Schmid: “Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart”

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ist tief betroffen über das Ableben von Alexander Kluge, der am 25. März 2026 verstorben ist. „Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Als Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph und öffentlicher Denker prägte Kluge über Jahrzehnte hinweg den gesellschaftlichen Diskurs und setzte sich intensiv mit Fragen von Demokratie, Öffentlichkeit und Bildung auseinander“, so Schmid, der betont: „Wir verabschieden uns von einem der großen Denker unserer Zeit. Sein Zugang zur Welt – geprägt von Neugier, kritischer Reflexion und einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge – ist heute aktueller denn je. Gerade in einer Zeit, in der Wissen schnelllebig erscheint, müssen seine Werte und sein Denken besonders beachtet werden. Es ist unsere Aufgabe, dieses intellektuelle Erbe lebendig zu halten“, so Schmid..

Schmid verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von Auszeichnungen für intellektuelle Leistungen: „Wir freuen uns, dass wir mit dem ‚Maria-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse‘ einen Rahmen geschaffen haben, um das Lebenswerk bedeutender Vordenkerinnen und Vordenker zu würdigen. In immer kürzeren Abständen verabschieden wir uns von großen Persönlichkeiten – umso wichtiger ist es, ihr Denken weiterzutragen“, so Schmid.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Alexander Kluge war Zeit seines Lebens ein kritischer Denker, der unbeirrt nach dem ‚Warum‘ gefragt hat. Es war für ihn selbstverständlich, sich auch gegen den Mainstream zu positionieren und neue Perspektiven einzubringen. Gerade diese Haltung ist für die politische Bildung und Erwachsenenbildung von unschätzbarem Wert.“

Alexander Kluge wurde 2008 mit dem „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch” für sein publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet – ein Ausdruck seiner herausragenden Bedeutung für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, wie auch der Direktor des Karl-Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht betont: „Alexander Kluge war ein intellektueller Grenzgänger – ein präzise denkender Analytiker gesellschaftlicher Wirklichkeit und demokratischer Prozesse und zugleich ein witziger, oft lakonischer Erzähler, der große politische Fragen in eigensinnige, überraschende Geschichten übersetzte.”

Alexander Kluges Wirken reicht weit über Kunst und Kultur hinaus und hat auch die Erwachsenenbildung nachhaltig beeinflusst. Kluge verstand Bildung stets als offenen, kritischen Prozess – als kontinuierliches Hinterfragen von gesellschaftlichen Entwicklungen und als Einladung zum eigenständigen Denken. Gerade in der Erwachsenenbildung bleibt dieser Zugang von zentraler Bedeutung. „Mit seinem Tod verliert die Öffentlichkeit eine unverwechselbare Stimme. Sein Werk jedoch bleibt – als Aufforderung zum Denken, zum Zweifel und zum Dialog. Wir sagen: Danke und herzliches Adieu“, so Schmid und Obrecht.