Tag -Wolfgang Markytan

Heinz Fischer präsentierte „Politik braucht ein Gewissen“ im Schlosstheater Schönbrunn

Mehr als 100 Gäste bei Buchpräsentation und Gespräch mit Hilde Hawlicek über Politik, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen

Mehr als 100 Gäste besuchten am Donnerstag die Präsentation von Heinz Fischers fünfbändiger Edition „Politik braucht ein Gewissen – Reden 1971–2025“ im Schlosstheater Schönbrunn. Im Gespräch mit der ehemaligen Bundesministerin Hilde Hawlicek blickte der frühere Bundespräsident auf mehrere Jahrzehnte österreichischer Politik zurück. Veranstaltet wurde der Nachmittag von der SPÖ-Bundesbildung und der Wiener Bildungsakademie.

Die Edition versammelt 832 Reden aus Fischers politischem Wirken zwischen 1971 und 2025. Sie reicht von seiner Zeit als Nationalratsabgeordneter über seine Tätigkeit als Wissenschaftsminister und Nationalratspräsident bis zu seiner Bundespräsidentschaft und den Jahren danach. Die Reden werden in ihren jeweiligen politischen und historischen Zusammenhang gestellt.

Schmid: Erfahrungen an kommende Generationen weitergeben

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Gerhard Schmid, Vorsitzendem der SPÖ-Bundesbildung und Drittem Präsidenten des Wiener Landtages. „Politische Bildung bedeutet für mich immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen unterschiedlicher Generationen weiterzugeben. Gerade die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte ist dabei unverzichtbar“, betonte Schmid. Fischers Erfahrungen zu dokumentieren und darüber zu diskutieren, sei ein wertvoller Beitrag für kommende Generationen.

Fischer: Reden im Kontext ihrer Zeit betrachten

Das Gespräch zwischen Fischer und Hawlicek moderierte der Historiker Flavio Schily. Fischer hob hervor, dass seine Reden in sehr unterschiedlichen politischen Situationen entstanden seien: „Es ist wichtig, diese Reden immer auch in ihrem damaligen politischen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen.“ Gerade dieser Zusammenhang mache die Edition auch zu einem Dokument österreichischer Zeitgeschichte. Fischer dankte seiner Frau Margit für ihre langjährige Unterstützung sowie dem Czernin Verlag für die Umsetzung der fünfbändigen Ausgabe.

Hawlicek erinnerte an die lange gemeinsame Geschichte mit Fischer: „Wir waren bereits befreundet, bevor sich unsere politischen Wege immer wieder gekreuzt haben.“ Neben der politischen Arbeit seien ihr viele persönliche und freudvolle Momente in Erinnerung geblieben.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Bundesrat Wolfgang Markytan unterstrich den Wert des persönlichen Austauschs: „Geschichte wird besonders greifbar, wenn jene Menschen darüber erzählen, die selbst dabei waren und politische Entwicklungen mitgestaltet haben. Genau diesen Austausch zwischen den Generationen wollen wir mit unserer Bildungsarbeit ermöglichen.“

Im Anschluss nahm sich Fischer Zeit für Gespräche, Fotos und die Signierung der vor Ort erhältlichen Bücher.

Fotos: SPÖ Bildung/Christian Bader

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Schmid: Bildung ist wesentliche Voraussetzung für eine starke Demokratie

Gelungener Auftakt zum Herbstausbildungsprogramm der Wiener Bildungsakademie

Mit einem voll besetzten Saal und knapp 100 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist die Wiener Bildungsakademie in ihr Herbstausbildungsprogramm gestartet. Der traditionelle Semesterauftakt bot Gelegenheit, das umfangreiche Bildungsangebot kennenzulernen, mit Vortragenden und Trainern ins Gespräch zu kommen und sich direkt für die unterschiedlichen Angebote anzumelden.

Zum Auftakt hielt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ein kurzes inhaltliches Referat über den Stellenwert politischer Bildung und die Bedeutung eines breiten Zugangs zu Wissen. „Politische Bildung bedeutet, Menschen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zu befähigen, Entwicklungen kritisch einzuordnen, eigene Positionen zu entwickeln und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist Bildung eine wesentliche Voraussetzung für eine lebendige und starke Demokratie“, betonte Schmid.

Im Anschluss präsentierten die Trainer:innen, Vortragenden und Bereichsleiter:innen ihre jeweiligen Angebote. Dabei konnten sich die Teilnehmer unmittelbar informieren, Fragen stellen und sich für die verschiedenen Formate des neuen Ausbildungsprogramms anmelden.

Der Semesterauftakt ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildungsarbeit der Wiener Bildungsakademie. Auch diesmal stand neben der Vorstellung des Programms vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Bei Gulaschsuppe, Chili und dem einen oder anderen Getränk wurde bis spät in die Nacht diskutiert – über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen und darüber, welchen Beitrag politische Bildung zu ihrer Bewältigung leisten kann.

Das Herbstprogramm 2026 umfasst wieder ein breites Spektrum an Lehrgängen, Ausbildungsserien, Workshops, Gedenkveranstaltungen und politischen Bildungsreisen. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf künstlicher Intelligenz, Arbeit und Arbeitsmarktpolitik, Frauenbildung, politischer Kommunikation sowie auf der Weiterführung technischer Ausbildungsangebote. Auch der österreichische Bundesrat, internationale politische Entwicklungen und Bildungsreisen – unter anderem zu den Midterm-Elections in den USA – finden sich im Programm.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der in der Wiener Bildungsakademie für das Ausbildungsprogramm verantwortlich ist, unterstrich den Anspruch, das Angebot laufend an den tatsächlichen Bedürfnissen der Teilnehmer auszurichten:

„Seit einigen Jahren entwickeln wir dieses umfangreiche Ausbildungsprogramm kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versuchen wir, politische Bildung genau dort anzusetzen, wo sie unmittelbar gebraucht wird. Deshalb fragen wir immer wieder nach: Wo gibt es Bedarf? Welche Themen beschäftigen die Menschen? Welche neuen Kompetenzen werden benötigt? Diese Rückmeldungen greifen wir auf und übersetzen sie möglichst rasch in konkrete Bildungsangebote.“

Einen besonderen Schwerpunkt bildet in diesem Semester der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Dabei sollen sowohl die Chancen der neuen Technologien als auch die damit verbundenen gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderungen thematisiert werden.

„Künstliche Intelligenz verändert bereits heute, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren und Informationen aufnehmen. Wir wollen zeigen, welche enormen Möglichkeiten darin liegen und wie wir diese sinnvoll nutzen können. Gleichzeitig müssen wir aber auch über die Gefahren sprechen – etwa über Manipulation, Desinformation und darüber, was passiert, wenn diese Technologien missbräuchlich eingesetzt werden oder in die Hände falscher Kräfte geraten. Politische Bildung muss Menschen das Wissen und die Werkzeuge geben, mit diesen Veränderungen selbstbestimmt und kritisch umzugehen“, so Markytan.

Der gelungene Abend zeigte einmal mehr, wie groß das Interesse an politischer Bildung, Austausch und Weiterbildung ist. Mit knapp 100 Teilnehmern und intensiven Gesprächen bis spät in die Nacht war der Semesterauftakt ein starker Start in einen vielfältigen Bildungsherbst der Wiener Bildungsakademie.

Hier geht es zum gesamten Ausbildungsprogramm Herbst 2026 mit allen Veranstaltungen, Lehrgängen, Workshops, Ausbildungsserien und Bildungsreisen.

Fotos: Christian Bader

Todestag von Fred Sinowatz – Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gedenkt des großen Bildungsreformers

Am 11. August 2008, ist Alfred „Fred“ Sinowatz in Wien verstorben. Er war Bundesminister für Unterricht und Kunst in der Ära Kreisky und nach dessen Rückzug aus der Politik von 1983 bis 1986 Bundeskanzler der Republik Österreich und von 1983 bis 1988 Bundesparteivorsitzender der SPÖ. „Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat und ein überzeugter Humanist. Darüber hinaus war er der Unterrichtsminister, der das Schulwesen in unserem Land entstaubt und modernisiert hat. Durch seine Reformen hat er Kindern und Jugendlichen eine höhere Schulbildung und damit bessere Zukunftsperspektiven ermöglicht. Mit der Errichtung von höheren Schulen in den Bezirkshauptstädten, der Abschaffung der Aufnahmeprüfung für die AHS, der Einführung von Schüler:innenfreifahrt, Gratis-Schulbüchern sowie Schul- und Heimbeihilfen hat er maßgeblich zur Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler beigetragen“, würdigt der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, LAbg. Gerhard Schmid, den ehemaligen Bundeskanzler und Bildungspolitiker anlässlich dessen 15. Todestages.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Wolfgang Markytan, fügt hinzu: „Fred Sinowatz war nicht nur ein vorausblickender Unterrichtsminister, sondern als Bundeskanzler war es ihm ein wichtiges Ziel, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Und das ist ihm mit seiner Politik gelungen. Er ist und bleibt für mich der meist unterschätzte Politiker Österreichs.“

 

10. Todestag von Mag. Karl Duffek: SPÖ-Bildung erinnert an einen prägenden Vordenker der sozialdemokratischen Bildungsarbeit

Anlässlich des 10. Todestages von Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen der bedeutendsten Gestalter der sozialdemokratischen Bildungsarbeit in Österreich. Als Bundesbildungssekretär der SPÖ, langjähriger Direktor des Dr.-Karl-Renner-Instituts, Internationaler Sekretär der SPÖ und Vizepräsident der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) prägte Duffek über Jahrzehnte die politische Bildungsarbeit sowie die programmatische Entwicklung der österreichischen und europäischen Sozialdemokratie. Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ, würdigt Mag. Karl Duffek als einen der prägenden Köpfe der sozialdemokratischen Bildungsarbeit: „Wir haben an Karl Duffek vor allem seine außergewöhnliche Vielseitigkeit geschätzt. Er war Vordenker, Organisator, Brückenbauer und Intellektueller zugleich. Er hat an zahlreichen Grundsatz- und Wahlprogrammen der SPÖ mitgearbeitet, politische Bildungsarbeit auf höchstem Niveau gestaltet und immer dort Verantwortung übernommen, wo seine Kompetenz gefragt war. Sein Anspruch, Wissenschaft, politische Praxis und gesellschaftlichen Dialog miteinander zu verbinden, prägt unsere Arbeit bis heute.“

Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, erinnert an Duffeks besondere Rolle in der politischen Bildungsarbeit: „Mag. Karl Duffek war über viele Jahre hinweg immer wieder Vortragender in der Wiener Parteischule. Mit seiner beeindruckenden fachlichen Kompetenz, seiner analytischen Klarheit und seinem feinen Humor hat er die Teilnehmer*innen begeistert und nachhaltig geprägt. Es war ihm ein großes Anliegen, politische Zusammenhänge verständlich zu machen und Menschen zum kritischen Denken anzuregen. Viele erinnern sich bis heute an seine Vorträge, die fachlich brillant und zugleich inspirierend waren. Dieses Verständnis von politischer Bildung ist bis heute Vorbild für unsere Arbeit.“

Dr.in Barbara Rosenberg, ehemalige Bundesbildungssekretärin der SPÖ, langjährige stellvertretende Direktorin des Dr. Karl-Renner-Instituts und Wegbegleiterin von Mag. Karl Duffek, erinnert an „Charlie“ Duffek: „‚Charlie‘ Duffek war ein außergewöhnlicher Intellektueller, der politische Bildung mit Leidenschaft und Weitblick gestaltet hat. Er konnte Menschen zusammenbringen, Debatten anstoßen und Räume schaffen, in denen neue Ideen entstehen konnten. Wer mit ihm gearbeitet hat, erinnert sich nicht nur an seine analytische Schärfe, sondern auch an seinen feinen Humor und seine große Menschlichkeit.“

Mag. Karl Duffek verstarb am 7. August 2016 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. Sein Wirken war geprägt von intellektueller Klarheit, politischer Integrität und der tiefen Überzeugung, dass politische Bildung die Grundlage einer lebendigen Demokratie ist.

Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und Sozialwissenschaften begann Duffek seine Tätigkeit am Karl-Renner-Institut als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bald übernahm er Führungsverantwortung als stellvertretender Direktor und leitete das Institut ab 1999 als Direktor. Von 1998 bis 2001 war er zudem Bundesbildungssekretär der SPÖ. In all seinen Funktionen setzte er sich dafür ein, politische Bildung als Ort des kritischen Denkens und des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Dr.-Karl-Renner-Institut zu einem anerkannten Forum für gesellschaftspolitische Debatten.

Mag. Karl Duffek spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des SPÖ-Grundsatzprogramms 1998, initiierte das Diskursprojekt „Netzwerk Innovation – Zukunftsfähige Politikprojekte“ und trug wesentlich dazu bei, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch zu einer weit über Österreich hinaus anerkannten Auszeichnung weiterzuentwickeln.

Auch auf europäischer Ebene setzte er nachhaltige Impulse. Als Internationaler Sekretär der SPÖ war er treibende Kraft bei der Gründung der Foundation for European Progressive Studies (FEPS), die 2008 ihre Arbeit in Brüssel aufnahm. Bis zu seinem Tod fungierte Duffek als deren Vizepräsident.

Seine Überzeugungen haben bis heute nichts an Aktualität verloren. Bereits 2013 schrieb Mag. Karl Duffek: „Die Sozialdemokratie muss im Dialog definieren, welche Gesellschaft aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Diese Verantwortung kann ihr nicht abgenommen werden.“ Wenige Monate vor seinem Tod formulierte er in seinem Beitrag Wege aus der Krise. Gedanken zur Lage der europäischen Sozialdemokratie: „Macht und Eigeninteressen werden in der Politik immer eine Rolle spielen, vor allem aber geht es um die Absicht, dem Gemeinwesen zu dienen und zu dessen positiver Weiterentwicklung und auch Veränderung beizutragen. Das mag sich ein wenig utopisch anhören, Utopie gehört aber zum Wesen der Sozialdemokratie. Darauf könnte sie sich vielleicht ein bisschen mehr besinnen.“

Mit dem Gedenken an Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen herausragenden Intellektuellen, überzeugten Sozialdemokraten und Europäer, dessen Wirken die politische Bildungsarbeit weit über seine Zeit hinaus geprägt hat. Sein Einsatz für demokratischen Diskurs, kritisches Denken und internationale Vernetzung bleibt Auftrag und Inspiration für die sozialdemokratische Bildungsarbeit.

Zu 125 Jahre Rosa Jochmann: „Ihr Vermächtnis bleibt Auftrag für Demokratie, Solidarität und politische Bildung“

Am 19. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Rosa Jochmann zum 125. Mal. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um an ihr außergewöhnliches Leben zu erinnern. Prof. Dr. Gerhard Schmid, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Dritter Präsident des Wiener Landtages, und Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Mitglied des Bundesrates und Leiter der Wiener Parteischule, betonen dazu: „Wie kaum eine andere Frau steht Rosa Jochmann für Menschlichkeit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.“

Schmid würdigt Rosa Jochmann als eine Persönlichkeit von zeitloser Bedeutung: „Rosa Jochmann war weit mehr als eine herausragende Gewerkschafterin und Widerstandskämpferin. Sie war eine große Demokratin und eine außergewöhnliche Pädagogin. Ihr gesamtes Leben war eine Lehrstunde darüber, was Haltung bedeutet. Sie zeigte, dass politische Bildung nicht beim Wissen endet, sondern Verantwortung, Mut und Menschlichkeit verlangt. Gerade heute erinnert uns ihr Lebensweg daran, wie gefährlich es ist, wenn demokratische Institutionen geschwächt, gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört und Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Demokratie beginnt nicht erst dort, wo sie verteidigt werden muss – sie muss jeden Tag gelebt werden“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende.

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation verstehe politische Bildung als Auftrag, „demokratische Überzeugungen zu stärken, historisches Bewusstsein zu fördern und Menschen zu befähigen, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten“, so Markytan. Rosa Jochmann sei dabei weit mehr als eine historische Persönlichkeit – „sie ist bis heute Maßstab für Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit“, so der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, der in Rosa Jochmann ein dauerhaftes Vorbild für die politische Bildungsarbeit sieht: „Rosa Jochmann hat uns gezeigt, dass Demokratie niemals selbstverständlich ist. Sie muss gelernt, gelebt und verteidigt werden. Ihr Leben beweist, dass selbst größte persönliche Leiden einen Menschen nicht daran hindern müssen, Hoffnung zu geben und Verantwortung für andere zu übernehmen.“

Gerade deshalb sei es auch eine besondere Ehre, einen Lehrgang der Wiener Parteischule nach Rosa Jochmann benannt zu haben: „Damit erinnern wir nicht nur an ihr beeindruckendes Lebenswerk, sondern machen ihre Werte zum festen Bestandteil unserer politischen Bildungsarbeit“, so Markytan.

Abschließend betonen Schmid und Markytan: „Rosa Jochmann bleibt für uns weit mehr als eine historische Persönlichkeit. Sie ist ein Vorbild, das unsere politische Bildungsarbeit bis heute prägt. Deshalb tragen viele Objekte in unserer Heimat ihren Namen, Preise werden nach ihr benannt und regelmäßig vergeben. Ihr Leben erinnert uns daran, dass Demokratie Mut braucht, Solidarität gelebt werden muss und Menschlichkeit niemals verhandelbar ist. Gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit stellen wir uns immer wieder die Frage: Was würde Rosa Jochmann heute sagen? Welche Haltung würde sie einnehmen? Diese Frage ist kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Zukunft. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, Demokratie zu stärken, Institutionen zu schützen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Rosa Jochmann bleibt Teil unserer Ausbildung, Teil unseres Selbstverständnisses und ein Kompass für kommende Generationen.“

Foto: Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch an Oliver Jens Schmitt

Die Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch stand auch heuer ganz im Zeichen von Geschichte, Demokratie und politischer Bildung. Als Mitinitiatorin und Mitveranstalterin war selbstverständlich auch die SPÖ-Bundesbildungsorganisation vertreten. Gemeinsam mit Mitgliedern des Bundesbildungspräsidiums nahm sie an der Preisverleihung im Bruno-Kreisky-Forum für Internationalen Dialog teil.

Mit dem Hauptpreis wurde der Historiker Oliver Jens Schmitt für sein Buch “Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer” ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis erhielt Martin Prinz für seinen Tatsachenroman “Die letzten Tage”, der Verlag Jung und Jung wurde für seine besonderen verlegerischen Leistungen geehrt.

Neben den ausgezeichneten Werken hinterließen vor allem die Wortmeldungen des Abends einen bleibenden Eindruck. Besonders die abschließenden Gedanken über die Verantwortung von Literatur und Wissenschaft machten deutlich, dass Wissen nicht in Fachkreisen oder wissenschaftlichen Kommentarspalten verbleiben darf. Gute Bücher, verständlich aufbereitete Forschung und politische Bildung müssen möglichst viele Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen.

Der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation und Dritte Präsident des Wiener Landtags, Prof. Dr. Gerhard Schmid, betonte:

„Der Bruno-Kreisky-Preis zeigt Jahr für Jahr, welche Kraft politische Literatur entfalten kann. Bücher schaffen Orientierung, fördern kritisches Denken und machen Geschichte als Grundlage demokratischen Handelns begreifbar. Deshalb ist dieser Preis auch ein wichtiges Bekenntnis zur politischen Bildung.“

Bundesrat Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, hob besonders den Schlussgedanken der Veranstaltung hervor:

„Mich hat besonders die Botschaft beeindruckt, dass Wissen nicht für einige wenige geschrieben werden darf. Gute Texte sollen gelesen werden, Forschung muss verständlich vermittelt werden und Erkenntnisse müssen ihren Weg in die Gesellschaft finden. Politische Bildung bedeutet, Wissen zugänglich zu machen – damit möglichst viele Menschen an demokratischen Debatten teilhaben können.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert allen Preisträgern herzlich und bedankt sich bei den Organisatorinnen und Organisatoren für eine gelungene Veranstaltung, die eindrucksvoll gezeigt hat, wie wichtig Literatur, historische Aufklärung und politische Bildung für eine lebendige Demokratie sind.

 

81 Jahre Österreichische Unabhängigkeitserklärung: Erinnerung und Verantwortung

81 Jahre nach der Österreichischen Unabhängigkeitserklärung steht dieser Tag im Zeichen der Erinnerung an die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und das Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Die systematische Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung von Millionen Menschen mahnt bis heute, wohin Demokratiefeindlichkeit und Hass führen können. Gleichzeitig war es der verbindende „Geist der Lagerstraße“ – das solidarische Miteinander politisch Verfolgter in den Konzentrationslagern –, der den Grundstein für den Neubeginn legte und den Wiederaufbau eines freien, demokratischen Österreichs sowie die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg nachhaltig prägte. Professor Gerhard Schmid, Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung, hebt die historische Tragweite hervor: „Der 27. April 1945 markiert ein wichtiges Datum der österreichischen Geschichte. Im Roten Salon des Wiener Rathauses wurde von Vertretern der SPÖ, der neu gegründeten ÖVP und der KPÖ die Zweite Republik gegründet – eine Erfolgsgeschichte, geprägt von Identitätsfindung, wirtschaftlichem Aufschwung und dem Modell der Sozialpartnerschaft. Nach den furchtbarsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte war klar, dass das Miteinander – trotz politischer Gegensätze – im Vordergrund stehen muss. Das war ein Grundprinzip der Zweiten Republik.“

Mit Blick auf die Gegenwart ergänzt Schmid: „Gerade angesichts internationaler Entwicklungen ist es entscheidend, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten und diese Werte zu verteidigen. Ebenso bleiben die Sicherung und Weiterentwicklung des Sozialstaates ein zentraler Auftrag. Die österreichische Sozialdemokratie stand von Beginn an auf der Seite von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – und wird sich auch weiterhin für Frieden und diese Grundwerte, insbesondere im europäischen und internationalen Kontext, einsetzen.“

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung am Wiener Heldenplatz wurde der Jahrestag feierlich begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde des Österreichischen Bundesheeres. Wolfgang Markytan, Mitglied des Bundesrates und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, betont die persönliche und politische Dimension des Gedenkens: „Die heutige Gedenkveranstaltung der Regierungsspitze am Heldenplatz wurde in einem würdigen Rahmen begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde. Für mich als ehemaliger Gardist – ebenso wie für meinen Sohn – ist es ein besonderes Gefühl, nun auch als Mitglied des österreichischen Parlaments dazu beitragen zu können, dass unser unabhängiges Österreich bestehen bleibt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass Krieg, Hass und Zerstörung auf unserem Boden niemals wieder die Oberhand gewinnen.“

Abschließend unterstreicht Markytan die internationale Verantwortung: „Diese Haltung endet nicht an den Landesgrenzen – es liegt an uns, diese Werte auch international zu stärken und zu unterstützen.“ Die Unabhängigkeitserklärung von 1945 bleibt damit nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein fortwährender Auftrag, Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit aktiv zu sichern und weiterzuentwickeln.

Foto: privat

Generationenwechsel bei SPÖ-Landesbildung Niederösterreich: Michael Kögl neuer Vorsitzender – Dank an Beate Raabe-Schasching

Im Rahmen der gestrigen Landesbildungskonferenz der SPÖ Niederösterreich im Palais Niederösterreich (Roter Salon) wurde ein bedeutender Generationenwechsel vollzogen. Nach jahrzehntelangem, prägendem Engagement tritt Beate Raabe-Schasching als Landesbildungsvorsitzende aus der ersten Reihe zurück und übergibt die Funktion an Michael Kögl. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Mit Michael Kögl übernimmt ein junger, dynamischer Politiker mit umfangreicher Erfahrung den Vorsitz. Als Vorsitzender der Jungen Generation Österreichs sowie Vizebürgermeister von St. Pölten steht er für die Verbindung von fundierter inhaltlicher Arbeit und gelebter politischer Praxis. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert herzlich zur Wahl und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit“, so Schmid, der sich bei Beate Raabe-Schasching für ihren großen Einsatz und ihr Engagement bedankt. ****

„Beate Raabe-Schasching ist eine Bildungsexpertin im besten Sinne des Wortes: Lehrerin, Schulverantwortliche und Schulpolitikerin sind nur einige ihrer prägenden Stationen. Über viele Jahrzehnte hinweg hat sie die Entwicklung der österreichischen Bildungslandschaft entscheidend mitgestaltet. Innerhalb der SPÖ Niederösterreich hat sie ihr umfassendes Wissen, ihr Engagement und ihr großes Herzblut – getragen von einer tief verwurzelten sozialdemokratischen Haltung – an zahlreiche junge Funktionärinnen und Funktionäre weitergegeben und dabei stets kritisch-konstruktiv sowie mit großer Leidenschaft ihre Stimme erhoben“, so Schmid.

Raabe-Schasching wird auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Bildungsarbeit der Sozialdemokratie einnehmen und bleibt der Bundesbildungsorganisation als stellvertretende Vorsitzende erhalten. Damit wird sie den eingeschlagenen Weg weiterhin aktiv begleiten und mit ihrer Erfahrung maßgeblich zur Weiterentwicklung beitragen. Für ihre Verdienste wurde ihr im Rahmen der Konferenz durch den niederösterreichischen Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich die Große Goldene Verdienstnadel der SPÖ Niederösterreich verliehen.

Im Rahmen der Konferenz sprachen neben Bundesbildungsvorsitzendem Prof. Dr. Gerhard Schmid auch SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler. In einer Diskussion zum Thema „Solidarität und Demokratie“ wurden zentrale bildungs- und gesellschaftspolitische Herausforderungen erörtert. Wichtige inhaltliche Impulse kamen zudem von Nationalrätin Silvia Kumpan-Takacs, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Landessekretärin des ÖGB Niederösterreich, Linda Keizer, die auf die vielfältigen aktuellen Aufgabenstellungen im Bildungsbereich hinwiesen.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit der Landesbildungsorganisation Niederösterreich, einer der mitgliederstärksten Organisationen Österreichs, war stets hervorragend. Besonders freut mich, dass im Zuge unserer gemeinsamen Aktivitäten verstärkt länderübergreifende Ausbildungen umgesetzt werden. Beate Raabe-Schasching ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Thema Bildung konsequent mit dem Thema Sport verbunden wurde – ein Ansatz, der auch für uns als Bundesbildungsorganisation von großer Bedeutung ist. Mit dem neuen Vorsitzenden Michael Kögl verbindet uns eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit, und wir freuen uns sehr, dass er nun auch in dieser verantwortungsvollen Rolle tätig sein wird.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation blickt mit Zuversicht auf die zukünftige Zusammenarbeit und ist überzeugt, dass mit diesem Generationenwechsel die erfolgreiche Bildungsarbeit in Niederösterreich konsequent weitergeführt wird.

Foto: SPÖ Bildung NÖ, v.l. Gerhard Schmid, Beate Raabe-Schasching, Michael Kögl, Wolfgang Markytan

Herzliche Gratulation an Wolfgang Markytan zu 20 Jahren Leitung der Wiener Parteischule

Bildung als Fundament der sozialdemokratischen Bewegung – 1.000 ausgebildete Funktionär:innen im vergangenen Jahrzehnt

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert Wolfgang Markytan herzlich zu 20 Jahren als Leiter der Wiener Parteischule. Seit dem 2. März 2006 steht er an der Spitze der traditionsreichen Bildungseinrichtung und prägt seither maßgeblich die politische Aus- und Weiterbildung innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung. Gemeinsam mit einem engagierten Team verantwortet Markytan ein umfassendes Bildungsprogramm mit Lehrgängen von ein- bis eineinhalb-jähriger Dauer. Vermittelt werden Grundlagen demokratischer Entwicklung, politische Strukturen Österreichs, aktuelle gesellschaftspolitische Themen sowie professionelle Kommunikations- und Organisationskompetenzen. Allein im vergangenen Jahrzehnt wurden rund 1.000 Funktionärinnen und Funktionäre der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung ausgebildet.

“In den letzten 20 Jahren hat sich die Parteischule kontinuierlich weiterentwickelt: Lehrgänge wurden strukturell angepasst, Einheiten intensiviert, Kommunikationsausbildungen verdichtet und neue Themenschwerpunkte wie Digitalisierung, demokratische Resilienz, Friedenspolitik und Neutralität integriert. Ich bin sehr dankbar, dass ich nun schon den 31. und 32. Lehrgang begleiten darf und freue mich über die Entwicklungen der einzelnen Teilnehmer:innen, die sich auf allen Ebenen des politischen Spektrums wiederfinden“, so SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Leiter der Wiener Parteischule Wolfgang Markytan. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Wolfgang Markytan steht für Kontinuität und Erneuerung gleichermaßen. Er verbindet die große Tradition der Arbeiter:innen-Bildung mit den Anforderungen einer modernen Demokratie. Für dieses Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz danken wir ihm sehr herzlich.“

Bereits am 8. Dezember 1867 wurde mit dem Arbeiterbildungsverein Gumpendorf der erste organisierte Bildungsverein der Arbeiter:innenbewegung gegründet. Auf dessen Grundlage sowie auf den Schultern zahlreicher Bildungs- und Sportvereine formierte sich die sozialdemokratische Bewegung – zunächst 1874 in Neudörfl und schließlich 1888/89 am Hainfelder Einigungsparteitag zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bildung war damit von Beginn an ein zentraler Bestandteil sozialdemokratischer Politik. Besonders nach der Gründung der Republik 1918 wurden entscheidende Weichen für eine demokratische, soziale und bildungsorientierte Gesellschaft gestellt. Die konsequente Umsetzung dieses Projekts konnte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgen – getragen von der historischen Erkenntnis, dass nur ein friedliches Zusammenleben und demokratische Strukturen nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen. In diesem Geist wurde 1947 die Wiener Parteischule gegründet. Sie gilt heute als die traditionsreichste Ausbildungseinrichtung der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung weltweit. „Bildung ist in der Sozialdemokratie und in der Arbeiter:innenbewegung eines der höchsten Güter, die wir haben. Sie stand an der Wiege unserer Bewegung und ist bis heute ihr Fundament“, so Schmid abschließend.

Gedenken an den 12. Februar 1934 – Erinnerung, Auftrag und Verantwortung

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid appellierte bei Gedenkveranstaltung: „Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie, um sie zu festigen“

Bei der Gedenkveranstaltung zu den Februarkämpfen 1934 am Goldmarkplatz am Mittwochabend wurde nicht nur der Opfer gedacht, sondern auch der bleibende Auftrag für Gegenwart und Zukunft in den Mittelpunkt gestellt. Das Erinnern an die Ereignisse des Jahres 1934 ist mehr als ein historischer Rückblick – es ist Mahnung, Verpflichtung und politischer Auftrag zugleich. Nach der Begrüßung durch den Wiener SPÖ-Bildungsvorsitzenden und stellvertretenden SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden Mag. Marcus Schober eröffneten Gesprächsrunden den Abend. Der Vorsitzende der Freiheitskämpferorganisation Dr. Gerald Netzl sowie die Vorsitzenden der Wiener Jugendorganisationen – Sozialistische Jugend und Junge Generation – spannten den Bogen von den dramatischen Ereignissen des Februar 1934 hin zu den Herausforderungen unserer Zeit. Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der jungen Generation, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Vizekanzler und SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler wurde unter großem Beifall begrüßt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Gerhard Schmid, Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildungsorganisation. Er erinnerte an die Opfer der Februarkämpfe – an Todesurteile, Hinrichtungen und politische Verfolgung, exemplarisch an Karl Münichreiter, Georg Weissel, Koloman Wallisch sowie an den Sozialistenprozess und die Haft Bruno Kreiskys. Zugleich stellte er die zentrale Frage: Wie sichern wir heute das Vermächtnis der Freiheitskämpfer?

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre schleichende Erosion – durch Angriffe auf die Gewaltenteilung, Verschwörungsmythen, rechtsextreme Vernetzungen, politische Polarisierung und eine wachsende Repräsentationslücke im Parlament. Ebenso warnte er vor neuen Gefahren durch Künstliche Intelligenz, Desinformation, Deepfakes, Microtargeting, digitale Abhängigkeiten von internationalen Technologiekonzernen sowie vor der Schwächung des Qualitätsjournalismus. Sein Appell mündete in ein eindringliches Bekenntnis zur aktiven Demokratie: „Wo die Demokratie im Inneren zerstört wird, wird sie auch im Äußeren beseitigt. Darum kann sie nur gefestigt werden, wenn man sie ununterbrochen in Bewegung hält – durch eine Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie. Die Zeit der schrecklichen Vereinfacher ist noch nicht vorbei. Umso mehr gilt: Das wichtigste Gut der Menschheit ist die geistige und individuelle Freiheit in einem sozialen Zusammenhang. Das heißt, bei den Menschen zu sein – auch wenn es unbequem ist und wir unsere Blase verlassen müssen. Eine klare politische Linie ist immer besser als keine. Den Anfängen wehren – niemals vergessen.“

Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Er erinnerte an den 12. Februar 1934 als Symbol für den Widerstand gegen autoritäre Entwicklungen und für den Einsatz um Demokratie und soziale Rechte. Gleichzeitig richtete er den Blick auf die aktuelle politische Situation und betonte, dass Solidarität kein abstrakter Begriff sei, sondern gelebte Praxis. Es sei leicht, „bei Sonnenschein“ nebeneinanderzustehen und Unterstützung zu bekunden. Entscheidend sei jedoch das solidarische Zusammenstehen in schwierigen Zeiten – und in solchen befänden wir uns derzeit. Als Vorsitzender der Wiener SPÖ unterstrich er sein klares solidarisches Verhalten gegenüber den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern – innerhalb der Partei ebenso wie darüber hinaus. Demokratie lebe vom Respekt vor demokratischen Entscheidungen und vom gemeinsamen Eintreten für ihre Werte.

Einen besonderen Akzent setzte die künstlerische Gestaltung des Abends. SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betonte: „Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist nicht nur ein Erinnern, ein Zurückblicken, sondern auch ein Blick in die Gegenwart – oder sogar in die Zukunft. Darum ist es wichtig, dieses Gedenken nicht immer nur mit denselben traditionellen Elementen zu verbinden. Heute wurde eine künstlerische Performance dargeboten, die sehr beeindruckend war. Nina Abrahamczik trat als die Witwe, Bernd Herger als einer der Söhne von Karl Münchreiter auf. Sie präsentierten eine Lesung, unterstützt vom Performancekünstler Adrian Dorfmeister-Pölzer. Das ist genau die gelungene Art und Weise, wie ein solches Gedenken gelebt werden soll – mit klarem Fokus auf die Geschichte und zugleich mit der Frage, was wir für heute mitnehmen können – nicht als anbetende Asche, sondern als Weitergabe des Feuers.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein lebendiger Beitrag zur Stärkung demokratischer Kultur. Erinnerung wird so zur Haltung – mit Klarheit, mit Solidarität und mit dem festen Willen, Demokratie aktiv zu gestalten.

Alle Fotos: Christian Bader