard Schmid, Vorsitzendem der SPÖ-Bundesbildung und Drittem Präsidenten des Wiener Landtages. „Politische Bildung bedeutet für mich immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen unterschiedlicher Generationen weiterzugeben. Gerade die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte ist dabei unverzichtbar“, betonte Schmid. Fischers Erfahrungen zu dokumentieren und darüber zu diskutieren, sei ein wertvoller Beitrag für kommende Generationen.

Fischer: Reden im Kontext ihrer Zeit betrachten

Das Gespräch zwischen Fischer und Hawlicek moderierte der Historiker Flavio Schily. Fischer hob hervor, dass seine Reden in sehr unterschiedlichen politischen Situationen entstanden seien: „Es ist wichtig, diese Reden immer auch in ihrem damaligen politischen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen.“ Gerade dieser Zusammenhang mache die Edition auch zu einem Dokument österreichischer Zeitgeschichte. Fischer dankte seiner Frau Margit für ihre langjährige Unterstützung sowie dem Czernin Verlag für die Umsetzung der fünfbändigen Ausgabe.

Hawlicek erinnerte an die lange gemeinsame Geschichte mit Fischer: „Wir waren bereits befreundet, bevor sich unsere politischen Wege immer wieder gekreuzt haben.“ Neben der politischen Arbeit seien ihr viele persönliche und freudvolle Momente in Erinnerung geblieben.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Bundesrat Wolfgang Markytan unterstrich den Wert des persönlichen Austauschs: „Geschichte wird besonders greifbar, wenn jene Menschen darüber erzählen, die selbst dabei waren und politische Entwicklungen mitgestaltet haben. Genau diesen Austausch zwischen den Generationen wollen wir mit unserer Bildungsarbeit ermöglichen.“

Im Anschluss nahm sich Fischer Zeit für Gespräche, Fotos und die Signierung der vor Ort erhältlichen Bücher.

Fotos: SPÖ Bildung/Christian Bader

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„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid” #123: Dagmar Schmidt, Präsidentin der Sportunion Wien, Präsidentin von Turnsport Österreich und Vizepräsidentin des FK Austria Wien

Wie kann Sport Menschen verbinden, Gesundheit fördern und mehr Chancengleichheit schaffen? Darüber spricht Gerhard Schmid in dieser Ausgabe der ZEITGESPRÄCHE mit Dagmar Schmidt – Präsidentin der Sportunion Wien und von Turnsport Wien sowie Vizepräsidentin des FK Austria Wien. Dagmar Schmidt erzählt von ihrem sportlichen Weg vom Kunstturnen und der Rock’n’Roll-Akrobatik bis zu ihren heutigen Führungsfunktionen. Als Präsidentin der Sportunion Wien vertritt sie einen Verband mit mehr als 270 Vereinen und über 100 Sportarten. Ihr Ziel: Sport soll für alle Menschen zugänglich sein – unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten.

Weitere Themen sind die Bedeutung der Wiener Sportvereine, Nachwuchsförderung, Frauensport, Chancengleichheit sowie die engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen.

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„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid sind auf allen gängigen Kanälen als Video bzw. Podcast abrufbar!

Foto: Richard Tanzer

Schmid: Verbindungsbahn bringt enorme Verbesserung für Hietzing

“Die Verbindungsbahn ist ein Jahrhundertprojekt für Hietzing und bringt eine enorme Verbesserung für  die Mobilität in Hietzing und den öffentlichen Verkehr in Wien”, betont der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien, Prof. Dr. Gerhard Schmid zum Projekt “Neue Verbindungsbahn”. “Die Gleise der Verbindungsbahn und die Schranken haben den Bezirk seit Jahrzehnten in zwei Teile getrennt. Die Aufhebung der Querungen bedeutet: kein langes Warten vor geschlossenen Schranken, bessere Verbindungen innerhalb des Bezirks und vor allem mehr Sicherheit”, so Schmid.

Was lange währt, wird endlich gut. Die ersten Ideen für den Umbau der Verbindungsbahn reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Jetzt wird aus Planung Realität: Die Strecke wird modernisiert und besser in den Bezirk eingebunden. Bisher haben die Gleise den Bezirk an vielen Stellen durchschnitten. Künftig wird die Bahnstrecke angehoben. Das bedeutet: kein langes Warten mehr vor geschlossenen Schranken und bessere Verbindungen zwischen den Grätzln. Ein durchgehender Lärmschutz sorgt außerdem dafür, dass Anwohner:innen entlang der Strecke mehr Ruhe haben. Mit einer modernisierten und zwei neuen Haltestellen wird die Verbindungsbahn zusätzlich leichter erreichbar und attraktiver für die Wiener:innen. So wächst zusammen, was bisher durch die Bahn getrennt war.

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SPÖ-Bundesbildung trauert um Heinz Kommenda

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Heinz Kommenda, einem langjährigen und prägenden Bildungsfunktionär der österreichischen Sozialdemokratie. Heinz Kommenda war über viele Jahre eng mit der politischen Bildungsarbeit unserer Bewegung verbunden. Von 1985 bis 1998 war er als Sekretär bzw. Geschäftsführer der SPÖ-Bundesbildungsorganisation tätig und gestaltete damit über 13 Jahre hinweg die politische Bildungsarbeit der Sozialdemokratie auf Bundesebene entscheidend mit. Diese Jahre waren von großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt. Politische Bildung bedeutete für Heinz Kommenda dabei nicht nur die Vermittlung von Wissen. Sie war für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer lebendigen sozialdemokratischen Bewegung: Menschen für Politik zu interessieren, Zusammenhänge verständlich zu machen, Diskussionen zu ermöglichen und Funktionär*innen das notwendige Rüstzeug für ihre politische Arbeit mitzugeben. „Heinz Kommenda hat über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit für die sozialdemokratische Bildungsbewegung geleistet. Er war ein starker Bildungsfunktionär, der mit seinem einzigartigen Einsatz Verantwortung übernommen und unsere Organisation wesentlich mitgetragen und geprägt hat. Menschen wie Heinz haben dafür gesorgt, dass politische Bildung innerhalb unserer Bewegung einen festen Stellenwert hat. Dafür gebühren ihm unser Dank und unsere Anerkennung. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, so Prof. Dr. Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildung.

Auch nach Kommendas aktiver Zeit blieb sein Wirken ein wichtiger Teil der Geschichte der SPÖ-Bundesbildung. Im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte unserer Bildungsorganisation wurde deshalb auch mit Heinz Kommenda ein ausführliches Zeitzeugengespräch aufgezeichnet. Seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen bleiben damit auch für kommende Generationen erhalten.

Eine besondere Bedeutung hatte Heinz Kommenda auch für die jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen der österreichischen und der deutschen Sozialdemokratie. SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan würdigt insbesondere diese Rolle: „Heinz Kommenda war über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Verbindung zwischen der SPÖ und der Sozialdemokratie in Deutschland. Er hat dabei eine einzigartige Vernetzung aufgebaut und persönliche wie politische Kontakte gepflegt, von denen unsere Bewegung bis heute profitiert. Ich darf heute in seine Fußstapfen treten und diese wertvolle Arbeit sowohl als Bundesbildungsgeschäftsführer als auch als Kontakt und Bindeglied zur deutschen Sozialdemokratie weiterführen. Das ist für mich Auftrag und Verpflichtung zugleich. Ich bin Heinz für das, was er aufgebaut und hinterlassen hat, sehr dankbar und werde unsere persönlichen Begegnungen und Gespräche in besonderer Erinnerung behalten“, so Wolfgang Markytan.

Die Geschichte der sozialdemokratischen Bildungsbewegung ist immer auch die Geschichte jener Menschen, die ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Überzeugung und ihr persönliches Engagement in diese Arbeit eingebracht haben. Heinz Kommenda war einer dieser Menschen – und einer, der über viele Jahre Verantwortung getragen und bleibende Verbindungen geschaffen hat. Die SPÖ-Bundesbildung wird Heinz Kommenda ein ehrendes Andenken bewahren. „Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen, Freund*innen und Wegbegleiter*innen“, so Schmid und Markytan.

Schmid: Bildung ist wesentliche Voraussetzung für eine starke Demokratie

Gelungener Auftakt zum Herbstausbildungsprogramm der Wiener Bildungsakademie

Mit einem voll besetzten Saal und knapp 100 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist die Wiener Bildungsakademie in ihr Herbstausbildungsprogramm gestartet. Der traditionelle Semesterauftakt bot Gelegenheit, das umfangreiche Bildungsangebot kennenzulernen, mit Vortragenden und Trainern ins Gespräch zu kommen und sich direkt für die unterschiedlichen Angebote anzumelden.

Zum Auftakt hielt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ein kurzes inhaltliches Referat über den Stellenwert politischer Bildung und die Bedeutung eines breiten Zugangs zu Wissen. „Politische Bildung bedeutet, Menschen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zu befähigen, Entwicklungen kritisch einzuordnen, eigene Positionen zu entwickeln und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist Bildung eine wesentliche Voraussetzung für eine lebendige und starke Demokratie“, betonte Schmid.

Im Anschluss präsentierten die Trainer:innen, Vortragenden und Bereichsleiter:innen ihre jeweiligen Angebote. Dabei konnten sich die Teilnehmer unmittelbar informieren, Fragen stellen und sich für die verschiedenen Formate des neuen Ausbildungsprogramms anmelden.

Der Semesterauftakt ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildungsarbeit der Wiener Bildungsakademie. Auch diesmal stand neben der Vorstellung des Programms vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Bei Gulaschsuppe, Chili und dem einen oder anderen Getränk wurde bis spät in die Nacht diskutiert – über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen und darüber, welchen Beitrag politische Bildung zu ihrer Bewältigung leisten kann.

Das Herbstprogramm 2026 umfasst wieder ein breites Spektrum an Lehrgängen, Ausbildungsserien, Workshops, Gedenkveranstaltungen und politischen Bildungsreisen. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf künstlicher Intelligenz, Arbeit und Arbeitsmarktpolitik, Frauenbildung, politischer Kommunikation sowie auf der Weiterführung technischer Ausbildungsangebote. Auch der österreichische Bundesrat, internationale politische Entwicklungen und Bildungsreisen – unter anderem zu den Midterm-Elections in den USA – finden sich im Programm.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der in der Wiener Bildungsakademie für das Ausbildungsprogramm verantwortlich ist, unterstrich den Anspruch, das Angebot laufend an den tatsächlichen Bedürfnissen der Teilnehmer auszurichten:

„Seit einigen Jahren entwickeln wir dieses umfangreiche Ausbildungsprogramm kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versuchen wir, politische Bildung genau dort anzusetzen, wo sie unmittelbar gebraucht wird. Deshalb fragen wir immer wieder nach: Wo gibt es Bedarf? Welche Themen beschäftigen die Menschen? Welche neuen Kompetenzen werden benötigt? Diese Rückmeldungen greifen wir auf und übersetzen sie möglichst rasch in konkrete Bildungsangebote.“

Einen besonderen Schwerpunkt bildet in diesem Semester der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Dabei sollen sowohl die Chancen der neuen Technologien als auch die damit verbundenen gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderungen thematisiert werden.

„Künstliche Intelligenz verändert bereits heute, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren und Informationen aufnehmen. Wir wollen zeigen, welche enormen Möglichkeiten darin liegen und wie wir diese sinnvoll nutzen können. Gleichzeitig müssen wir aber auch über die Gefahren sprechen – etwa über Manipulation, Desinformation und darüber, was passiert, wenn diese Technologien missbräuchlich eingesetzt werden oder in die Hände falscher Kräfte geraten. Politische Bildung muss Menschen das Wissen und die Werkzeuge geben, mit diesen Veränderungen selbstbestimmt und kritisch umzugehen“, so Markytan.

Der gelungene Abend zeigte einmal mehr, wie groß das Interesse an politischer Bildung, Austausch und Weiterbildung ist. Mit knapp 100 Teilnehmern und intensiven Gesprächen bis spät in die Nacht war der Semesterauftakt ein starker Start in einen vielfältigen Bildungsherbst der Wiener Bildungsakademie.

Hier geht es zum gesamten Ausbildungsprogramm Herbst 2026 mit allen Veranstaltungen, Lehrgängen, Workshops, Ausbildungsserien und Bildungsreisen.

Fotos: Christian Bader

SPÖ-Bildung zum Weltbildungstag: „Bildung ist die Grundlage einer lebendigen Demokratie“

Schmid/Markytan: Bildung muss Menschen befähigen, Leben und Gesellschaft selbstbestimmt mitzugestalten – Politische Bildung unverzichtbarer Bestandteil einer starken Demokratie

Anlässlich des Weltbildungstages der UNESCO am 8. September unterstreicht die SPÖ-Bildung die zentrale gesellschaftliche und demokratiepolitische Bedeutung von Bildung. Bildung ist weit mehr als Schule, Ausbildung oder die Vermittlung beruflich verwertbaren Wissens. Sie berührt nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens und entscheidet wesentlich darüber, ob Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu leben, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen. „Bildung ist ein universeller Begriff. Sie bedeutet nicht nur, Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, sondern die Welt zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen, unterschiedliche Standpunkte zu beurteilen und auf dieser Grundlage selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. Deshalb ist politische Bildung eine der großen Aufgaben unserer Demokratie. Demokratie braucht Menschen, die sich informieren, kritisch hinterfragen, miteinander diskutieren und bereit sind, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen“, erklärt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid.

Der Weltbildungstag erinnert daran, dass Bildung eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, soziale Gerechtigkeit, Frieden und demokratische Entwicklung ist. Für die Sozialdemokratie ist damit seit ihren Anfängen auch der Anspruch verbunden, Bildung unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten zugänglich zu machen. Bildung darf nicht das Privileg einiger weniger sein.

Bildung war über Jahrhunderte ein Privileg

Der heute selbstverständliche Anspruch auf Bildung ist historisch hart erkämpft worden. Über Jahrhunderte waren große Teile der Bevölkerung von umfassender Bildung ausgeschlossen. Wissen und höhere Bildung waren gesellschaftlichen Eliten vorbehalten. Arbeiterinnen und Arbeiter, Knechte, Mägde und große Teile der ländlichen Bevölkerung sollten vielfach gerade so viel lernen, wie für die ihnen zugedachten Tätigkeiten erforderlich war.

Bildung und Erziehung dienten dabei keineswegs immer der individuellen Entfaltung. Sie wurden auch als Instrumente verstanden, um Menschen für militärische Zwecke wehrtüchtig zu machen oder sie auf einfache und schlecht bezahlte Tätigkeiten in Fabriken, Landwirtschaft und anderen Bereichen vorzubereiten. Der Gedanke, dass jeder Mensch unabhängig von seiner gesellschaftlichen Stellung ein Recht darauf hat, Wissen zu erwerben, kritisch zu denken und seine Fähigkeiten frei zu entfalten, musste politisch erst durchgesetzt werden.

Die Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung stellte diesem Verständnis einen grundlegend anderen Bildungsbegriff entgegen: Bildung sollte nicht Unterordnung ermöglichen, sondern Emanzipation. Menschen sollten lesen, schreiben, diskutieren und gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen können, um ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen selbst zu verändern.

Arbeiterbildungsvereine als Ausgangspunkt der Sozialdemokratie

Nicht zufällig standen deshalb Bildungsvereine – gemeinsam mit den später entstehenden Kultur-, Gesangs-, Turn- und Sportvereinen – am Beginn der organisierten Arbeiterbewegung. Sie waren Orte der Wissensvermittlung, aber zugleich Orte der Begegnung, Solidarität, politischen Diskussion und gesellschaftlichen Selbstorganisation.

Eine besondere historische Bedeutung kommt dabei dem Dezember 1867 zu. Für den 8. Dezember 1867 war die Gründungsversammlung des ersten Arbeiter-Bildungs-Vereins im Wiener Hotel „Zum blauen Bock“ vorgesehen. Der Andrang der Arbeiter übertraf jedoch alle Erwartungen. Die vorgesehenen Räumlichkeiten waren für die große Zahl der Interessierten zu klein, sodass die Versammlung aus Platzgründen vertagt werden musste. Eine Woche später, am 15. Dezember 1867, konnte die Gründungsversammlung schließlich im wesentlich größeren Schwenders Kolosseum stattfinden. Dieses Datum gilt bis heute als historische Geburtsstunde der sozialdemokratischen Bildungsorganisation in Österreich.

Damit stand Bildung nicht erst irgendwann im Laufe der Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie auf der politischen Tagesordnung. Bildung stand an ihrem Anfang. Noch bevor die Sozialdemokratie zu jener politischen Organisation wurde, die wir heute kennen, organisierten sich Arbeiter, um gemeinsam zu lernen, Wissen auszutauschen, ihre gesellschaftliche Situation zu verstehen und daraus politische Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

Markytan: „Bildung bedeutet Emanzipation“

„Die Geschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung zeigt uns, dass Bildung niemals nur die Vorbereitung auf einen Beruf sein darf. Bildung bedeutet Emanzipation. Wer lesen, verstehen, argumentieren und gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen kann, kann seine Interessen vertreten und sich gegen Bevormundung zur Wehr setzen. Dass am Beginn unserer Bewegung ein Arbeiterbildungsverein stand, ist deshalb kein historischer Zufall, sondern Ausdruck unseres politischen Selbstverständnisses. Der Kampf um Bildung war immer auch ein Kampf um politische Rechte, soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Diesen emanzipatorischen Anspruch müssen wir gerade heute wieder stärker in den Mittelpunkt stellen“, betont SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Mitglied des Bundesrates Wolfgang Markytan, MA.

Bildung, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe

Die frühen Arbeiterbildungsvereine beschränkten sich nicht auf klassische Wissensvermittlung. Bildung, Kultur, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und später auch Sport waren eng miteinander verbunden. Bildungs- und Sportvereine eröffneten Menschen Räume, die ihnen die bestehende Gesellschaft vielfach nicht zur Verfügung stellte. Dort konnten sie lernen, diskutieren, sich organisieren und Gemeinschaft erfahren.

Diese historische Verbindung besitzt bis heute Aktualität. Bildung findet nicht ausschließlich in Schulen, Universitäten oder anderen formalen Bildungseinrichtungen statt. Sie findet ebenso in der Erwachsenenbildung, in Vereinen, in Kultur und Sport, in politischen Organisationen, am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Austausch statt. Lebensbegleitendes Lernen ist deshalb ebenso wichtig wie eine starke öffentliche Schule und der chancengerechte Zugang zu Hochschulen und beruflicher Ausbildung.

Politische Bildung ist Demokratiebildung

Besondere Bedeutung misst die SPÖ-Bildung der politischen Bildung bei. Demokratie kann langfristig nur bestehen, wenn Menschen ihre Rechte kennen, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen und lernen, Informationen kritisch zu beurteilen. Das gilt angesichts von Desinformation, gesellschaftlicher Polarisierung und den grundlegenden Veränderungen der Informations- und Wissenswelt durch soziale Medien und Künstliche Intelligenz in besonderem Maße.

Politische Bildung darf daher nicht erst im Erwachsenenalter beginnen. Sie muss Menschen von jungen Jahren an begleiten und gleichzeitig als lebensbegleitende Aufgabe verstanden werden. Demokratie erschöpft sich nicht in der Abgabe einer Stimme bei Wahlen. Sie lebt von Beteiligung, Diskussion, Widerspruch, Kompromissfähigkeit und dem Bewusstsein, dass politische und soziale Rechte immer wieder verteidigt und weiterentwickelt werden müssen.

„Von den Arbeiterbildungsvereinen des 19. Jahrhunderts bis zu den Herausforderungen einer von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz geprägten Wissensgesellschaft zieht sich eine zentrale Frage: Wer hat Zugang zu Wissen und wer kann dieses Wissen für ein selbstbestimmtes Leben nutzen? Die Geschichte lehrt uns, dass der Zugang zu Bildung und der Zugang zu Demokratie eng miteinander verbunden sind. Wer Bildung demokratisiert, erweitert auch die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe. Unser Anspruch muss daher sein, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu bilden, weiterzuentwickeln und an unserer Demokratie aktiv mitzuwirken“, so Schmid und Markytan.

Für die SPÖ-Bildung ist der Weltbildungstag damit nicht nur Anlass für ein Bekenntnis zu Bildung als universelles Recht. Er erinnert auch an einen zentralen Grundsatz der sozialdemokratischen Bewegung: Wissen darf kein Privileg sein. Bildung muss Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft, Geschlecht oder Alter offenstehen, soziale Schranken überwinden und dazu befähigen, das eigene Leben und die Gesellschaft demokratisch mitzugestalten.

Schmid: „Demokratie braucht politische Bildung“

Eröffnung des 61. Lehrgangs der Wiener Parteischule

Der 61. Lehrgang der Wiener Parteischule wurde eröffnet. Der neue Jahrgang der Wiener Bildungsakademie, benannt nach Franziska Fast und Franz Siegel, startete mit einem Eröffnungswochenende in Neudörfl und einem offiziellen Eröffnungsabend in Wien. Im Mittelpunkt standen die Geschichte der Sozialdemokratie, aktuelle politische Herausforderungen und internationale Entwicklungen. Dabei betonte der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildung Prof. Dr. Gerhard Schmid: „Demokratie braucht politische Bildung. Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher und internationaler Veränderungen müssen Menschen politische Zusammenhänge erkennen, unterschiedliche Positionen einordnen und ihre eigenen Überzeugungen argumentieren können. Genau dafür steht die Wiener Parteischule seit Jahrzehnten.“

Für den Vorsitzenden der SPÖ-Bundesbildung ist die Verbindung von Wissen und politischem Engagement entscheidend: „Politische Bildung darf nicht bei der Vermittlung von Fakten stehen bleiben. Sie soll Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, sich einzumischen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Mit dem 61. Lehrgang setzen wir diese wichtige sozialdemokratische Bildungstradition fort.“

Mit Neudörfl wurde bewusst ein historischer Ausgangspunkt gewählt: Bürgermeister Dieter Posch führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Gründungsgeschichte der österreichischen Sozialdemokratie und die Bedeutung des Neudörfler Parteitages von 1874 ein. SPÖ-Burgenland-Klubobmann Roland Fürst analysierte aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Der ehemalige Bürgermeister von Wiener Neustadt, Dr. Bernhard Müller, zeigte anhand seiner eigenen politischen Erfahrungen, welche Entwicklungen oftmals hinter der öffentlichen Wahrnehmungsgrenze politischer Ereignisse stattfinden, und spannte dabei den Bogen bis zur internationalen Politik.

Beim offiziellen Eröffnungsabend in der Wiener Parteischule richtete Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Präsidentin des Kuratoriums der Wiener Bildungsakademie, Grußworte an den neuen Lehrgang. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem von Mag. Marcus Schober, Vorsitzender der Wiener SPÖ-Bildung, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Absolvent des 28. Lehrgangs der Wiener Parteischule, Dr. Sascha Obrecht, Direktor des Dr.-Karl-Renner-Instituts und Abgeordneter zum Wiener Landtag, sowie Prof. Dr. Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildung und 3. Präsident des Wiener Landtages.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und seit 2006 Leiter der Wiener Parteischule, verwies dabei auf das Motto der Wiener Bildungsakademie: „Die Menschen zum Denken zu bringen, zum Sehen und Hören zu bringen – das ist unsere Aufgabe. Genau diesen Anspruch versuchen wir mit der Wiener Parteischule umzusetzen. Wir wollen Geschichte dort kennenlernen, wo sie stattgefunden hat, genau hinsehen und zuhören und gleichzeitig über jene Fragen diskutieren, die uns heute und in Zukunft beschäftigen.“

Die Benennung des 61. Lehrgangs nach Franziska Fast und Franz Siegel soll dabei auch die Auseinandersetzung mit Persönlichkeiten und Traditionen der sozialdemokratischen Bewegung fördern. „Die Wiener Parteischule soll keine fertigen Antworten vorgeben. Unser Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Wissen, unterschiedliche Perspektiven und das politische Handwerkszeug mitzugeben, um selbst Fragen zu stellen und Entwicklungen kritisch zu beurteilen. Denn politische Bildung bedeutet für uns, Menschen zum eigenständigen Denken zu ermutigen und sie dazu zu bringen, genau hinzusehen und hinzuhören“, so Markytan.

Mit dem Eröffnungswochenende beginnt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Ausbildungsjahr mit Vorträgen, Diskussionen, Exkursionen und Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Damit setzt die Wiener Parteischule auch in ihrem 61. Lehrgang den Anspruch der Wiener Bildungsakademie fort: Menschen zum Denken, Sehen und Hören zu bringen.

Fotos: Wiener Bildungsakademie

Schmid: Das Engelstor in Schönbrunn ist geöffnet!

“Was lange gefordert wurde, ist nun endlich Realität: Das Engelstor in Schönbrunn ist geöffnet”, freut sich der Vorsitzende der SPÖ Hietzing,Dritter Präsident des Wiener Landtages, Prof. Dr. Gerhard Schmid. Die SPÖ Hietzing hat sich über Jahre konsequent für die Öffnung des historischen Engelstors eingesetzt. Mit zahlreichen Aktionen vor Ort, politischem Druck und vor allem mit der Petition „Engelstor jetzt öffnen!“ wurde gemeinsam mit vielen Unterstützer:innen immer wieder auf die Bedeutung dieses Zugangs aufmerksam gemacht.

“Mit der Öffnung des Engelstors wird der Zugang zum Schlosspark verbessert, das stark frequentierte Hietzinger Tor und der schmale Gehweg entlang der Hietzinger Hauptstraße werden entlastet und die Besucher:innenströme können besser verteilt werden”, erklärt Schmid und ergänzt: “Aus einer langjährigen Forderung und unserer Petition ist endlich Realität geworden: Das Engelstor ist offen! Ein wichtiger Erfolg für Hietzing, für die Anrainerinnen und für die vielen Besucherinnen und Besucher von Schönbrunn.”

Mit einem Aufwand von 650.000.-€ wurde im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz das neue Portierhaus nach altem Vorbild und die Polleranlage errichtet. Schönbrunn-Group und Tiergarten haben gemeinsam finanziert. Damit ist ein leichterer Zugang von der Kennedy-Brücke zum Schlosspark und zum Tiergarten gegeben. Das wird auch zu einer Entlastung des Eingangsbereiches Hietzinger Tor führen. Und damit wurde auch einer langjährigen Forderung auf kommunaler Ebene entsprochen, vor allem auch meiner SPÖ-Fraktion!

Gemeinsam mit dem Generalsekretär des Wirtschaftsministeriums Dr. Severin Gruber, Bezirksvorsteherin Mag.a Johanna Zinkl, Tiergarten-Direktor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck, dem Geschäftsführer der Schönbrunn-Group Mag. Klaus Panholzer, KHM-Generaldirektor Jonathan Fine PhD und Dipl. Ing. Gerd Koch von den Österreichischen Bundesgärten durchschnitt Prof. Dr. Gerhard Schmid das rote Band.

Fotos:
Schönbrunn-Group
SPÖ Hietzing: Hietzinger Mandatarinnen vor dem Engelstor: Bezirksrät/innen: Andrea Exler, Lukas Kubanek, Helga Baumann, Flavio Schily (alle SPÖ)

Mit Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig im Haus-Hof- und Staatsarchiv der Republik Österreich

“Es ist unglaublich beeindruckend die Zeugnisse unserer historischen Wurzeln zu sehen. Und es verlangt höchsten Respekt mit welcher Expertise und Begeisterung Archivar:innen und Historiker:innen die Schätze und Dokumente unserer Geschichte für die kommenden Generationen bewahren”, betonter der Dritte Präsident des Wiener Landtages und SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende Prof. Dr. Gerhard Schmid beim besuch des Haus-Hof- und Staatsarchivs der Republik Österreich gemeinsam mit Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Die bedeutendsten Urkunden wie etwa das Privilegium Maius – eine der geschicktesten Fälschung des Mittelalters zur Absicherung der Habsburger -, Gründungs- und Stiftungsurkunden oder die Schlussakte des Wiener Kongresses 1815 im Original betrachten zu können, bezeichnet er als “unüberschreitbares Gefühl”. Bürgermeister Ludwig hat einmal mehr als Profi-Historiker sein unglaubliches Fachwissen unter Beweis gestellt. “Allen Dank an Generaldirektor Hofrat Dr. Helmut Wohnout, Direktor Hofrat Dr. Thomas Just, und an die Fachexpertin MMag. Kathrin Kininger”, so Schmid.
Foto: Stadt Wien, Christian Jobst.

Todestag von Fred Sinowatz – Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gedenkt des großen Bildungsreformers

Am 11. August 2008, ist Alfred „Fred“ Sinowatz in Wien verstorben. Er war Bundesminister für Unterricht und Kunst in der Ära Kreisky und nach dessen Rückzug aus der Politik von 1983 bis 1986 Bundeskanzler der Republik Österreich und von 1983 bis 1988 Bundesparteivorsitzender der SPÖ. „Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat und ein überzeugter Humanist. Darüber hinaus war er der Unterrichtsminister, der das Schulwesen in unserem Land entstaubt und modernisiert hat. Durch seine Reformen hat er Kindern und Jugendlichen eine höhere Schulbildung und damit bessere Zukunftsperspektiven ermöglicht. Mit der Errichtung von höheren Schulen in den Bezirkshauptstädten, der Abschaffung der Aufnahmeprüfung für die AHS, der Einführung von Schüler:innenfreifahrt, Gratis-Schulbüchern sowie Schul- und Heimbeihilfen hat er maßgeblich zur Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler beigetragen“, würdigt der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, LAbg. Gerhard Schmid, den ehemaligen Bundeskanzler und Bildungspolitiker anlässlich dessen 15. Todestages.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Wolfgang Markytan, fügt hinzu: „Fred Sinowatz war nicht nur ein vorausblickender Unterrichtsminister, sondern als Bundeskanzler war es ihm ein wichtiges Ziel, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Und das ist ihm mit seiner Politik gelungen. Er ist und bleibt für mich der meist unterschätzte Politiker Österreichs.“