Autor -Gerhard Schmid

Einladung zur Vorpremiere des Films “Bruno – Der junge  Kreisky”

Die SPÖ-Bildung, die Welcome-Sektion der SPÖ Wien, das Renner Institut sowie die Wiener Bildungsakademie laden herzlich zur Vorpremiere des Films „Bruno – Der junge Kreisky“ ein.

Begrüßung vor der Filmvorführung:

  • Prof. Dr. Gerhard Schmid, 3. Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung
  • Jörg Neumayer, MA, Landesparteisekretär der SPÖ Wien
  • Mag.a Nina Abrahamczik, Vorsitzende der Welcome-Sektion der SPÖ Wien
  • Jasmina Malkoč, MSc, Vorsitzende der Jungen Generation Wien
  • Mag.a Elke Hanel-Torsch (angefr.), Vorsitzende der SPÖ-Margareten

Im Anschluss an den Film diskutieren:

  • Dr.in Karin Moser, Medienhistorikerin und stv. Direktorin der Wiener Bildungsakademie
  • Dr. Harald Sicheritz, Regisseur des Filmes „Bruno – Der junge Kreisky“

Den Ausklang bildet ein gemütliches Beisammensein im Foyer des Filmcasinos. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Wann? Mittwoch, 20. Mai 2026, Beginn: 18:00 Uhr (Einlass ab 17:30 Uhr)

Wo? Filmcasino, Wien 5, Margaretenstraße 78

Anmeldung: wolfgang.markytan@spoe.at

 

 

SPÖ Hietzing – Vorstandsklausur: Gemeinsam für Hietzing

„Gemeinsam für Hietzing arbeiten“: So lautete das Motto der Vorstandsklausur der SPÖ Hietzing, die von 10. Bis 11. April in Jois stattfand. „In intensiven Gesprächen und konstruktiven Diskussionen haben wir Ideen und konkrete Pläne für die Weiterentwicklung unseres Bezirks erarbeitet“, fasste der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien Prof. Dr. Gerhard Schmid die Tagung zusammen. Im Mittelpunkt stand ganz klar: Hietzing weiter gestalten – auf Basis unserer sozialdemokratischen Werte. „Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wir unseren Bezirk für alle Generationen noch lebenswerter machen können“, erklärte Schmid und fügte hinzu: „Mit frischer Energie und vielen neuen Impulsen gehen wir nun gestärkt in die Zukunft!“ Ganz nach dem Motto: Hietzing weiterdenken. Hietzing gemeinsam gestalten.

„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid” #118: Martin Kohlbauer, Architekt

Im aktuellen “ZEITGESPRÄCH mit Gerhard Schmid” ist der Architekt Martin Kohlbauer zu Gast. Er zählt zu den bedeutendsten Architekt:innen Österreichs und prägt seit Jahrzehnten das Stadtbild von Wien. Im ZEITGESPRÄCH mit Gerhard Schmid spricht er über aktuelle Herausforderungen der Architektur, über Wohnbau in Wien und über die Zukunft der Stadtentwicklung.

Wie kann leistbarer Wohnraum geschaffen werden, ohne an Qualität zu verlieren? Wie gelingt es, Architektur individuell und identitätsstiftend zu gestalten – statt austauschbar und standardisiert zu bauen?

Martin Kohlbauer gibt persönliche Einblicke in seine Arbeit und beschreibt seinen Zugang zur Planung: Architektur beginnt für ihn immer beim Menschen. Räume müssen erlebbar sein, Bewegung ermöglichen und Lebensqualität schaffen. Dabei spielen Licht, Proportion, Material und der Bezug zum Ort – der sogenannte „Genius Loci“ – eine entscheidende Rolle.

Ein tiefgehendes Gespräch über Architektur als Gestaltung von Lebensräumen – zwischen Funktion, Ästhetik und sozialer Verantwortung.

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„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid sind auf allen gängigen Kanälen als Video bzw. Podcast abrufbar!

Foto: Richard Tanzer

 

Schmid: “Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart”

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ist tief betroffen über das Ableben von Alexander Kluge, der am 25. März 2026 verstorben ist. „Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Als Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph und öffentlicher Denker prägte Kluge über Jahrzehnte hinweg den gesellschaftlichen Diskurs und setzte sich intensiv mit Fragen von Demokratie, Öffentlichkeit und Bildung auseinander“, so Schmid, der betont: „Wir verabschieden uns von einem der großen Denker unserer Zeit. Sein Zugang zur Welt – geprägt von Neugier, kritischer Reflexion und einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge – ist heute aktueller denn je. Gerade in einer Zeit, in der Wissen schnelllebig erscheint, müssen seine Werte und sein Denken besonders beachtet werden. Es ist unsere Aufgabe, dieses intellektuelle Erbe lebendig zu halten“, so Schmid..

Schmid verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von Auszeichnungen für intellektuelle Leistungen: „Wir freuen uns, dass wir mit dem ‚Maria-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse‘ einen Rahmen geschaffen haben, um das Lebenswerk bedeutender Vordenkerinnen und Vordenker zu würdigen. In immer kürzeren Abständen verabschieden wir uns von großen Persönlichkeiten – umso wichtiger ist es, ihr Denken weiterzutragen“, so Schmid.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Alexander Kluge war Zeit seines Lebens ein kritischer Denker, der unbeirrt nach dem ‚Warum‘ gefragt hat. Es war für ihn selbstverständlich, sich auch gegen den Mainstream zu positionieren und neue Perspektiven einzubringen. Gerade diese Haltung ist für die politische Bildung und Erwachsenenbildung von unschätzbarem Wert.“

Alexander Kluge wurde 2008 mit dem „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch” für sein publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet – ein Ausdruck seiner herausragenden Bedeutung für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, wie auch der Direktor des Karl-Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht betont: „Alexander Kluge war ein intellektueller Grenzgänger – ein präzise denkender Analytiker gesellschaftlicher Wirklichkeit und demokratischer Prozesse und zugleich ein witziger, oft lakonischer Erzähler, der große politische Fragen in eigensinnige, überraschende Geschichten übersetzte.”

Alexander Kluges Wirken reicht weit über Kunst und Kultur hinaus und hat auch die Erwachsenenbildung nachhaltig beeinflusst. Kluge verstand Bildung stets als offenen, kritischen Prozess – als kontinuierliches Hinterfragen von gesellschaftlichen Entwicklungen und als Einladung zum eigenständigen Denken. Gerade in der Erwachsenenbildung bleibt dieser Zugang von zentraler Bedeutung. „Mit seinem Tod verliert die Öffentlichkeit eine unverwechselbare Stimme. Sein Werk jedoch bleibt – als Aufforderung zum Denken, zum Zweifel und zum Dialog. Wir sagen: Danke und herzliches Adieu“, so Schmid und Obrecht.

Sozialdemokratie trauert um Historikerin Brigitte Pellar

Die Sozialdemokratie trauert um Brigitte Pellar, die am 25. März 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Brigitte Pellar war über viele Jahrzehnte hinweg in vielfältigen Funktionen innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung tätig und hat diese mit ihrem Engagement maßgeblich mitgeprägt. Dr. Gerald Netzl, Bundesvorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer:innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist:nnen, betont: „Mit Brigitte Pellar verlieren wir eine Genossin mit außergewöhnlicher historischer Expertise. Über Jahrzehnte hinweg hat uns eine enge Zusammenarbeit verbunden. Ihr antifaschistischer Standpunkt war stets klar, kompromisslos und von tiefster Überzeugung getragen.“ SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid würdigt die Verstorbene: „Brigitte Pellar war eine große Historikerin, die durch zahlreiche Publikationen und ihre Arbeit wesentlich zur politischen Bildung beigetragen hat. Ihr wissenschaftliches und politisches Wirken wird weit über ihren Tod hinaus Bedeutung haben.“

Auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan hebt Pellars Rolle in der Bildungsarbeit hervor: „Brigitte Pellar war bis zuletzt eine wichtige Vortragende in der politischen Bildungsarbeit. Sie verstand es, Geschichte lebendig zu vermitteln und politische Zusammenhänge klar und nachvollziehbar darzustellen.“

Brigitte Pellar verbrachte den Großteil ihres Lebens und Wirkens im Alsergrund in Wien. Mit großer Konsequenz, tiefem Verantwortungsbewusstsein und unerschütterlicher Überzeugung setzte sich Brigitte Pellar für die Werte des Sozialismus ein. Besonders die Erinnerungsarbeit und der entschlossene Kampf gegen Faschismus waren ihr ein zentrales Anliegen, dem sie sich mit großer Ernsthaftigkeit und persönlicher Hingabe widmete. Ihr Wirken war getragen von Haltung, Wissen und dem festen Willen, gesellschaftliche Verantwortung nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben.

Mit Brigitte Pellar verliert die sozialdemokratische Bewegung eine aufrechte Sozialistin, eine überzeugte Antifaschistin und eine engagierte Kämpferin für historische Verantwortung und politische Bildung. „Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren und in ihrem Sinne weiterarbeiten“, so Schmid und Netzl.

2. Prof.in Käthe-Sasso-Symposium 2026: Gemeinsam für Demokratie, Erinnerung und Zivilcourage

2024 wurde knapp nach ihrem Ableben das Käthe-Sasso-Symposium im Auftrag des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig ins Leben gerufen, um im Sinne der Widerstandskämpferin Käthe Sasso zu wirken. Ziel ist es, über Parteigrenzen hinweg unterschiedliche Perspektiven einzubinden und zentrale gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu diskutieren. Die erste Ausgabe fand im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt, die zweite Ausgabe wurde an ihrem 100. Geburtstag am 18. März in der Volkshochschule Favoriten abgehalten.

Eröffnung im Zeichen von Geschichte und Verantwortung

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, brachte bei der Eröffnung der Veranstaltung das Leitmotiv auf den Punkt: „Die Menschen zum Denken zu bringen, zum Sehen und Hören zu bringen, das ist unsere Aufgabe.“ Dieses Zitat von Rosa Jochmann unterstreicht den Anspruch der Bildungsarbeit. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, sich immer wieder die Frage nach dem „Warum“ zu stellen.

Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal eröffnete das Symposium mit einem Blick auf Favoriten als traditionsreichen Bezirk der Arbeiter:innenbewegung. Sie erinnerte an die Geschichte des Roten Wien und hob insbesondere die Errungenschaften im Wohnbau hervor. Gleichzeitig warnte sie vor aktuellen demokratiepolitischen Herausforderungen wie wachsendem Antisemitismus und rechtsextremen Ideologien. Käthe Sasso würdigte sie als prägende Persönlichkeit der Erinnerungskultur, deren Vermächtnis heute weitergetragen werden müsse. „Umso wichtiger sind klare Haltung, Wachsamkeit und Widerstand“, so Gaal.

Auch Dr. Sascha Obrecht, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Direktor des Karl-Renner-Instituts, betonte die Bedeutung des Symposiums als Ort des Lernens und der Weitergabe von Werten. Käthe Sasso stehe für Mut, Widerstand und Menschlichkeit unter extremsten Bedingungen. Zugleich verwies er auf die Verantwortung politischer Bildung: Geschichte müsse nicht nur erinnert, sondern auch verstanden werden, um daraus Handlungsfähigkeit für die Gegenwart abzuleiten. „Geschichte ist nichts Abgeschlossenes – sie stellt uns immer wieder vor die Frage, wie wir heute handeln“, so Obrecht.

Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie im Fokus

Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Präsidentin des Kuratoriums der Wiener Bildungsakademie, unterstrich die Aktualität der drei zentralen Themen des Symposiums: Erinnerungskultur, Zivilcourage und Demokratie. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, die Erfahrungen von Zeitzeug:innen so zu vermitteln, dass sie für kommende Generationen verständlich und erlebbar bleiben. Gleichzeitig stellte sie die Frage nach neuen Formen von Zivilcourage – insbesondere angesichts von Hass im digitalen Raum – sowie nach Antworten auf Desinformation und hybride Bedrohungen. „Die Frage ist, wie wir Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie heute konkret weitertragen und verteidigen“, so Bayr.

Käthe Sasso im historischen Kontext

In der Gesprächsrunde „Wer war Käthe Sasso?“ zeichneten Brigitte Fenko, ORF-Mitarbeiterin a.D. und langjährige Lebensfreundin von Käthe Sasso, sowie Dr.in Karin Moser, Medienhistorikerin und stellvertretende Direktorin der Wiener Bildungsakademie, ein eindrucksvolles Bild der Nachkriegszeit. Sie zeigten, wie die anfängliche Entnazifizierung rasch in den Hintergrund trat und der sogenannte Opfermythos zur Verdrängung beitrug. Überlebende wurden häufig marginalisiert und zum Schweigen gedrängt. Käthe Sasso hingegen blieb standhaft, berichtete öffentlich und setzte sich unermüdlich für Aufklärung ein. „Erinnerung war lange von Verdrängung geprägt – und Zivilcourage bedeutete oft, überhaupt gehört zu werden.“

Erinnerung als demokratischer Prozess

Mag.a Nina Abrahamczik, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses u.a. für Demokratie, sowie Nikolaus Kunrath, Bezirksrat und ehemaliger Landtagsabgeordneter, widmeten sich den „Herausforderungen der Erinnerungskultur“. Dabei wurde deutlich, dass Erinnerung kein statischer Zustand ist, sondern ein aktiver gesellschaftlicher Prozess. Besonders wichtig sei es, auch bisher wenig sichtbare Opfergruppen einzubeziehen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu fördern. „Erinnerungskultur ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein aktiver, gesellschaftlicher Prozess.“

Zivilcourage als Auftrag

Christa Bauer, MAS, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees Österreich, sowie Mag.a Marie Lercher, Teilnehmerin des Käthe-Sasso-Lehrgangs, betonten die zentrale Rolle von Zivilcourage als Vermächtnis der Überlebenden und als Auftrag für die Gegenwart. Bildungsarbeit, Engagement und persönliches Handeln seien entscheidend, um demokratische Werte zu sichern – insbesondere angesichts zunehmender rechtsextremer Vorfälle. „Es liegt an uns allen, Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen.“

Grußworte und internationale Perspektive

In einer Videobotschaft würdigte die Salzburger Landeshauptfrau Mag.a Karoline Edtstadler Käthe Sasso als außergewöhnliche Persönlichkeit, die sie auch persönlich kennenlernen durfte. Sie hob deren Mut und Menschlichkeit hervor und unterstrich die Verantwortung, dieses Vermächtnis in herausfordernden Zeiten weiterzutragen: „Es ist unsere Aufgabe, ihr Vermächtnis weiterzutragen und für Menschlichkeit und Demokratie einzustehen.“

Demokratie unter Druck – neue Herausforderungen

In der abschließenden Gesprächsrunde diskutierten der ehemalige Chefredakteur Dr. Herbert Lackner sowie der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende und Dritte Wiener Landtagspräsident Prof. Dr. Gerhard Schmid über aktuelle Gefährdungen der Demokratie. Lackner verwies auf politische Entwicklungen sowie den zunehmenden Einfluss wirtschaftlicher Macht auf Medien und Politik. Schmid ergänzte, dass Demokratie kein Selbstläufer sei, sondern aktiv gestaltet werden müsse: „Demokratie muss ständig in Bewegung gehalten und aktiv verteidigt werden.“

Darüber hinaus warnte Schmid vor einer neuen strukturellen Gefahr: einer Verbindung von wirtschaftlicher Macht und politischem Einfluss, die er als „eine Art oligarchischer Kapitalismus“ beschreibt. Dieser stelle eine „extreme Bedrohung der Demokratie“ dar. Als zentrale Antwort forderte er verstärkte Bildungsarbeit sowie einen breiten gesellschaftlichen Schulterschluss: „Wir müssen in Bildung investieren“ und „einen Schulterschluss aller weltoffenen, liberalen und humanistischen Kräfte herbeiführen.“ Orientierung biete dabei das Vermächtnis Käthe Sassos – „Zivilcourage und Hartnäckigkeit“ als Auftrag, „dranzubleiben und sich am Ende durchzusetzen“.

Gemeinsamer Auftrag für die Zukunft

Das Symposium machte deutlich: Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie sind untrennbar miteinander verbunden. In einer Zeit wachsender Herausforderungen braucht es Engagement, Bildung und Zusammenhalt. Käthe Sasso bleibt dabei eine zentrale Orientierung – als Mahnerin, als Vorbild und als Auftrag für kommende Generationen.

Abschließend wurde zum weiteren Austausch eingeladen.

Ein besonderer Dank gilt den Mitwirkenden und Partnerorganisationen – darunter die SPÖ-Bildung, die Wiener SPÖ-Bildung, das Karl-Renner-Institut und die Wiener Bildungsakademie – und allen Unterstützer:innen hinter den Kulissen sowie Kurt Brazda, der seinen Film im Auftrag des WIFAR umgesetzt hat: https://www.film.at/erschlagt-mich-ich-verrate-nichts-kaethe-s

Alle Fotos: Christian Bader: https://www.flickr.com/photos/196943159@N03/albums/72177720332607671

Gerhard Schmid im Gedenken an Professorin Käthe Sasso

Professorin Käthe Sasso (1926-2024) wäre heute 100 Jahre alt geworden. Meine mütterliche Freundin und mein Vorbild an Aufrichtigkeit und Zivilcourage. Eine große Patriotin, die Ihr Leben nach den schrecklichen Erlebnissen der NS Zeit in den Dienst der Aufklärung gestellt hat.

Käthe Sasso, am 18.3.1926 als Käthe Smudits in Wien- Favoriten geboren, war während der Zeit des Nationalsozialismus im politischen Widerstand aktiv. Die Eltern von Käthe Sasso waren bereits in der Zeit des Austrofaschismus im Widerstand tätig. Beide waren überzeugte Antifaschisten. Das Terror-Regime der Nationalsozialisten veranlasste sie schließlich im politischen Widerstand zu arbeiten und somit auch den Aktivismus ihrer Eltern fortzusetzen. Sie arbeitete bis zu ihrer Verhaftung in der Widerstandsgruppe “Gustav Adolf Neustadl”.

Wie so viele wurde auch sie von einem Spitzel der Gestapo denunziert. Sie wurde am 21. August 1942 verhaftet. Die Anklage lautete “Hochverrat”. Als eine der jüngsten Widerstandskämpferinnen erlitt sie mit nur 16 Jahren die brutalen Verhöre und Torturen der Gestapo. Sie musste miterleben, wie nahezu alle aus ihrer Widerstandsgruppe hingerichtet wurden. Nach jahrelangen Aufenthalten in Gefängnissen der Nationalsozialisten wird sie 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Am 28. April 1945 gelingt ihr in der ersten Nacht die Flucht im Zuge eines “Todesmarsches” in das Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Käthe Sasso lebte in Winzendorf und setzte sich unermüdlich für das Andenken der hingerichteten Widerstandskämpfer:innen der “Gruppe 40” ein. Ihrem Engagement ist die Sanierung der Gräberanlage in der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof und die Schaffung einer Nationalen Gedenkstätte (2013) zu verdanken. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit Berufstitel „Professorin“ und dem “Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich” ausgezeichnet (12.10.2011).

Wir werden Ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren !

AVISO: Kulturpolitik in Wien. Ein Abend mit Gerhard Schmid – im Fokus: die Wiener Symphoniker und das Ganze der Kulturstadt

Wie funktioniert Kulturpolitik in Wien – zwischen Spitzenkultur und breiter Teilhabe, zwischen Tradition und Innovation? Dieser Abend ordnet das Wiener Kultursystem ein, erklärt Zuständigkeiten und Finanzierungsstrukturen, beleuchtet aktuelle Herausforderungen wie Publikumsentwicklung, Raumfragen, Digitalisierung und Klimafitheit und diskutiert, wie Kultur in allen Bezirken sichtbar und zugänglich bleiben kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Wiener Symphonikern. Das Orchester nimmt eine zentrale Rolle im Wiener Musikleben ein – im Konzerthaus, im Musikverein sowie im Spannungsfeld von Konzertbetrieb, Oper und Festivals. Auch die internationale Präsenz, etwa als Orchestra in Residence bei den Bregenzer Festspielen, wird thematisiert.

„Die Wiener Symphoniker besitzen eine wichtige Stellung in Wien und haben maßgeblich dazu beigetragen, auch Frauen einzubinden. Gerade für andere Orchester haben sie so eine wichtige Vorbildfunktion eingenommen.“

Gerhard Schmid, Dritter Präsident des Wiener Landtags.

Gleichzeitig weitet Gerhard Schmid den Blick auf das Ganze der Kulturstadt Wien: die Theater- und Museumslandschaft, die freie Szene, Kulturarbeit in den Grätzln, Nachwuchs- und Kulturvermittlung sowie Kooperationen zwischen städtischen und bundesnahen Institutionen. Im Zentrum steht die Frage, was gute Kulturpolitik leisten muss, damit Wien auch künftig eine lebendige, vielfältige und international anerkannte Kulturstadt bleibt.

Als Referent führt Prof. Dr. Gerhard Schmid durch den Abend. Er war viele Jahre Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Wien und ist heute Sprecher im Bereich der Wiener Symphoniker. Aus dieser langjährigen kulturpolitischen Praxis heraus verbindet er strategische Einordnung mit konkreten Beispielen und eröffnet Raum für Diskussion und Austausch.

Wann? Montag, 13. April 2026, 18:00 – 21:00 Uhr

Wo? Wiener Bildungszentrum, Praterstraße 25a 1020 Wien

Anmeldung per Mail an: markytan@wiener-bildungsakademie.at

 

SPÖ-Bundesbildung zum Tod von Jürgen Habermas: Ein Jahrhundertdenker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit

Mit großer Betroffenheit reagiert die SPÖ-Bundesbildungsorganisation auf den Tod des deutschen Philosophen und Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Habermas galt als einer der bedeutendsten Denker der Gegenwart und als einer der prägendsten öffentlichen Intellektuellen Europas. Der Bundesbildungsvorsitzende der SPÖ, Prof. Dr. Gerhard Schmid, würdigt Habermas als einen der wichtigsten theoretischen Wegweiser der demokratischen Nachkriegsordnung: „Einer der größten Theoretiker weltweit ist von uns gegangen. Die Lehren aus der Geschichte der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den größten Verbrechen der Menschheit müssen ein unerschütterliches Bekenntnis zu einer gelebten Demokratie sein. Man kann die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ohne Jürgen Habermas denken. Er war ein Jahrhundert-Theoretiker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit – ein vorbildhafter und unverzichtbarer intellektueller Leuchtturm. Habermas war stets ein Verbinder von Politik und Praxis. Denn ohne Theorie gibt es auch keine Praxis. Die Welt ist durch seinen Tod um vieles ärmer geworden.“

Habermas prägte über Jahrzehnte hinweg die politische Philosophie, die Sozialwissenschaften und den demokratischen Diskurs in Europa. Mit Werken wie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der „Theorie des kommunikativen Handelns“ sowie seiner Diskurstheorie von Moral und Recht setzte er Meilensteine der modernen Gesellschaftstheorie und der politischen Philosophie.

Der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, selbst Politikwissenschaftler, erinnert an die prägende Rolle Habermas’ für Generationen von Studierenden und Forschenden: „Während meines Studiums habe ich mich in vielen intensiven Auseinandersetzungen mit Habermas’ Werk beschäftigt. Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt er zu Recht als einer der produktivsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit. Er hat den historischen Materialismus von Karl Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, mit entwicklungspsychologischen Ansätzen von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg sowie mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds verbunden. Damit hat er die Sozialwissenschaften ebenso geprägt wie die Moral- und Sozialphilosophie.“ Markytan hebt hervor, dass Habermas stets versuchte, das Projekt der Moderne weiterzuentwickeln: „Das übergeordnete Motiv seines Werkes war die Versöhnung der mit sich selbst zerfallenden Moderne. Habermas wollte zeigen, dass demokratische Gesellschaften durch Verständigung, Diskurs und Argumente zusammengehalten werden können.“

Auch in wissenschaftlichen Grundsatzdebatten prägte Habermas die Sozialwissenschaften entscheidend. So stellte er im sogenannten Positivismusstreit die Auffassung infrage, dass empirische Wissenschaften völlig unabhängig von den normativen und rationalen Standards seien, die innerhalb wissenschaftlicher Gemeinschaften ausgehandelt werden. Wissenschaftliche Erkenntnis entstehe nicht isoliert, sondern in einem verständigungsorientierten Diskurs innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte Habermas vor einer rein instrumentellen Sicht auf Sozialwissenschaften, die gesellschaftliche Prozesse wie technische Systeme behandeln wolle. Eine solche Perspektive verkenne, dass gesellschaftliche Wirklichkeit von Kommunikation, Normen und demokratischer Verständigung geprägt ist.

Für SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid bleibt Jürgen Habermas damit ein bleibender Orientierungspunkt für demokratische Bildung, kritisches Denken und die Verteidigung einer offenen Gesellschaft. „Sein Denken erinnert uns daran, dass Demokratie nicht nur Institution ist, sondern ein fortwährender Prozess der Verständigung“, so Schmid abschließend. „Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung bleibt Habermas’ Werk aktueller denn je.“

Foto: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

SPÖ Bundesbildung gratuliert Andreas Babler herzlich zum Ergebnis von 81,5 % beim SPÖ-Bundesparteitag

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid wurde mit 98,5 Prozent der Stimmen in den SPÖ-Bundesparteivorstand gewählt

Der 47. Ordentliche Bundesparteitag der SPÖ war geprägt von großen inhaltlichen Diskussionen, die von Respekt, Verantwortung und Weitsicht getragen wurden. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Institutionen unter Druck geraten und gesellschaftliche Herausforderungen komplexer werden, ist eine lebendige, konstruktive Debatte innerhalb der Sozialdemokratie von besonderer Bedeutung.

Sehr erfreulich ist, dass der Antrag der SPÖ-Bundesbildung „Wie sichern wir unsere Demokratie?“ angenommen wurde. Darin unterstreichen wird die zentrale Rolle politischer Bildung für eine starke, widerstandsfähige Demokratie. Demokratie unterstrichen – sie ist keine Selbstverständlichkeit und muss aktiv geschützt, weiterentwickelt und gelebt werden. Politische Bildung ist dabei ein entscheidender Schlüssel, um demokratische Kompetenz zu stärken, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und antidemokratischen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.

Herzliche Gratulation an SPÖ-Vorsitzenden, Vizekanzler Andi Babler zu 81,5 Prozent und unserem Bundesbildungsvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Schmid, der mit 98,5 Prozent in den SPÖ-Bundesparteivorstand gewählt wurde. Dieses herausragende Ergebnis ist ein starkes Zeichen der Anerkennung für sein Engagement in der politischen Bildung und für die Stärkung der sozialdemokratischen Bildungsarbeit.

Die SPÖ-Bundesbildung wünscht Vizekanzler Andreas Babler, Prof. Dr. Gerhard Schmid sowie dem gesamten Team viel Kraft, Mut und Erfolg für die kommenden Aufgaben. Gemeinsam arbeiten wir weiter daran, Demokratie zu stärken, soziale Gerechtigkeit zu sichern und die sozialdemokratischen Werte in unserer Gesellschaft lebendig zu halten.