Autor -Gerhard Schmid

Gedenkveranstaltung der SPÖ Bildung zum 45. Jahrestag der Ermordung von Heinz Nittel

Am 30. April 2026 gedachte die SPÖ Bildung im 13. Wiener Gemeindebezirk dem sozialdemokratischen Politiker Heinz Nittel, der am 1. Mai 1981 Opfer eines terroristischen Attentats wurde. Die Gedenkveranstaltung wurde von der SPÖ Bildung gemeinsam mit Gerhard Schmid und Wolfgang Markytan organisiert und setzte mit einer würdevollen Feier sowie anschließender Kranzniederlegung beim Heinz-Nittel-Denkmal ein starkes Zeichen des Erinnerns.

Zahlreiche Teilnehmer:innen folgten der Einladung, darunter Parteischüler:innen der SPÖ Bildung, Vertreter:innen des 13. Bezirks sowie engagierte Sozialdemokrat:innen und Wegbegleiter:innen. Die breite Teilnahme unterstrich die anhaltende Bedeutung des Gedenkens und die gemeinsame Verantwortung, das Vermächtnis Heinz Nittels lebendig zu halten.

In den Beiträgen wurde das Leben Heinz Nittels als beispielhaft für eine Politik der Haltung und der Menschlichkeit gewürdigt. Als Nationalratsabgeordneter, Wiener Landes- und Kommunalpolitiker sowie Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien prägte er über Jahrzehnte das politische und gesellschaftliche Leben. Sein Einsatz galt insbesondere der sozialen Gerechtigkeit, dem Ausbau von Bildungschancen und einem solidarischen Miteinander. Gleichzeitig war er eine klare und mutige Stimme gegen Antisemitismus, gegen Hass und gegen jede Form der Ausgrenzung.

Besonders hervorgehoben wurde seine Fähigkeit, Brücken zu bauen – zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, zwischen Religionen und Kulturen. Heinz Nittel verkörperte eine Politik, die den Dialog suchte und die Überzeugung lebte, dass Demokratie nur durch Respekt, Zusammenhalt und aktives Engagement bestehen kann.

Erinnert wurde auch an die Umstände seines gewaltsamen Todes. Das Attentat war nicht nur ein Angriff auf einen einzelnen Menschen, sondern ein gezielter Angriff auf die Grundwerte der Demokratie. Diese Erkenntnis verlieh der Gedenkveranstaltung eine besondere Tiefe und machte deutlich, dass Erinnerung immer auch Verantwortung bedeutet.

Die Teilnahme der Parteischülerinnen zeigte eindrucksvoll, dass das Vermächtnis Heinz Nittels weitergetragen wird. Gerade für jüngere Generationen bleibt sein Leben ein Auftrag, sich aktiv für eine gerechte, offene und solidarische Gesellschaft einzusetzen und entschieden gegen Extremismus und Gewalt aufzutreten.

Im Anschluss an die Gedenkfeier fand die Kranzniederlegung beim Heinz-Nittel-Denkmal statt. In einem stillen und würdevollen Moment wurde innegehalten, um dem Opfer des Terrors zu gedenken und ein klares Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

45 Jahre nach seiner Ermordung bleibt Heinz Nittel unvergessen. Sein Wirken ist Mahnung und Inspiration zugleich – für eine Politik der Menschlichkeit, für den Mut zur Haltung und für die unermüdliche Verteidigung unserer demokratischen Werte.

81 Jahre Österreichische Unabhängigkeitserklärung: Erinnerung und Verantwortung

81 Jahre nach der Österreichischen Unabhängigkeitserklärung steht dieser Tag im Zeichen der Erinnerung an die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und das Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Die systematische Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung von Millionen Menschen mahnt bis heute, wohin Demokratiefeindlichkeit und Hass führen können. Gleichzeitig war es der verbindende „Geist der Lagerstraße“ – das solidarische Miteinander politisch Verfolgter in den Konzentrationslagern –, der den Grundstein für den Neubeginn legte und den Wiederaufbau eines freien, demokratischen Österreichs sowie die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg nachhaltig prägte. Professor Gerhard Schmid, Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung, hebt die historische Tragweite hervor: „Der 27. April 1945 markiert ein wichtiges Datum der österreichischen Geschichte. Im Roten Salon des Wiener Rathauses wurde von Vertretern der SPÖ, der neu gegründeten ÖVP und der KPÖ die Zweite Republik gegründet – eine Erfolgsgeschichte, geprägt von Identitätsfindung, wirtschaftlichem Aufschwung und dem Modell der Sozialpartnerschaft. Nach den furchtbarsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte war klar, dass das Miteinander – trotz politischer Gegensätze – im Vordergrund stehen muss. Das war ein Grundprinzip der Zweiten Republik.“

Mit Blick auf die Gegenwart ergänzt Schmid: „Gerade angesichts internationaler Entwicklungen ist es entscheidend, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten und diese Werte zu verteidigen. Ebenso bleiben die Sicherung und Weiterentwicklung des Sozialstaates ein zentraler Auftrag. Die österreichische Sozialdemokratie stand von Beginn an auf der Seite von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – und wird sich auch weiterhin für Frieden und diese Grundwerte, insbesondere im europäischen und internationalen Kontext, einsetzen.“

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung am Wiener Heldenplatz wurde der Jahrestag feierlich begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde des Österreichischen Bundesheeres. Wolfgang Markytan, Mitglied des Bundesrates und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, betont die persönliche und politische Dimension des Gedenkens: „Die heutige Gedenkveranstaltung der Regierungsspitze am Heldenplatz wurde in einem würdigen Rahmen begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde. Für mich als ehemaliger Gardist – ebenso wie für meinen Sohn – ist es ein besonderes Gefühl, nun auch als Mitglied des österreichischen Parlaments dazu beitragen zu können, dass unser unabhängiges Österreich bestehen bleibt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass Krieg, Hass und Zerstörung auf unserem Boden niemals wieder die Oberhand gewinnen.“

Abschließend unterstreicht Markytan die internationale Verantwortung: „Diese Haltung endet nicht an den Landesgrenzen – es liegt an uns, diese Werte auch international zu stärken und zu unterstützen.“ Die Unabhängigkeitserklärung von 1945 bleibt damit nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein fortwährender Auftrag, Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit aktiv zu sichern und weiterzuentwickeln.

Foto: privat

SPÖ Hietzing am Landesparteitag der SPÖ Wien

Die SPÖ Hietzing war mit einer starken Delegation am Landesparteitag der SPÖ Wien am 24. April in der Messe Wien vertreten. “Wien schafft Zukunft” war das Motto des Parteitages, und die Hietzinger Mandatar:innen trugen mit inhaltlichen Anträgen und engagierter Diskussion zum erfolgreichen Ablauf bei. SPÖ Hietzing-Vorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid lieferte zum “Thema Neutralität und aktive Außenpolitik” einen konstruktiven und bedachtsamen Redebeitrag. Bürgermeister Dr. Michael Ludwig wurde mit großer Mehrheit (92,33 %) zum Landesparteivorsitzenden wiedergewählt. “Eine gute Grundlage für einen weiterhin so erfolgreichen Weg der SPÖ-Wien”, unterstrich Schmid, der sich über seine Wiederwahl in den Wiener SPÖ-Vorstand mit 91,46% sehr freut.

Foto: SPÖ Wien, auf dem Bild die Delegation der SPÖ Hietzing

Generationenwechsel bei SPÖ-Landesbildung Niederösterreich: Michael Kögl neuer Vorsitzender – Dank an Beate Raabe-Schasching

Im Rahmen der gestrigen Landesbildungskonferenz der SPÖ Niederösterreich im Palais Niederösterreich (Roter Salon) wurde ein bedeutender Generationenwechsel vollzogen. Nach jahrzehntelangem, prägendem Engagement tritt Beate Raabe-Schasching als Landesbildungsvorsitzende aus der ersten Reihe zurück und übergibt die Funktion an Michael Kögl. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Mit Michael Kögl übernimmt ein junger, dynamischer Politiker mit umfangreicher Erfahrung den Vorsitz. Als Vorsitzender der Jungen Generation Österreichs sowie Vizebürgermeister von St. Pölten steht er für die Verbindung von fundierter inhaltlicher Arbeit und gelebter politischer Praxis. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert herzlich zur Wahl und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit“, so Schmid, der sich bei Beate Raabe-Schasching für ihren großen Einsatz und ihr Engagement bedankt. ****

„Beate Raabe-Schasching ist eine Bildungsexpertin im besten Sinne des Wortes: Lehrerin, Schulverantwortliche und Schulpolitikerin sind nur einige ihrer prägenden Stationen. Über viele Jahrzehnte hinweg hat sie die Entwicklung der österreichischen Bildungslandschaft entscheidend mitgestaltet. Innerhalb der SPÖ Niederösterreich hat sie ihr umfassendes Wissen, ihr Engagement und ihr großes Herzblut – getragen von einer tief verwurzelten sozialdemokratischen Haltung – an zahlreiche junge Funktionärinnen und Funktionäre weitergegeben und dabei stets kritisch-konstruktiv sowie mit großer Leidenschaft ihre Stimme erhoben“, so Schmid.

Raabe-Schasching wird auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Bildungsarbeit der Sozialdemokratie einnehmen und bleibt der Bundesbildungsorganisation als stellvertretende Vorsitzende erhalten. Damit wird sie den eingeschlagenen Weg weiterhin aktiv begleiten und mit ihrer Erfahrung maßgeblich zur Weiterentwicklung beitragen. Für ihre Verdienste wurde ihr im Rahmen der Konferenz durch den niederösterreichischen Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich die Große Goldene Verdienstnadel der SPÖ Niederösterreich verliehen.

Im Rahmen der Konferenz sprachen neben Bundesbildungsvorsitzendem Prof. Dr. Gerhard Schmid auch SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler. In einer Diskussion zum Thema „Solidarität und Demokratie“ wurden zentrale bildungs- und gesellschaftspolitische Herausforderungen erörtert. Wichtige inhaltliche Impulse kamen zudem von Nationalrätin Silvia Kumpan-Takacs, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Landessekretärin des ÖGB Niederösterreich, Linda Keizer, die auf die vielfältigen aktuellen Aufgabenstellungen im Bildungsbereich hinwiesen.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit der Landesbildungsorganisation Niederösterreich, einer der mitgliederstärksten Organisationen Österreichs, war stets hervorragend. Besonders freut mich, dass im Zuge unserer gemeinsamen Aktivitäten verstärkt länderübergreifende Ausbildungen umgesetzt werden. Beate Raabe-Schasching ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Thema Bildung konsequent mit dem Thema Sport verbunden wurde – ein Ansatz, der auch für uns als Bundesbildungsorganisation von großer Bedeutung ist. Mit dem neuen Vorsitzenden Michael Kögl verbindet uns eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit, und wir freuen uns sehr, dass er nun auch in dieser verantwortungsvollen Rolle tätig sein wird.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation blickt mit Zuversicht auf die zukünftige Zusammenarbeit und ist überzeugt, dass mit diesem Generationenwechsel die erfolgreiche Bildungsarbeit in Niederösterreich konsequent weitergeführt wird.

Foto: SPÖ Bildung NÖ, v.l. Gerhard Schmid, Beate Raabe-Schasching, Michael Kögl, Wolfgang Markytan

Einladung zur Vorpremiere des Films “Bruno – Der junge  Kreisky”

Die SPÖ-Bildung, die Welcome-Sektion der SPÖ Wien, das Renner Institut sowie die Wiener Bildungsakademie laden herzlich zur Vorpremiere des Films „Bruno – Der junge Kreisky“ ein.

Begrüßung vor der Filmvorführung:

  • Prof. Dr. Gerhard Schmid, 3. Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung
  • Jörg Neumayer, MA, Landesparteisekretär der SPÖ Wien
  • Mag.a Nina Abrahamczik, Vorsitzende der Welcome-Sektion der SPÖ Wien
  • Jasmina Malkoč, MSc, Vorsitzende der Jungen Generation Wien
  • Mag.a Elke Hanel-Torsch (angefr.), Vorsitzende der SPÖ-Margareten

Im Anschluss an den Film diskutieren:

  • Dr.in Karin Moser, Medienhistorikerin und stv. Direktorin der Wiener Bildungsakademie
  • Dr. Harald Sicheritz, Regisseur des Filmes „Bruno – Der junge Kreisky“

Den Ausklang bildet ein gemütliches Beisammensein im Foyer des Filmcasinos. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Wann? Mittwoch, 20. Mai 2026, Beginn: 18:00 Uhr (Einlass ab 17:30 Uhr)

Wo? Filmcasino, Wien 5, Margaretenstraße 78

Anmeldung: wolfgang.markytan@spoe.at

 

 

SPÖ Hietzing – Vorstandsklausur: Gemeinsam für Hietzing

„Gemeinsam für Hietzing arbeiten“: So lautete das Motto der Vorstandsklausur der SPÖ Hietzing, die von 10. Bis 11. April in Jois stattfand. „In intensiven Gesprächen und konstruktiven Diskussionen haben wir Ideen und konkrete Pläne für die Weiterentwicklung unseres Bezirks erarbeitet“, fasste der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien Prof. Dr. Gerhard Schmid die Tagung zusammen. Im Mittelpunkt stand ganz klar: Hietzing weiter gestalten – auf Basis unserer sozialdemokratischen Werte. „Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie wir unseren Bezirk für alle Generationen noch lebenswerter machen können“, erklärte Schmid und fügte hinzu: „Mit frischer Energie und vielen neuen Impulsen gehen wir nun gestärkt in die Zukunft!“ Ganz nach dem Motto: Hietzing weiterdenken. Hietzing gemeinsam gestalten.

„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid” #118: Martin Kohlbauer, Architekt

Im aktuellen “ZEITGESPRÄCH mit Gerhard Schmid” ist der Architekt Martin Kohlbauer zu Gast. Er zählt zu den bedeutendsten Architekt:innen Österreichs und prägt seit Jahrzehnten das Stadtbild von Wien. Im ZEITGESPRÄCH mit Gerhard Schmid spricht er über aktuelle Herausforderungen der Architektur, über Wohnbau in Wien und über die Zukunft der Stadtentwicklung.

Wie kann leistbarer Wohnraum geschaffen werden, ohne an Qualität zu verlieren? Wie gelingt es, Architektur individuell und identitätsstiftend zu gestalten – statt austauschbar und standardisiert zu bauen?

Martin Kohlbauer gibt persönliche Einblicke in seine Arbeit und beschreibt seinen Zugang zur Planung: Architektur beginnt für ihn immer beim Menschen. Räume müssen erlebbar sein, Bewegung ermöglichen und Lebensqualität schaffen. Dabei spielen Licht, Proportion, Material und der Bezug zum Ort – der sogenannte „Genius Loci“ – eine entscheidende Rolle.

Ein tiefgehendes Gespräch über Architektur als Gestaltung von Lebensräumen – zwischen Funktion, Ästhetik und sozialer Verantwortung.

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Foto: Richard Tanzer

 

Schmid: “Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart”

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ist tief betroffen über das Ableben von Alexander Kluge, der am 25. März 2026 verstorben ist. „Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Als Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph und öffentlicher Denker prägte Kluge über Jahrzehnte hinweg den gesellschaftlichen Diskurs und setzte sich intensiv mit Fragen von Demokratie, Öffentlichkeit und Bildung auseinander“, so Schmid, der betont: „Wir verabschieden uns von einem der großen Denker unserer Zeit. Sein Zugang zur Welt – geprägt von Neugier, kritischer Reflexion und einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge – ist heute aktueller denn je. Gerade in einer Zeit, in der Wissen schnelllebig erscheint, müssen seine Werte und sein Denken besonders beachtet werden. Es ist unsere Aufgabe, dieses intellektuelle Erbe lebendig zu halten“, so Schmid..

Schmid verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von Auszeichnungen für intellektuelle Leistungen: „Wir freuen uns, dass wir mit dem ‚Maria-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse‘ einen Rahmen geschaffen haben, um das Lebenswerk bedeutender Vordenkerinnen und Vordenker zu würdigen. In immer kürzeren Abständen verabschieden wir uns von großen Persönlichkeiten – umso wichtiger ist es, ihr Denken weiterzutragen“, so Schmid.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Alexander Kluge war Zeit seines Lebens ein kritischer Denker, der unbeirrt nach dem ‚Warum‘ gefragt hat. Es war für ihn selbstverständlich, sich auch gegen den Mainstream zu positionieren und neue Perspektiven einzubringen. Gerade diese Haltung ist für die politische Bildung und Erwachsenenbildung von unschätzbarem Wert.“

Alexander Kluge wurde 2008 mit dem „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch” für sein publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet – ein Ausdruck seiner herausragenden Bedeutung für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, wie auch der Direktor des Karl-Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht betont: „Alexander Kluge war ein intellektueller Grenzgänger – ein präzise denkender Analytiker gesellschaftlicher Wirklichkeit und demokratischer Prozesse und zugleich ein witziger, oft lakonischer Erzähler, der große politische Fragen in eigensinnige, überraschende Geschichten übersetzte.”

Alexander Kluges Wirken reicht weit über Kunst und Kultur hinaus und hat auch die Erwachsenenbildung nachhaltig beeinflusst. Kluge verstand Bildung stets als offenen, kritischen Prozess – als kontinuierliches Hinterfragen von gesellschaftlichen Entwicklungen und als Einladung zum eigenständigen Denken. Gerade in der Erwachsenenbildung bleibt dieser Zugang von zentraler Bedeutung. „Mit seinem Tod verliert die Öffentlichkeit eine unverwechselbare Stimme. Sein Werk jedoch bleibt – als Aufforderung zum Denken, zum Zweifel und zum Dialog. Wir sagen: Danke und herzliches Adieu“, so Schmid und Obrecht.

Sozialdemokratie trauert um Historikerin Brigitte Pellar

Die Sozialdemokratie trauert um Brigitte Pellar, die am 25. März 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Brigitte Pellar war über viele Jahrzehnte hinweg in vielfältigen Funktionen innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung tätig und hat diese mit ihrem Engagement maßgeblich mitgeprägt. Dr. Gerald Netzl, Bundesvorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer:innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist:nnen, betont: „Mit Brigitte Pellar verlieren wir eine Genossin mit außergewöhnlicher historischer Expertise. Über Jahrzehnte hinweg hat uns eine enge Zusammenarbeit verbunden. Ihr antifaschistischer Standpunkt war stets klar, kompromisslos und von tiefster Überzeugung getragen.“ SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid würdigt die Verstorbene: „Brigitte Pellar war eine große Historikerin, die durch zahlreiche Publikationen und ihre Arbeit wesentlich zur politischen Bildung beigetragen hat. Ihr wissenschaftliches und politisches Wirken wird weit über ihren Tod hinaus Bedeutung haben.“

Auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan hebt Pellars Rolle in der Bildungsarbeit hervor: „Brigitte Pellar war bis zuletzt eine wichtige Vortragende in der politischen Bildungsarbeit. Sie verstand es, Geschichte lebendig zu vermitteln und politische Zusammenhänge klar und nachvollziehbar darzustellen.“

Brigitte Pellar verbrachte den Großteil ihres Lebens und Wirkens im Alsergrund in Wien. Mit großer Konsequenz, tiefem Verantwortungsbewusstsein und unerschütterlicher Überzeugung setzte sich Brigitte Pellar für die Werte des Sozialismus ein. Besonders die Erinnerungsarbeit und der entschlossene Kampf gegen Faschismus waren ihr ein zentrales Anliegen, dem sie sich mit großer Ernsthaftigkeit und persönlicher Hingabe widmete. Ihr Wirken war getragen von Haltung, Wissen und dem festen Willen, gesellschaftliche Verantwortung nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben.

Mit Brigitte Pellar verliert die sozialdemokratische Bewegung eine aufrechte Sozialistin, eine überzeugte Antifaschistin und eine engagierte Kämpferin für historische Verantwortung und politische Bildung. „Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren und in ihrem Sinne weiterarbeiten“, so Schmid und Netzl.

2. Prof.in Käthe-Sasso-Symposium 2026: Gemeinsam für Demokratie, Erinnerung und Zivilcourage

2024 wurde knapp nach ihrem Ableben das Käthe-Sasso-Symposium im Auftrag des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig ins Leben gerufen, um im Sinne der Widerstandskämpferin Käthe Sasso zu wirken. Ziel ist es, über Parteigrenzen hinweg unterschiedliche Perspektiven einzubinden und zentrale gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu diskutieren. Die erste Ausgabe fand im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt, die zweite Ausgabe wurde an ihrem 100. Geburtstag am 18. März in der Volkshochschule Favoriten abgehalten.

Eröffnung im Zeichen von Geschichte und Verantwortung

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, brachte bei der Eröffnung der Veranstaltung das Leitmotiv auf den Punkt: „Die Menschen zum Denken zu bringen, zum Sehen und Hören zu bringen, das ist unsere Aufgabe.“ Dieses Zitat von Rosa Jochmann unterstreicht den Anspruch der Bildungsarbeit. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, sich immer wieder die Frage nach dem „Warum“ zu stellen.

Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal eröffnete das Symposium mit einem Blick auf Favoriten als traditionsreichen Bezirk der Arbeiter:innenbewegung. Sie erinnerte an die Geschichte des Roten Wien und hob insbesondere die Errungenschaften im Wohnbau hervor. Gleichzeitig warnte sie vor aktuellen demokratiepolitischen Herausforderungen wie wachsendem Antisemitismus und rechtsextremen Ideologien. Käthe Sasso würdigte sie als prägende Persönlichkeit der Erinnerungskultur, deren Vermächtnis heute weitergetragen werden müsse. „Umso wichtiger sind klare Haltung, Wachsamkeit und Widerstand“, so Gaal.

Auch Dr. Sascha Obrecht, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Direktor des Karl-Renner-Instituts, betonte die Bedeutung des Symposiums als Ort des Lernens und der Weitergabe von Werten. Käthe Sasso stehe für Mut, Widerstand und Menschlichkeit unter extremsten Bedingungen. Zugleich verwies er auf die Verantwortung politischer Bildung: Geschichte müsse nicht nur erinnert, sondern auch verstanden werden, um daraus Handlungsfähigkeit für die Gegenwart abzuleiten. „Geschichte ist nichts Abgeschlossenes – sie stellt uns immer wieder vor die Frage, wie wir heute handeln“, so Obrecht.

Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie im Fokus

Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Präsidentin des Kuratoriums der Wiener Bildungsakademie, unterstrich die Aktualität der drei zentralen Themen des Symposiums: Erinnerungskultur, Zivilcourage und Demokratie. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, die Erfahrungen von Zeitzeug:innen so zu vermitteln, dass sie für kommende Generationen verständlich und erlebbar bleiben. Gleichzeitig stellte sie die Frage nach neuen Formen von Zivilcourage – insbesondere angesichts von Hass im digitalen Raum – sowie nach Antworten auf Desinformation und hybride Bedrohungen. „Die Frage ist, wie wir Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie heute konkret weitertragen und verteidigen“, so Bayr.

Käthe Sasso im historischen Kontext

In der Gesprächsrunde „Wer war Käthe Sasso?“ zeichneten Brigitte Fenko, ORF-Mitarbeiterin a.D. und langjährige Lebensfreundin von Käthe Sasso, sowie Dr.in Karin Moser, Medienhistorikerin und stellvertretende Direktorin der Wiener Bildungsakademie, ein eindrucksvolles Bild der Nachkriegszeit. Sie zeigten, wie die anfängliche Entnazifizierung rasch in den Hintergrund trat und der sogenannte Opfermythos zur Verdrängung beitrug. Überlebende wurden häufig marginalisiert und zum Schweigen gedrängt. Käthe Sasso hingegen blieb standhaft, berichtete öffentlich und setzte sich unermüdlich für Aufklärung ein. „Erinnerung war lange von Verdrängung geprägt – und Zivilcourage bedeutete oft, überhaupt gehört zu werden.“

Erinnerung als demokratischer Prozess

Mag.a Nina Abrahamczik, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses u.a. für Demokratie, sowie Nikolaus Kunrath, Bezirksrat und ehemaliger Landtagsabgeordneter, widmeten sich den „Herausforderungen der Erinnerungskultur“. Dabei wurde deutlich, dass Erinnerung kein statischer Zustand ist, sondern ein aktiver gesellschaftlicher Prozess. Besonders wichtig sei es, auch bisher wenig sichtbare Opfergruppen einzubeziehen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu fördern. „Erinnerungskultur ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein aktiver, gesellschaftlicher Prozess.“

Zivilcourage als Auftrag

Christa Bauer, MAS, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees Österreich, sowie Mag.a Marie Lercher, Teilnehmerin des Käthe-Sasso-Lehrgangs, betonten die zentrale Rolle von Zivilcourage als Vermächtnis der Überlebenden und als Auftrag für die Gegenwart. Bildungsarbeit, Engagement und persönliches Handeln seien entscheidend, um demokratische Werte zu sichern – insbesondere angesichts zunehmender rechtsextremer Vorfälle. „Es liegt an uns allen, Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen.“

Grußworte und internationale Perspektive

In einer Videobotschaft würdigte die Salzburger Landeshauptfrau Mag.a Karoline Edtstadler Käthe Sasso als außergewöhnliche Persönlichkeit, die sie auch persönlich kennenlernen durfte. Sie hob deren Mut und Menschlichkeit hervor und unterstrich die Verantwortung, dieses Vermächtnis in herausfordernden Zeiten weiterzutragen: „Es ist unsere Aufgabe, ihr Vermächtnis weiterzutragen und für Menschlichkeit und Demokratie einzustehen.“

Demokratie unter Druck – neue Herausforderungen

In der abschließenden Gesprächsrunde diskutierten der ehemalige Chefredakteur Dr. Herbert Lackner sowie der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende und Dritte Wiener Landtagspräsident Prof. Dr. Gerhard Schmid über aktuelle Gefährdungen der Demokratie. Lackner verwies auf politische Entwicklungen sowie den zunehmenden Einfluss wirtschaftlicher Macht auf Medien und Politik. Schmid ergänzte, dass Demokratie kein Selbstläufer sei, sondern aktiv gestaltet werden müsse: „Demokratie muss ständig in Bewegung gehalten und aktiv verteidigt werden.“

Darüber hinaus warnte Schmid vor einer neuen strukturellen Gefahr: einer Verbindung von wirtschaftlicher Macht und politischem Einfluss, die er als „eine Art oligarchischer Kapitalismus“ beschreibt. Dieser stelle eine „extreme Bedrohung der Demokratie“ dar. Als zentrale Antwort forderte er verstärkte Bildungsarbeit sowie einen breiten gesellschaftlichen Schulterschluss: „Wir müssen in Bildung investieren“ und „einen Schulterschluss aller weltoffenen, liberalen und humanistischen Kräfte herbeiführen.“ Orientierung biete dabei das Vermächtnis Käthe Sassos – „Zivilcourage und Hartnäckigkeit“ als Auftrag, „dranzubleiben und sich am Ende durchzusetzen“.

Gemeinsamer Auftrag für die Zukunft

Das Symposium machte deutlich: Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie sind untrennbar miteinander verbunden. In einer Zeit wachsender Herausforderungen braucht es Engagement, Bildung und Zusammenhalt. Käthe Sasso bleibt dabei eine zentrale Orientierung – als Mahnerin, als Vorbild und als Auftrag für kommende Generationen.

Abschließend wurde zum weiteren Austausch eingeladen.

Ein besonderer Dank gilt den Mitwirkenden und Partnerorganisationen – darunter die SPÖ-Bildung, die Wiener SPÖ-Bildung, das Karl-Renner-Institut und die Wiener Bildungsakademie – und allen Unterstützer:innen hinter den Kulissen sowie Kurt Brazda, der seinen Film im Auftrag des WIFAR umgesetzt hat: https://www.film.at/erschlagt-mich-ich-verrate-nichts-kaethe-s

Alle Fotos: Christian Bader: https://www.flickr.com/photos/196943159@N03/albums/72177720332607671