Tag -Wolfgang Markytan

Todestag von Fred Sinowatz – Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gedenkt des großen Bildungsreformers

Am 11. August 2008, ist Alfred „Fred“ Sinowatz in Wien verstorben. Er war Bundesminister für Unterricht und Kunst in der Ära Kreisky und nach dessen Rückzug aus der Politik von 1983 bis 1986 Bundeskanzler der Republik Österreich und von 1983 bis 1988 Bundesparteivorsitzender der SPÖ. „Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat und ein überzeugter Humanist. Darüber hinaus war er der Unterrichtsminister, der das Schulwesen in unserem Land entstaubt und modernisiert hat. Durch seine Reformen hat er Kindern und Jugendlichen eine höhere Schulbildung und damit bessere Zukunftsperspektiven ermöglicht. Mit der Errichtung von höheren Schulen in den Bezirkshauptstädten, der Abschaffung der Aufnahmeprüfung für die AHS, der Einführung von Schüler:innenfreifahrt, Gratis-Schulbüchern sowie Schul- und Heimbeihilfen hat er maßgeblich zur Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler beigetragen“, würdigt der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, LAbg. Gerhard Schmid, den ehemaligen Bundeskanzler und Bildungspolitiker anlässlich dessen 15. Todestages.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Wolfgang Markytan, fügt hinzu: „Fred Sinowatz war nicht nur ein vorausblickender Unterrichtsminister, sondern als Bundeskanzler war es ihm ein wichtiges Ziel, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Und das ist ihm mit seiner Politik gelungen. Er ist und bleibt für mich der meist unterschätzte Politiker Österreichs.“

 

10. Todestag von Mag. Karl Duffek: SPÖ-Bildung erinnert an einen prägenden Vordenker der sozialdemokratischen Bildungsarbeit

Anlässlich des 10. Todestages von Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen der bedeutendsten Gestalter der sozialdemokratischen Bildungsarbeit in Österreich. Als Bundesbildungssekretär der SPÖ, langjähriger Direktor des Dr.-Karl-Renner-Instituts, Internationaler Sekretär der SPÖ und Vizepräsident der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) prägte Duffek über Jahrzehnte die politische Bildungsarbeit sowie die programmatische Entwicklung der österreichischen und europäischen Sozialdemokratie. Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ, würdigt Mag. Karl Duffek als einen der prägenden Köpfe der sozialdemokratischen Bildungsarbeit: „Wir haben an Karl Duffek vor allem seine außergewöhnliche Vielseitigkeit geschätzt. Er war Vordenker, Organisator, Brückenbauer und Intellektueller zugleich. Er hat an zahlreichen Grundsatz- und Wahlprogrammen der SPÖ mitgearbeitet, politische Bildungsarbeit auf höchstem Niveau gestaltet und immer dort Verantwortung übernommen, wo seine Kompetenz gefragt war. Sein Anspruch, Wissenschaft, politische Praxis und gesellschaftlichen Dialog miteinander zu verbinden, prägt unsere Arbeit bis heute.“

Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, erinnert an Duffeks besondere Rolle in der politischen Bildungsarbeit: „Mag. Karl Duffek war über viele Jahre hinweg immer wieder Vortragender in der Wiener Parteischule. Mit seiner beeindruckenden fachlichen Kompetenz, seiner analytischen Klarheit und seinem feinen Humor hat er die Teilnehmer*innen begeistert und nachhaltig geprägt. Es war ihm ein großes Anliegen, politische Zusammenhänge verständlich zu machen und Menschen zum kritischen Denken anzuregen. Viele erinnern sich bis heute an seine Vorträge, die fachlich brillant und zugleich inspirierend waren. Dieses Verständnis von politischer Bildung ist bis heute Vorbild für unsere Arbeit.“

Dr.in Barbara Rosenberg, ehemalige Bundesbildungssekretärin der SPÖ, langjährige stellvertretende Direktorin des Dr. Karl-Renner-Instituts und Wegbegleiterin von Mag. Karl Duffek, erinnert an „Charlie“ Duffek: „‚Charlie‘ Duffek war ein außergewöhnlicher Intellektueller, der politische Bildung mit Leidenschaft und Weitblick gestaltet hat. Er konnte Menschen zusammenbringen, Debatten anstoßen und Räume schaffen, in denen neue Ideen entstehen konnten. Wer mit ihm gearbeitet hat, erinnert sich nicht nur an seine analytische Schärfe, sondern auch an seinen feinen Humor und seine große Menschlichkeit.“

Mag. Karl Duffek verstarb am 7. August 2016 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. Sein Wirken war geprägt von intellektueller Klarheit, politischer Integrität und der tiefen Überzeugung, dass politische Bildung die Grundlage einer lebendigen Demokratie ist.

Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und Sozialwissenschaften begann Duffek seine Tätigkeit am Karl-Renner-Institut als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bald übernahm er Führungsverantwortung als stellvertretender Direktor und leitete das Institut ab 1999 als Direktor. Von 1998 bis 2001 war er zudem Bundesbildungssekretär der SPÖ. In all seinen Funktionen setzte er sich dafür ein, politische Bildung als Ort des kritischen Denkens und des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Dr.-Karl-Renner-Institut zu einem anerkannten Forum für gesellschaftspolitische Debatten.

Mag. Karl Duffek spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des SPÖ-Grundsatzprogramms 1998, initiierte das Diskursprojekt „Netzwerk Innovation – Zukunftsfähige Politikprojekte“ und trug wesentlich dazu bei, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch zu einer weit über Österreich hinaus anerkannten Auszeichnung weiterzuentwickeln.

Auch auf europäischer Ebene setzte er nachhaltige Impulse. Als Internationaler Sekretär der SPÖ war er treibende Kraft bei der Gründung der Foundation for European Progressive Studies (FEPS), die 2008 ihre Arbeit in Brüssel aufnahm. Bis zu seinem Tod fungierte Duffek als deren Vizepräsident.

Seine Überzeugungen haben bis heute nichts an Aktualität verloren. Bereits 2013 schrieb Mag. Karl Duffek: „Die Sozialdemokratie muss im Dialog definieren, welche Gesellschaft aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Diese Verantwortung kann ihr nicht abgenommen werden.“ Wenige Monate vor seinem Tod formulierte er in seinem Beitrag Wege aus der Krise. Gedanken zur Lage der europäischen Sozialdemokratie: „Macht und Eigeninteressen werden in der Politik immer eine Rolle spielen, vor allem aber geht es um die Absicht, dem Gemeinwesen zu dienen und zu dessen positiver Weiterentwicklung und auch Veränderung beizutragen. Das mag sich ein wenig utopisch anhören, Utopie gehört aber zum Wesen der Sozialdemokratie. Darauf könnte sie sich vielleicht ein bisschen mehr besinnen.“

Mit dem Gedenken an Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen herausragenden Intellektuellen, überzeugten Sozialdemokraten und Europäer, dessen Wirken die politische Bildungsarbeit weit über seine Zeit hinaus geprägt hat. Sein Einsatz für demokratischen Diskurs, kritisches Denken und internationale Vernetzung bleibt Auftrag und Inspiration für die sozialdemokratische Bildungsarbeit.

Zu 125 Jahre Rosa Jochmann: „Ihr Vermächtnis bleibt Auftrag für Demokratie, Solidarität und politische Bildung“

Am 19. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Rosa Jochmann zum 125. Mal. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um an ihr außergewöhnliches Leben zu erinnern. Prof. Dr. Gerhard Schmid, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Dritter Präsident des Wiener Landtages, und Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Mitglied des Bundesrates und Leiter der Wiener Parteischule, betonen dazu: „Wie kaum eine andere Frau steht Rosa Jochmann für Menschlichkeit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.“

Schmid würdigt Rosa Jochmann als eine Persönlichkeit von zeitloser Bedeutung: „Rosa Jochmann war weit mehr als eine herausragende Gewerkschafterin und Widerstandskämpferin. Sie war eine große Demokratin und eine außergewöhnliche Pädagogin. Ihr gesamtes Leben war eine Lehrstunde darüber, was Haltung bedeutet. Sie zeigte, dass politische Bildung nicht beim Wissen endet, sondern Verantwortung, Mut und Menschlichkeit verlangt. Gerade heute erinnert uns ihr Lebensweg daran, wie gefährlich es ist, wenn demokratische Institutionen geschwächt, gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört und Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Demokratie beginnt nicht erst dort, wo sie verteidigt werden muss – sie muss jeden Tag gelebt werden“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende.

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation verstehe politische Bildung als Auftrag, „demokratische Überzeugungen zu stärken, historisches Bewusstsein zu fördern und Menschen zu befähigen, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten“, so Markytan. Rosa Jochmann sei dabei weit mehr als eine historische Persönlichkeit – „sie ist bis heute Maßstab für Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit“, so der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, der in Rosa Jochmann ein dauerhaftes Vorbild für die politische Bildungsarbeit sieht: „Rosa Jochmann hat uns gezeigt, dass Demokratie niemals selbstverständlich ist. Sie muss gelernt, gelebt und verteidigt werden. Ihr Leben beweist, dass selbst größte persönliche Leiden einen Menschen nicht daran hindern müssen, Hoffnung zu geben und Verantwortung für andere zu übernehmen.“

Gerade deshalb sei es auch eine besondere Ehre, einen Lehrgang der Wiener Parteischule nach Rosa Jochmann benannt zu haben: „Damit erinnern wir nicht nur an ihr beeindruckendes Lebenswerk, sondern machen ihre Werte zum festen Bestandteil unserer politischen Bildungsarbeit“, so Markytan.

Abschließend betonen Schmid und Markytan: „Rosa Jochmann bleibt für uns weit mehr als eine historische Persönlichkeit. Sie ist ein Vorbild, das unsere politische Bildungsarbeit bis heute prägt. Deshalb tragen viele Objekte in unserer Heimat ihren Namen, Preise werden nach ihr benannt und regelmäßig vergeben. Ihr Leben erinnert uns daran, dass Demokratie Mut braucht, Solidarität gelebt werden muss und Menschlichkeit niemals verhandelbar ist. Gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit stellen wir uns immer wieder die Frage: Was würde Rosa Jochmann heute sagen? Welche Haltung würde sie einnehmen? Diese Frage ist kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Zukunft. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, Demokratie zu stärken, Institutionen zu schützen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Rosa Jochmann bleibt Teil unserer Ausbildung, Teil unseres Selbstverständnisses und ein Kompass für kommende Generationen.“

Foto: Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch an Oliver Jens Schmitt

Die Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch stand auch heuer ganz im Zeichen von Geschichte, Demokratie und politischer Bildung. Als Mitinitiatorin und Mitveranstalterin war selbstverständlich auch die SPÖ-Bundesbildungsorganisation vertreten. Gemeinsam mit Mitgliedern des Bundesbildungspräsidiums nahm sie an der Preisverleihung im Bruno-Kreisky-Forum für Internationalen Dialog teil.

Mit dem Hauptpreis wurde der Historiker Oliver Jens Schmitt für sein Buch “Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer” ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis erhielt Martin Prinz für seinen Tatsachenroman “Die letzten Tage”, der Verlag Jung und Jung wurde für seine besonderen verlegerischen Leistungen geehrt.

Neben den ausgezeichneten Werken hinterließen vor allem die Wortmeldungen des Abends einen bleibenden Eindruck. Besonders die abschließenden Gedanken über die Verantwortung von Literatur und Wissenschaft machten deutlich, dass Wissen nicht in Fachkreisen oder wissenschaftlichen Kommentarspalten verbleiben darf. Gute Bücher, verständlich aufbereitete Forschung und politische Bildung müssen möglichst viele Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen.

Der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation und Dritte Präsident des Wiener Landtags, Prof. Dr. Gerhard Schmid, betonte:

„Der Bruno-Kreisky-Preis zeigt Jahr für Jahr, welche Kraft politische Literatur entfalten kann. Bücher schaffen Orientierung, fördern kritisches Denken und machen Geschichte als Grundlage demokratischen Handelns begreifbar. Deshalb ist dieser Preis auch ein wichtiges Bekenntnis zur politischen Bildung.“

Bundesrat Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, hob besonders den Schlussgedanken der Veranstaltung hervor:

„Mich hat besonders die Botschaft beeindruckt, dass Wissen nicht für einige wenige geschrieben werden darf. Gute Texte sollen gelesen werden, Forschung muss verständlich vermittelt werden und Erkenntnisse müssen ihren Weg in die Gesellschaft finden. Politische Bildung bedeutet, Wissen zugänglich zu machen – damit möglichst viele Menschen an demokratischen Debatten teilhaben können.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert allen Preisträgern herzlich und bedankt sich bei den Organisatorinnen und Organisatoren für eine gelungene Veranstaltung, die eindrucksvoll gezeigt hat, wie wichtig Literatur, historische Aufklärung und politische Bildung für eine lebendige Demokratie sind.

 

81 Jahre Österreichische Unabhängigkeitserklärung: Erinnerung und Verantwortung

81 Jahre nach der Österreichischen Unabhängigkeitserklärung steht dieser Tag im Zeichen der Erinnerung an die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und das Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Die systematische Unterdrückung, Verfolgung und Vernichtung von Millionen Menschen mahnt bis heute, wohin Demokratiefeindlichkeit und Hass führen können. Gleichzeitig war es der verbindende „Geist der Lagerstraße“ – das solidarische Miteinander politisch Verfolgter in den Konzentrationslagern –, der den Grundstein für den Neubeginn legte und den Wiederaufbau eines freien, demokratischen Österreichs sowie die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg nachhaltig prägte. Professor Gerhard Schmid, Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung, hebt die historische Tragweite hervor: „Der 27. April 1945 markiert ein wichtiges Datum der österreichischen Geschichte. Im Roten Salon des Wiener Rathauses wurde von Vertretern der SPÖ, der neu gegründeten ÖVP und der KPÖ die Zweite Republik gegründet – eine Erfolgsgeschichte, geprägt von Identitätsfindung, wirtschaftlichem Aufschwung und dem Modell der Sozialpartnerschaft. Nach den furchtbarsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte war klar, dass das Miteinander – trotz politischer Gegensätze – im Vordergrund stehen muss. Das war ein Grundprinzip der Zweiten Republik.“

Mit Blick auf die Gegenwart ergänzt Schmid: „Gerade angesichts internationaler Entwicklungen ist es entscheidend, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten und diese Werte zu verteidigen. Ebenso bleiben die Sicherung und Weiterentwicklung des Sozialstaates ein zentraler Auftrag. Die österreichische Sozialdemokratie stand von Beginn an auf der Seite von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – und wird sich auch weiterhin für Frieden und diese Grundwerte, insbesondere im europäischen und internationalen Kontext, einsetzen.“

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung am Wiener Heldenplatz wurde der Jahrestag feierlich begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde des Österreichischen Bundesheeres. Wolfgang Markytan, Mitglied des Bundesrates und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, betont die persönliche und politische Dimension des Gedenkens: „Die heutige Gedenkveranstaltung der Regierungsspitze am Heldenplatz wurde in einem würdigen Rahmen begangen, begleitet von der Ehrenkompanie der Garde. Für mich als ehemaliger Gardist – ebenso wie für meinen Sohn – ist es ein besonderes Gefühl, nun auch als Mitglied des österreichischen Parlaments dazu beitragen zu können, dass unser unabhängiges Österreich bestehen bleibt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass Krieg, Hass und Zerstörung auf unserem Boden niemals wieder die Oberhand gewinnen.“

Abschließend unterstreicht Markytan die internationale Verantwortung: „Diese Haltung endet nicht an den Landesgrenzen – es liegt an uns, diese Werte auch international zu stärken und zu unterstützen.“ Die Unabhängigkeitserklärung von 1945 bleibt damit nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein fortwährender Auftrag, Demokratie, Frieden und soziale Sicherheit aktiv zu sichern und weiterzuentwickeln.

Foto: privat

Generationenwechsel bei SPÖ-Landesbildung Niederösterreich: Michael Kögl neuer Vorsitzender – Dank an Beate Raabe-Schasching

Im Rahmen der gestrigen Landesbildungskonferenz der SPÖ Niederösterreich im Palais Niederösterreich (Roter Salon) wurde ein bedeutender Generationenwechsel vollzogen. Nach jahrzehntelangem, prägendem Engagement tritt Beate Raabe-Schasching als Landesbildungsvorsitzende aus der ersten Reihe zurück und übergibt die Funktion an Michael Kögl. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Mit Michael Kögl übernimmt ein junger, dynamischer Politiker mit umfangreicher Erfahrung den Vorsitz. Als Vorsitzender der Jungen Generation Österreichs sowie Vizebürgermeister von St. Pölten steht er für die Verbindung von fundierter inhaltlicher Arbeit und gelebter politischer Praxis. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert herzlich zur Wahl und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit“, so Schmid, der sich bei Beate Raabe-Schasching für ihren großen Einsatz und ihr Engagement bedankt. ****

„Beate Raabe-Schasching ist eine Bildungsexpertin im besten Sinne des Wortes: Lehrerin, Schulverantwortliche und Schulpolitikerin sind nur einige ihrer prägenden Stationen. Über viele Jahrzehnte hinweg hat sie die Entwicklung der österreichischen Bildungslandschaft entscheidend mitgestaltet. Innerhalb der SPÖ Niederösterreich hat sie ihr umfassendes Wissen, ihr Engagement und ihr großes Herzblut – getragen von einer tief verwurzelten sozialdemokratischen Haltung – an zahlreiche junge Funktionärinnen und Funktionäre weitergegeben und dabei stets kritisch-konstruktiv sowie mit großer Leidenschaft ihre Stimme erhoben“, so Schmid.

Raabe-Schasching wird auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Bildungsarbeit der Sozialdemokratie einnehmen und bleibt der Bundesbildungsorganisation als stellvertretende Vorsitzende erhalten. Damit wird sie den eingeschlagenen Weg weiterhin aktiv begleiten und mit ihrer Erfahrung maßgeblich zur Weiterentwicklung beitragen. Für ihre Verdienste wurde ihr im Rahmen der Konferenz durch den niederösterreichischen Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich die Große Goldene Verdienstnadel der SPÖ Niederösterreich verliehen.

Im Rahmen der Konferenz sprachen neben Bundesbildungsvorsitzendem Prof. Dr. Gerhard Schmid auch SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler. In einer Diskussion zum Thema „Solidarität und Demokratie“ wurden zentrale bildungs- und gesellschaftspolitische Herausforderungen erörtert. Wichtige inhaltliche Impulse kamen zudem von Nationalrätin Silvia Kumpan-Takacs, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Landessekretärin des ÖGB Niederösterreich, Linda Keizer, die auf die vielfältigen aktuellen Aufgabenstellungen im Bildungsbereich hinwiesen.

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit der Landesbildungsorganisation Niederösterreich, einer der mitgliederstärksten Organisationen Österreichs, war stets hervorragend. Besonders freut mich, dass im Zuge unserer gemeinsamen Aktivitäten verstärkt länderübergreifende Ausbildungen umgesetzt werden. Beate Raabe-Schasching ist es maßgeblich zu verdanken, dass das Thema Bildung konsequent mit dem Thema Sport verbunden wurde – ein Ansatz, der auch für uns als Bundesbildungsorganisation von großer Bedeutung ist. Mit dem neuen Vorsitzenden Michael Kögl verbindet uns eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit, und wir freuen uns sehr, dass er nun auch in dieser verantwortungsvollen Rolle tätig sein wird.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation blickt mit Zuversicht auf die zukünftige Zusammenarbeit und ist überzeugt, dass mit diesem Generationenwechsel die erfolgreiche Bildungsarbeit in Niederösterreich konsequent weitergeführt wird.

Foto: SPÖ Bildung NÖ, v.l. Gerhard Schmid, Beate Raabe-Schasching, Michael Kögl, Wolfgang Markytan

Herzliche Gratulation an Wolfgang Markytan zu 20 Jahren Leitung der Wiener Parteischule

Bildung als Fundament der sozialdemokratischen Bewegung – 1.000 ausgebildete Funktionär:innen im vergangenen Jahrzehnt

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert Wolfgang Markytan herzlich zu 20 Jahren als Leiter der Wiener Parteischule. Seit dem 2. März 2006 steht er an der Spitze der traditionsreichen Bildungseinrichtung und prägt seither maßgeblich die politische Aus- und Weiterbildung innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung. Gemeinsam mit einem engagierten Team verantwortet Markytan ein umfassendes Bildungsprogramm mit Lehrgängen von ein- bis eineinhalb-jähriger Dauer. Vermittelt werden Grundlagen demokratischer Entwicklung, politische Strukturen Österreichs, aktuelle gesellschaftspolitische Themen sowie professionelle Kommunikations- und Organisationskompetenzen. Allein im vergangenen Jahrzehnt wurden rund 1.000 Funktionärinnen und Funktionäre der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung ausgebildet.

“In den letzten 20 Jahren hat sich die Parteischule kontinuierlich weiterentwickelt: Lehrgänge wurden strukturell angepasst, Einheiten intensiviert, Kommunikationsausbildungen verdichtet und neue Themenschwerpunkte wie Digitalisierung, demokratische Resilienz, Friedenspolitik und Neutralität integriert. Ich bin sehr dankbar, dass ich nun schon den 31. und 32. Lehrgang begleiten darf und freue mich über die Entwicklungen der einzelnen Teilnehmer:innen, die sich auf allen Ebenen des politischen Spektrums wiederfinden“, so SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Leiter der Wiener Parteischule Wolfgang Markytan. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid betont: „Wolfgang Markytan steht für Kontinuität und Erneuerung gleichermaßen. Er verbindet die große Tradition der Arbeiter:innen-Bildung mit den Anforderungen einer modernen Demokratie. Für dieses Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz danken wir ihm sehr herzlich.“

Bereits am 8. Dezember 1867 wurde mit dem Arbeiterbildungsverein Gumpendorf der erste organisierte Bildungsverein der Arbeiter:innenbewegung gegründet. Auf dessen Grundlage sowie auf den Schultern zahlreicher Bildungs- und Sportvereine formierte sich die sozialdemokratische Bewegung – zunächst 1874 in Neudörfl und schließlich 1888/89 am Hainfelder Einigungsparteitag zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bildung war damit von Beginn an ein zentraler Bestandteil sozialdemokratischer Politik. Besonders nach der Gründung der Republik 1918 wurden entscheidende Weichen für eine demokratische, soziale und bildungsorientierte Gesellschaft gestellt. Die konsequente Umsetzung dieses Projekts konnte jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgen – getragen von der historischen Erkenntnis, dass nur ein friedliches Zusammenleben und demokratische Strukturen nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen. In diesem Geist wurde 1947 die Wiener Parteischule gegründet. Sie gilt heute als die traditionsreichste Ausbildungseinrichtung der sozialdemokratischen Arbeiter:innenbewegung weltweit. „Bildung ist in der Sozialdemokratie und in der Arbeiter:innenbewegung eines der höchsten Güter, die wir haben. Sie stand an der Wiege unserer Bewegung und ist bis heute ihr Fundament“, so Schmid abschließend.

Gedenken an den 12. Februar 1934 – Erinnerung, Auftrag und Verantwortung

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid appellierte bei Gedenkveranstaltung: „Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie, um sie zu festigen“

Bei der Gedenkveranstaltung zu den Februarkämpfen 1934 am Goldmarkplatz am Mittwochabend wurde nicht nur der Opfer gedacht, sondern auch der bleibende Auftrag für Gegenwart und Zukunft in den Mittelpunkt gestellt. Das Erinnern an die Ereignisse des Jahres 1934 ist mehr als ein historischer Rückblick – es ist Mahnung, Verpflichtung und politischer Auftrag zugleich. Nach der Begrüßung durch den Wiener SPÖ-Bildungsvorsitzenden und stellvertretenden SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden Mag. Marcus Schober eröffneten Gesprächsrunden den Abend. Der Vorsitzende der Freiheitskämpferorganisation Dr. Gerald Netzl sowie die Vorsitzenden der Wiener Jugendorganisationen – Sozialistische Jugend und Junge Generation – spannten den Bogen von den dramatischen Ereignissen des Februar 1934 hin zu den Herausforderungen unserer Zeit. Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der jungen Generation, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Vizekanzler und SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler wurde unter großem Beifall begrüßt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Gerhard Schmid, Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildungsorganisation. Er erinnerte an die Opfer der Februarkämpfe – an Todesurteile, Hinrichtungen und politische Verfolgung, exemplarisch an Karl Münichreiter, Georg Weissel, Koloman Wallisch sowie an den Sozialistenprozess und die Haft Bruno Kreiskys. Zugleich stellte er die zentrale Frage: Wie sichern wir heute das Vermächtnis der Freiheitskämpfer?

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre schleichende Erosion – durch Angriffe auf die Gewaltenteilung, Verschwörungsmythen, rechtsextreme Vernetzungen, politische Polarisierung und eine wachsende Repräsentationslücke im Parlament. Ebenso warnte er vor neuen Gefahren durch Künstliche Intelligenz, Desinformation, Deepfakes, Microtargeting, digitale Abhängigkeiten von internationalen Technologiekonzernen sowie vor der Schwächung des Qualitätsjournalismus. Sein Appell mündete in ein eindringliches Bekenntnis zur aktiven Demokratie: „Wo die Demokratie im Inneren zerstört wird, wird sie auch im Äußeren beseitigt. Darum kann sie nur gefestigt werden, wenn man sie ununterbrochen in Bewegung hält – durch eine Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie. Die Zeit der schrecklichen Vereinfacher ist noch nicht vorbei. Umso mehr gilt: Das wichtigste Gut der Menschheit ist die geistige und individuelle Freiheit in einem sozialen Zusammenhang. Das heißt, bei den Menschen zu sein – auch wenn es unbequem ist und wir unsere Blase verlassen müssen. Eine klare politische Linie ist immer besser als keine. Den Anfängen wehren – niemals vergessen.“

Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Er erinnerte an den 12. Februar 1934 als Symbol für den Widerstand gegen autoritäre Entwicklungen und für den Einsatz um Demokratie und soziale Rechte. Gleichzeitig richtete er den Blick auf die aktuelle politische Situation und betonte, dass Solidarität kein abstrakter Begriff sei, sondern gelebte Praxis. Es sei leicht, „bei Sonnenschein“ nebeneinanderzustehen und Unterstützung zu bekunden. Entscheidend sei jedoch das solidarische Zusammenstehen in schwierigen Zeiten – und in solchen befänden wir uns derzeit. Als Vorsitzender der Wiener SPÖ unterstrich er sein klares solidarisches Verhalten gegenüber den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern – innerhalb der Partei ebenso wie darüber hinaus. Demokratie lebe vom Respekt vor demokratischen Entscheidungen und vom gemeinsamen Eintreten für ihre Werte.

Einen besonderen Akzent setzte die künstlerische Gestaltung des Abends. SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betonte: „Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist nicht nur ein Erinnern, ein Zurückblicken, sondern auch ein Blick in die Gegenwart – oder sogar in die Zukunft. Darum ist es wichtig, dieses Gedenken nicht immer nur mit denselben traditionellen Elementen zu verbinden. Heute wurde eine künstlerische Performance dargeboten, die sehr beeindruckend war. Nina Abrahamczik trat als die Witwe, Bernd Herger als einer der Söhne von Karl Münchreiter auf. Sie präsentierten eine Lesung, unterstützt vom Performancekünstler Adrian Dorfmeister-Pölzer. Das ist genau die gelungene Art und Weise, wie ein solches Gedenken gelebt werden soll – mit klarem Fokus auf die Geschichte und zugleich mit der Frage, was wir für heute mitnehmen können – nicht als anbetende Asche, sondern als Weitergabe des Feuers.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein lebendiger Beitrag zur Stärkung demokratischer Kultur. Erinnerung wird so zur Haltung – mit Klarheit, mit Solidarität und mit dem festen Willen, Demokratie aktiv zu gestalten.

Alle Fotos: Christian Bader

Gedenken an Bruno Kreisky: SPÖ-Bundesbildungsorganisation würdigt „großen Sozialdemokraten und visionären Staatsmann“

Schmid und Markytan: „Kreisky hat Österreich gerechter, moderner und chancenreicher gemacht“ – Fortschrittliche Bildungspolitik als Reformmotor der Kreisky-Ära

Anlässlich des Geburtstags des ehemaligen Bundeskanzlers und langjährigen SPÖ-Bundesparteivorsitzenden Bruno Kreisky hat die SPÖ-Bundesbildungsorganisation die Bedeutung des „großen Sozialdemokraten und visionären Staatsmanns Bruno Kreisky und seines umfassenden Reformwerks“ betont. „Bruno Kreisky war nicht nur der ‚Jahrhundertkanzler‘, sondern er war ein Ausnahmepolitiker, der Österreich mit seinen beispiellosen Reformen gerechter, moderner und chancenreicher gemacht hat“, sagte SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid, der unterstrich, dass „fortschrittliche und chancengerechte Bildungspolitik Kernelement und Reformmotor der Kreisky-Ära“ gewesen sei. „Mit Bruno Kreisky ist die österreichische Arbeiterbewegung in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist sein politisches Vermächtnis und unsere Verpflichtung. Bruno Kreisky wird immer im Zentrum unserer Parteigeschichte stehen“, sagten SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Schmid würdigte auch die Errungenschaften Kreiskys in Sachen Sozialstaat: „Getragen von einer tiefen sozialdemokratischen Grundhaltung, die sehr stark von den großen Denkern wie Otto Bauer und seinen persönlichen, dramatischen und tragischen Erfahrungen mit beiden Faschismen geprägt war, war der Aufbau des Sozial-und Wohlfahrtsstaates für Kreisky das zentrale und wesentliche Kriterium für Demokratie und Freiheit. Kreisky und sein Team haben das neutrale Österreich aus der provinziellen, kleingeistigen und kulturellen Abgeschiedenheit herausgeführt und zu einem weltoffenen, international wahrgenommenen Partner für Frieden und Demokratie gemacht und Österreich und vor allem Wien als Ort der Begegnung positioniert“, so Schmid.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Markytan unterstrich Kreiskys unentwegtes Streben nach Demokratie und vor allem sozialer Demokratie: „Dieses Streben nach mehr Demokratie hat mit der Gründung der Politischen Akademien wie dem Dr. Karl-Renner-Institut eine ganz neue Dimension erhalten. „Politische Bildungsarbeit auf der Höhe der Zeit, den intellektuellen Dialog und Austausch zu fördern und in die Ausbildung von MandatarInnen und FunktionärInnen zu investieren – all das war Kreiskys zutiefst sozialdemokratisches Anliegen“, so Markytan.

SPÖ-Bundesbildungsorganisation eröffnet 60. Lehrgang der Wiener Parteischule

Jubiläumslehrgang nach Widerstandskämpfer*innen Professorin Käthe Sasso und Friedrich Pollak benannt

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation eröffnet gemeinsam mit der Wiener Bildungsakademie und dem Karl-Renner-Institut den 60. Lehrgang der Wiener Parteischule, der erstmals nach zwei herausragenden Persönlichkeiten des antifaschistischen Widerstands und der sozialdemokratischen Bildungsarbeit benannt ist: Professorin Käthe Sasso und Friedrich Pollak. Mit der Benennung dieses Jubiläumslehrgangs würdigt die SPÖ zwei Menschen, deren Lebenswege untrennbar mit dem Kampf gegen Faschismus, mit politischer Bildung und mit demokratischer Verantwortung verbunden sind. Die Erinnerung an Prof.in Käthe Sasso, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, Zeitzeugin und jahrzehntelange Wegbegleiterin der sozialdemokratischen Bildungsarbeit, ist dabei Verpflichtung und Auftrag zugleich. „Käthe Sasso hat ihr Leben dem Widerstand, der Aufklärung und der Menschlichkeit gewidmet. Sie war eine unbeugsame Antifaschistin, die bis zuletzt ihre Stimme erhoben hat – gegen das Vergessen, gegen Relativierung und für eine lebendige Demokratie. Politische Bildung ohne Haltung war für sie undenkbar. Ihr Vermächtnis ist Mahnung und Ermutigung zugleich, gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte wieder stärker unter Druck geraten“, betont SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid.

Auch die Benennung nach Friedrich Pollak ist ein bewusstes Zeichen der Wertschätzung und der Sichtbarmachung. Pollak war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, engagierter Sozialdemokrat und ein prägender Akteur der Bildungs- und Erinnerungspolitik. Dennoch blieb sein Wirken lange Zeit eher „unter dem Radar“ der breiten öffentlichen Erinnerung. „Friedrich Pollak ist eine jener Persönlichkeiten, die sich ein ehrendes Andenken mehr als verdient haben, die aber im kollektiven Gedächtnis zu wenig präsent waren. Durch die engagierte Aufarbeitung seiner Familie und durch die Arbeit des Lokalhistorikers Alexander Karazman kommt nun neuer Schwung in die Gedenkarbeit. Mit der Benennung dieses Lehrgangs holen wir Pollak bewusst zurück auf unseren Erinnerungsschirm und schenken ihm jene Achtung, die seinem Einsatz für Demokratie und Bildung entspricht“, erklärt SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan.

Besonders bedeutsam war, dass bei der Eröffnung des Lehrgangs auch die Stieftochter Friedrich Pollaks sowie sein Enkel Herbert Oplustil anwesend waren. Ihre Teilnahme unterstrich die persönliche Dimension der Erinnerung und machte deutlich, dass politische Bildungsarbeit immer auch Verantwortung gegenüber den Lebensgeschichten jener trägt, die für Freiheit und Demokratie eingetreten sind.

Die Wiener Parteischule ist eine der traditionsreichsten politischen Bildungseinrichtungen Österreichs. Seit 1947 wird sie ohne Unterbrechung geführt und ist damit eine echte Erfolgsgeschichte sozialdemokratischer Bildungsarbeit. Mehr als 1.000 Absolventinnen und Absolventen haben den Lehrgang bislang abgeschlossen.

Aus der Wiener Parteischule entwickeln sich unterschiedliche Formen politischer Teilhabe. Ein Teil der Absolventinnen und Absolventen übernimmt politische Funktionen oder Mandate: Derzeit haben neun Abgeordnete des Wiener Gemeinderats und Landtags die Wiener Parteischule absolviert – darunter auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Andere wirken als Funktionärinnen und Funktionäre in Partei, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft oder tragen demokratische Werte als politisch gebildete Bürgerinnen und Bürger in ihr Umfeld.

Mit dem 60. Lehrgang setzen die SPÖ-Bundesbildungsorganisation, die Wiener Bildungsakademie und das Karl-Renner-Institut ein gemeinsames Zeichen: Politische Bildung, Erinnerungskultur und antifaschistische Haltung gehören zusammen – und sind Voraussetzung für eine starke, solidarische Demokratie.