Tag -Nachruf

Schmid: “Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart”

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ist tief betroffen über das Ableben von Alexander Kluge, der am 25. März 2026 verstorben ist. „Mit Alexander Kluge verliert Europa einen der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Als Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph und öffentlicher Denker prägte Kluge über Jahrzehnte hinweg den gesellschaftlichen Diskurs und setzte sich intensiv mit Fragen von Demokratie, Öffentlichkeit und Bildung auseinander“, so Schmid, der betont: „Wir verabschieden uns von einem der großen Denker unserer Zeit. Sein Zugang zur Welt – geprägt von Neugier, kritischer Reflexion und einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge – ist heute aktueller denn je. Gerade in einer Zeit, in der Wissen schnelllebig erscheint, müssen seine Werte und sein Denken besonders beachtet werden. Es ist unsere Aufgabe, dieses intellektuelle Erbe lebendig zu halten“, so Schmid..

Schmid verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von Auszeichnungen für intellektuelle Leistungen: „Wir freuen uns, dass wir mit dem ‚Maria-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse‘ einen Rahmen geschaffen haben, um das Lebenswerk bedeutender Vordenkerinnen und Vordenker zu würdigen. In immer kürzeren Abständen verabschieden wir uns von großen Persönlichkeiten – umso wichtiger ist es, ihr Denken weiterzutragen“, so Schmid.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Alexander Kluge war Zeit seines Lebens ein kritischer Denker, der unbeirrt nach dem ‚Warum‘ gefragt hat. Es war für ihn selbstverständlich, sich auch gegen den Mainstream zu positionieren und neue Perspektiven einzubringen. Gerade diese Haltung ist für die politische Bildung und Erwachsenenbildung von unschätzbarem Wert.“

Alexander Kluge wurde 2008 mit dem „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch” für sein publizistisches Gesamtwerk ausgezeichnet – ein Ausdruck seiner herausragenden Bedeutung für den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, wie auch der Direktor des Karl-Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht betont: „Alexander Kluge war ein intellektueller Grenzgänger – ein präzise denkender Analytiker gesellschaftlicher Wirklichkeit und demokratischer Prozesse und zugleich ein witziger, oft lakonischer Erzähler, der große politische Fragen in eigensinnige, überraschende Geschichten übersetzte.”

Alexander Kluges Wirken reicht weit über Kunst und Kultur hinaus und hat auch die Erwachsenenbildung nachhaltig beeinflusst. Kluge verstand Bildung stets als offenen, kritischen Prozess – als kontinuierliches Hinterfragen von gesellschaftlichen Entwicklungen und als Einladung zum eigenständigen Denken. Gerade in der Erwachsenenbildung bleibt dieser Zugang von zentraler Bedeutung. „Mit seinem Tod verliert die Öffentlichkeit eine unverwechselbare Stimme. Sein Werk jedoch bleibt – als Aufforderung zum Denken, zum Zweifel und zum Dialog. Wir sagen: Danke und herzliches Adieu“, so Schmid und Obrecht.

Sozialdemokratie trauert um Historikerin Brigitte Pellar

Die Sozialdemokratie trauert um Brigitte Pellar, die am 25. März 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Brigitte Pellar war über viele Jahrzehnte hinweg in vielfältigen Funktionen innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung tätig und hat diese mit ihrem Engagement maßgeblich mitgeprägt. Dr. Gerald Netzl, Bundesvorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer:innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist:nnen, betont: „Mit Brigitte Pellar verlieren wir eine Genossin mit außergewöhnlicher historischer Expertise. Über Jahrzehnte hinweg hat uns eine enge Zusammenarbeit verbunden. Ihr antifaschistischer Standpunkt war stets klar, kompromisslos und von tiefster Überzeugung getragen.“ SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid würdigt die Verstorbene: „Brigitte Pellar war eine große Historikerin, die durch zahlreiche Publikationen und ihre Arbeit wesentlich zur politischen Bildung beigetragen hat. Ihr wissenschaftliches und politisches Wirken wird weit über ihren Tod hinaus Bedeutung haben.“

Auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan hebt Pellars Rolle in der Bildungsarbeit hervor: „Brigitte Pellar war bis zuletzt eine wichtige Vortragende in der politischen Bildungsarbeit. Sie verstand es, Geschichte lebendig zu vermitteln und politische Zusammenhänge klar und nachvollziehbar darzustellen.“

Brigitte Pellar verbrachte den Großteil ihres Lebens und Wirkens im Alsergrund in Wien. Mit großer Konsequenz, tiefem Verantwortungsbewusstsein und unerschütterlicher Überzeugung setzte sich Brigitte Pellar für die Werte des Sozialismus ein. Besonders die Erinnerungsarbeit und der entschlossene Kampf gegen Faschismus waren ihr ein zentrales Anliegen, dem sie sich mit großer Ernsthaftigkeit und persönlicher Hingabe widmete. Ihr Wirken war getragen von Haltung, Wissen und dem festen Willen, gesellschaftliche Verantwortung nicht nur einzufordern, sondern selbst vorzuleben.

Mit Brigitte Pellar verliert die sozialdemokratische Bewegung eine aufrechte Sozialistin, eine überzeugte Antifaschistin und eine engagierte Kämpferin für historische Verantwortung und politische Bildung. „Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren und in ihrem Sinne weiterarbeiten“, so Schmid und Netzl.

SPÖ-Bundesbildung zum Tod von Jürgen Habermas: Ein Jahrhundertdenker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit

Mit großer Betroffenheit reagiert die SPÖ-Bundesbildungsorganisation auf den Tod des deutschen Philosophen und Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Habermas galt als einer der bedeutendsten Denker der Gegenwart und als einer der prägendsten öffentlichen Intellektuellen Europas. Der Bundesbildungsvorsitzende der SPÖ, Prof. Dr. Gerhard Schmid, würdigt Habermas als einen der wichtigsten theoretischen Wegweiser der demokratischen Nachkriegsordnung: „Einer der größten Theoretiker weltweit ist von uns gegangen. Die Lehren aus der Geschichte der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den größten Verbrechen der Menschheit müssen ein unerschütterliches Bekenntnis zu einer gelebten Demokratie sein. Man kann die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ohne Jürgen Habermas denken. Er war ein Jahrhundert-Theoretiker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit – ein vorbildhafter und unverzichtbarer intellektueller Leuchtturm. Habermas war stets ein Verbinder von Politik und Praxis. Denn ohne Theorie gibt es auch keine Praxis. Die Welt ist durch seinen Tod um vieles ärmer geworden.“

Habermas prägte über Jahrzehnte hinweg die politische Philosophie, die Sozialwissenschaften und den demokratischen Diskurs in Europa. Mit Werken wie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der „Theorie des kommunikativen Handelns“ sowie seiner Diskurstheorie von Moral und Recht setzte er Meilensteine der modernen Gesellschaftstheorie und der politischen Philosophie.

Der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, selbst Politikwissenschaftler, erinnert an die prägende Rolle Habermas’ für Generationen von Studierenden und Forschenden: „Während meines Studiums habe ich mich in vielen intensiven Auseinandersetzungen mit Habermas’ Werk beschäftigt. Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt er zu Recht als einer der produktivsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit. Er hat den historischen Materialismus von Karl Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, mit entwicklungspsychologischen Ansätzen von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg sowie mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds verbunden. Damit hat er die Sozialwissenschaften ebenso geprägt wie die Moral- und Sozialphilosophie.“ Markytan hebt hervor, dass Habermas stets versuchte, das Projekt der Moderne weiterzuentwickeln: „Das übergeordnete Motiv seines Werkes war die Versöhnung der mit sich selbst zerfallenden Moderne. Habermas wollte zeigen, dass demokratische Gesellschaften durch Verständigung, Diskurs und Argumente zusammengehalten werden können.“

Auch in wissenschaftlichen Grundsatzdebatten prägte Habermas die Sozialwissenschaften entscheidend. So stellte er im sogenannten Positivismusstreit die Auffassung infrage, dass empirische Wissenschaften völlig unabhängig von den normativen und rationalen Standards seien, die innerhalb wissenschaftlicher Gemeinschaften ausgehandelt werden. Wissenschaftliche Erkenntnis entstehe nicht isoliert, sondern in einem verständigungsorientierten Diskurs innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte Habermas vor einer rein instrumentellen Sicht auf Sozialwissenschaften, die gesellschaftliche Prozesse wie technische Systeme behandeln wolle. Eine solche Perspektive verkenne, dass gesellschaftliche Wirklichkeit von Kommunikation, Normen und demokratischer Verständigung geprägt ist.

Für SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid bleibt Jürgen Habermas damit ein bleibender Orientierungspunkt für demokratische Bildung, kritisches Denken und die Verteidigung einer offenen Gesellschaft. „Sein Denken erinnert uns daran, dass Demokratie nicht nur Institution ist, sondern ein fortwährender Prozess der Verständigung“, so Schmid abschließend. „Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung bleibt Habermas’ Werk aktueller denn je.“

Foto: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

Gerhard Schmid zum Ableben von Kammersänger Harald Serafin

Berührende Worte zum Ableben von Kammersänger Prof. Harald Serafin vom Vorsitzenden der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, Prof. Dr. Gerhard Schmid:

„Ruhe in Frieden lieber Harald. Du warst einer der Größten unserer Zeit und wir werden dich stets in dankbarer, ehrender Erinnerung behalten. Dein Eintreten für Toleranz, Humanität und die Schwachen war genauso beispiellos wie deine künstlerische Karriere. Deine Menschlichkeit, deine Herzlichkeit und dein Humor werden an allen Ecken und Enden fehlen. Österreich ist heute ärmer geworden. Ein letztes ‚Wunderbar‘, lieber Harald.

Im November 2022 war Harald Serafin zu Gast bei den „Zeitgespräche mit Gerhard Schmid“. In Memoriam Harald Serafin sehen Sie hier das Video dieses kurzweiligen Gesprächs:

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SPÖ Bildung trauert um Rainer Wimmer – Schmid: „ Verlieren außergewöhnlichen Menschen und konsequenten Kämpfer für Gerechtigkeit“

In tiefer Trauer nimmt die die SPÖ-Bundesbildung Abschied von Rainer Wimmer, der am 24. Juni im Alter von 69 Jahren verstorben ist. „Mit Rainer Wimmer verlieren wir einen außergewöhnlichen Menschen und konsequenten Kämpfer für Gerechtigkeit. Wir verlieren einen Freund, der mit Herzenswärme, Humor und Handschlagqualität beeindruckte. Sein Engagement für die arbeitenden Menschen, seine tiefe Verwurzelung in der Gewerkschaftsbewegung und seine Menschlichkeit hinterlassen eine Lücke, die kaum zu füllen ist“, so SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. „Wimmer vereinte Stärke im Handeln, Klugheit im Denken und Freundschaft“, so Schmid, der betont, dass seine Bodenständigkeit und sein Mut Wimmer zu einer Ausnahmeerscheinung in der politischen Landschaft unseres Landes machten. ****

„Rainer war vieles: Metallerbundesvorsitzender, langjähriger Abgeordneter zum Nationalrat, aber vor allem war er ein aufrichtiger Freund und Kämpfer für die Menschen im besten Sinne des Wortes“, so Schmid. Wimmer wusste stets, was es heißt, hart zu arbeiten, und setzte sich sein Leben lang für bessere Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und faire Löhne ein. Besonders die Anliegen der Lehrlinge, der Betriebsrät*innen und der Kolleg*innen in der Produktion lagen ihm am Herzen: „Er war kein Mann großer Worte, sondern einer, der zuzuhören wusste und dann mit Klarheit und Entschlossenheit handelte“, so Schmid.

Auch die Bildungsarbeit war Rainer Wimmer ein Herzensanliegen. „Rainer war ein Freund der Bildungsbewegung, ein großer Demokrat und ein geschätzter Vortragender in der Wiener Parteischule“, erinnert sich SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der Rainer Wimmer über viele Jahre in der politischen Bildungsarbeit erleben durfte. „Sein Wirken war nie auf Schlagzeilen ausgerichtet, sondern auf Wirkung – für die Menschen, für das Miteinander, für ein besseres Leben in Würde. Das macht Rainer Wimmer zu einem Vorbild über seinen Tod hinaus“, so Markytan.

„Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, die einen Ehemann, Vater, Großvater und Bruder verliert“, so Schmid und Markytan, die betonen: „Rainer Wimmer bleibt unvergessen – als Mensch, als Kämpfer, als Freund.“

Trauer um Kammerschauspielerin Elisabeth Orth: Eine große Stimme für Kunst, Demokratie und Menschlichkeit ist verstummt

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und SPÖ Wien-Kultursprecher Gerhard Schmid: „Elisabeth Orth war eine Ausnahmekünstlerin und ein moralischer Kompass unserer Republik.“

Mit großer Betroffenheit reagiert der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation und Kultursprecher der SPÖ-Wien, LAbg. Gerhard Schmid, auf den Tod von Kammerschauspielerin Elisabeth Orth. Für ihn ist ihr Ableben ein schmerzlicher Verlust für Wien, für Österreich und für alle, die sich mit der Freiheit der Kunst und einer offenen Gesellschaft verbunden fühlen:

„Mit dem Tod von Elisabeth Orth verliert unser Land nicht nur die Doyenne des Burgtheaters, sondern eine unerschütterliche Kämpferin für Demokratie, Menschlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Elisabeth Orth war weit mehr als eine gefeierte Bühnenkünstlerin. Sie war eine mahnende Stimme der Republik, eine Aufrechte, die stets für die Grundwerte unserer Gesellschaft eingestanden ist – mit Haltung, Überzeugung und Mut.“

Über Jahrzehnte hinweg habe Elisabeth Orth das Theater in all seinen Dimensionen mitgeprägt. Ihr Wirken sei – so Schmid – untrennbar mit der kulturellen Identität Wiens und Österreichs verbunden: „Sie hat dem Theater ein unverrückbares Fundament gegeben. Ihre künstlerische Brillanz wurde mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt, doch ihr bleibender Wert liegt auch in ihrem unermüdlichen gesellschaftspolitischen Engagement.“

Gerade in einer Zeit, in der die Zweite Republik ihren 80. Geburtstag feiert, erinnere der Tod von Elisabeth Orth daran, wie entscheidend Persönlichkeiten wie sie zur demokratischen Entwicklung beigetragen haben: „Sie war eine der großen moralischen Instanzen unseres Landes, eine Frau, die sich stets Seite an Seite mit den Schwächeren gestellt hat – für ein solidarisches Österreich, für ein lebenswertes Wien.“

Im Namen der sozialdemokratischen Bewegung spricht Gerhard Schmid der Familie und den Freund*innen von Elisabeth Orth tief empfundene Anteilnahme aus: „Wir nehmen Abschied von einer einzigartigen Künstlerin, einer mutigen Demokratin und einer wahren Patriotin. Ihr Andenken wird uns Auftrag und Verpflichtung zugleich sein.“

Gerhard Schmid tief betroffen vom Ableben Peter Kostelkas

Tief betroffen vom Ableben von Peter Kostelka zeigt sich der Vorsitzende der SPÖ Bundesbildungsorganisation, Gerhard Schmid. „Mit Peter Kostelka verliert die österreichische Sozialdemokratie einen über Jahrzehnte hinweg engagierten und erfolgreichen Spitzenfunktionär. In der Fassungslosigkeit über seinen plötzlichen Tod fällt es schwer die richtigen Worte zu finden. Peter Kostelka hat als Abgeordneter, Staatssekretär, Klubobmann, Volksanwalt und Vorsitzender des Pensionistenverbandes Großartiges und Nachhaltiges geleistet. Er wird uns als eine aufrechte Stimme, die konsequent sozialdemokratische Positionen vertreten hat, in Erinnerung bleiben. Im Wirken der sozialdemokratischen Familie war er eine unverzichtbare Größe. Der menschliche Verlust ist unbeschreiblich. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten in diesen schweren Stunden seiner Familie sowie seinen Freundinnen und Freunden. Wir werden Peter Kostelka stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

 

Gerhard Schmid zum Ableben von Bundesminister a.D. Erwin Lanc

„Erwin Lanc war einer der großen gestaltenden Politiker der Zweiten Republik, eine politische Ausnahmeerscheinung und ein bis zuletzt aufrechter Sozialdemokrat. Einer, der immer seine Stimme, die von einer unvergleichbaren Offenheit geprägt war, erhoben hat. Er war einer der großen Architekten der Politik der ‚Ära Kreisky‘ und hat in allen politischen Ämtern und Funktionen sein Verantwortungsbewusstsein eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, betonte SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Als Mitglied gesetzgebender Körperschaften, als Bundesminister für Verkehr, Inneres und Auswärtige Angelegenheiten, hat sich Lanc größte Verdienste um unser Land erworben. Als sozialdemokratischer Funktionär, von seiner Bezirksorganisation in Wien Margareten bis hin zu höchsten Bundesfunktionen, habe er stets für soziale Gerechtigkeit und ein humanistisches Menschenbild gekämpft, so Schmid.

„Erwin Lanc war primär – ganz im Sinne unserer Tradition – ein politischer Generalist, der sein Spezialwissen stets mit seinen Grundsätzen in Einklang brachte. Die Bildungspolitik war ihm stets ein wichtiges Anliegen“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende, der an Lanc‘ Vorträge, Beiträge und Erzählungen erinnerte, die „nicht nur zuverlässige Höhepunkte von Veranstaltungen waren, sondern stets die Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie und ihrer Grundprinzipien widerspiegelten“. Diesen Prinzipien sei Lanc bis zuletzt zutiefst verbunden gewesen.

Sein Eintreten für die Neutralität sei immer mit einem Bekenntnis zu einer aktiven Außenpolitik verbunden gewesen. „Erwin Lanc war ein Internationalist im besten Sinne des Wortes, eng verbunden mit dem internationalen Geist unserer Bewegung“, so Schmid. Im Wissen um die Geschichte unseres Landes war dem aktiven Antifaschisten die Aufklärung und Erinnerungsarbeit stets wichtig. Den Schwachen zu helfen und Verantwortung einzumahnen, stelle ihn in eine Reihe mit den großen Theoretikern unserer Bewegung, so Schmid, der betonte, dass Lanc die Fähigkeit der politischen Analyse im Geiste Otto Bauers hatte und stets die politische Theorie auf die praktische Arbeit des Politikers heruntergebrochen habe.

„Er war immer dort, wo auch die Menschen waren, und seine Volksverbundenheit war sprichwörtlich. In diesem Sinne hat er sich auch seit seinen Jugendtagen für seinen geliebten Handballsport engagiert und höchste Funktionen als österreichischer und Weltpräsident des Handballes erreicht. Bis ins hohe Alter hat er kaum ein Spiel seiner Fivers WAT Margareten versäumt“, so Schmid.

„Es hat uns ein Mensch und Freund verlassen, der völlig zurecht einen unverrückbaren Platz in unseren Geschichtsbüchern erworben hat. Ich verliere einen väterlichen Freund, dem ich unendlich dankbar bin für seine Ratschläge, mahnenden Worte und die Gespräche, die ich mit ihm führen durfte. In diesen Stunden gilt unsere Anteilnahme seiner großartigen Frau Chris und seiner Familie. Wir werden Erwin niemals vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken in großer Dankbarkeit bewahren“, so SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid.

 

Schmid zum Ableben von Hannes Androsch: Ein Visionär und Kämpfer für ein modernes Bildungssystem ist von uns gegangen

Tief betroffen vom Ableben des früheren Finanzministers Hannes Androschs zeigte sich der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, Gerhard Schmid: „Er war ein Visionär, ein politischer Mensch im besten Sinne, einer, der seinen Überzeugungen immer treu geblieben ist, und er war ein erfolgreicher Wirtschaftstreibender mit sozialem Gewissen.“ Schmid würdigte den Verstorbenen als vehementen Verfechter eines zukunftsorientierten Bildungssystems und verwies in diesem Zusammenhang auf das von Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren: „Hannes Androsch wurde nicht müde, eine echte Bildungsreform einzufordern. Bildung bezeichnete er als die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Für die SPÖ-Bildungsorganisation war er immer ein aktiver Mitstreiter für eine progressive Bildungspolitik. Wir werden seine Ideen und seine Forderungen in seinem Sinn mit aller Kraft weiter verfolgen“, so Schmid, und abschließend: „Im Namen der SPÖ-Bundesbildungsorganisation möchte ich seiner Familie in diesen schweren Stunden unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“

Abschied von Fritz Edlinger

Mit Fritz Edlinger verliert die politische Bildungs- und Friedensarbeit in Österreich einen bedeutenden Vordenker und Akteur. Der 75-Jährige, der am 4. Dezember 2024 verstarb, hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk, das geprägt war von seinem Engagement für Dialog und Verständigung, insbesondere in konfliktreichen Regionen wie dem Nahen Osten. Zeit seines Lebens war er ein wichtiger Teil der sozialdemokratischen Arbeiter*innen-Bewegung, der er sich schon in jungen Jahren anschloss und in der es sich bis zum Lebensende treu und intensiv engagierte. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid: „Fritz Edlinger war langjähriger Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen und setzte sich intensiv für Frieden und Gerechtigkeit im arabischen Raum ein. Sein umfassendes Wissen und sein Netzwerk machten ihn zu einem unverzichtbaren Brückenbauer zwischen den Kulturen. Er kritisierte vehement die einseitige Berichterstattung über den Nahen Osten und widmete sich mit der von ihm herausgegebenen Zeitschrift International einer ausgewogenen Darstellung globaler politischer Zusammenhänge. Diese Publikation gilt als einzigartige Quelle kritischer Analyse und hat Generationen von Politikern, Journalisten und Wissenschaftlern geprägt.“

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan erinnert sich: „Neben seiner journalistischen Tätigkeit organisierte Edlinger zahlreiche Konferenzen und Veranstaltungen, die den Diskurs über Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit förderten, viele davon in den Räumlichkeiten der Bildungsorganisationen der SPÖ. Er war bekannt für seine klare Haltung gegen Krieg und Imperialismus, was sich in seinen Reden und Schriften widerspiegelt.“ Seine Beiträge zur österreichischen und internationalen Friedensbewegung sowie sein Einsatz für eine differenzierte Sicht auf die arabische Welt werden unvergessen bleiben. Fritz Edlinger hinterlässt eine große Lücke, nicht nur in der politischen Landschaft, sondern auch in den Herzen all jener, die ihn als Mentor, Kollegen und Freund geschätzt haben.

“Lieber Fritz, einige Jahre nachdem wir schon deinen Bruder Rudi unerwartet verloren haben, müssen wir nun auch von dir Abschied nehmen. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation bedankt sich für deine Zusammenarbeit, deine Loyalität und deine so unzähligen, wertvollen Beiträge für eine gerechtere und Friedliche Welt”, so Gerhard Schmid.

Foto: https://www.nachdenkseiten.de/