Tag -SPÖ Bundesbildung

Zu 125 Jahre Rosa Jochmann: „Ihr Vermächtnis bleibt Auftrag für Demokratie, Solidarität und politische Bildung“

Am 19. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Rosa Jochmann zum 125. Mal. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um an ihr außergewöhnliches Leben zu erinnern. Prof. Dr. Gerhard Schmid, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Dritter Präsident des Wiener Landtages, und Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Mitglied des Bundesrates und Leiter der Wiener Parteischule, betonen dazu: „Wie kaum eine andere Frau steht Rosa Jochmann für Menschlichkeit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.“

Schmid würdigt Rosa Jochmann als eine Persönlichkeit von zeitloser Bedeutung: „Rosa Jochmann war weit mehr als eine herausragende Gewerkschafterin und Widerstandskämpferin. Sie war eine große Demokratin und eine außergewöhnliche Pädagogin. Ihr gesamtes Leben war eine Lehrstunde darüber, was Haltung bedeutet. Sie zeigte, dass politische Bildung nicht beim Wissen endet, sondern Verantwortung, Mut und Menschlichkeit verlangt. Gerade heute erinnert uns ihr Lebensweg daran, wie gefährlich es ist, wenn demokratische Institutionen geschwächt, gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört und Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Demokratie beginnt nicht erst dort, wo sie verteidigt werden muss – sie muss jeden Tag gelebt werden“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende.

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation verstehe politische Bildung als Auftrag, „demokratische Überzeugungen zu stärken, historisches Bewusstsein zu fördern und Menschen zu befähigen, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten“, so Markytan. Rosa Jochmann sei dabei weit mehr als eine historische Persönlichkeit – „sie ist bis heute Maßstab für Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit“, so der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, der in Rosa Jochmann ein dauerhaftes Vorbild für die politische Bildungsarbeit sieht: „Rosa Jochmann hat uns gezeigt, dass Demokratie niemals selbstverständlich ist. Sie muss gelernt, gelebt und verteidigt werden. Ihr Leben beweist, dass selbst größte persönliche Leiden einen Menschen nicht daran hindern müssen, Hoffnung zu geben und Verantwortung für andere zu übernehmen.“

Gerade deshalb sei es auch eine besondere Ehre, einen Lehrgang der Wiener Parteischule nach Rosa Jochmann benannt zu haben: „Damit erinnern wir nicht nur an ihr beeindruckendes Lebenswerk, sondern machen ihre Werte zum festen Bestandteil unserer politischen Bildungsarbeit“, so Markytan.

Abschließend betonen Schmid und Markytan: „Rosa Jochmann bleibt für uns weit mehr als eine historische Persönlichkeit. Sie ist ein Vorbild, das unsere politische Bildungsarbeit bis heute prägt. Deshalb tragen viele Objekte in unserer Heimat ihren Namen, Preise werden nach ihr benannt und regelmäßig vergeben. Ihr Leben erinnert uns daran, dass Demokratie Mut braucht, Solidarität gelebt werden muss und Menschlichkeit niemals verhandelbar ist. Gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit stellen wir uns immer wieder die Frage: Was würde Rosa Jochmann heute sagen? Welche Haltung würde sie einnehmen? Diese Frage ist kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Zukunft. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, Demokratie zu stärken, Institutionen zu schützen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Rosa Jochmann bleibt Teil unserer Ausbildung, Teil unseres Selbstverständnisses und ein Kompass für kommende Generationen.“

Foto: Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch an Oliver Jens Schmitt

Die Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch stand auch heuer ganz im Zeichen von Geschichte, Demokratie und politischer Bildung. Als Mitinitiatorin und Mitveranstalterin war selbstverständlich auch die SPÖ-Bundesbildungsorganisation vertreten. Gemeinsam mit Mitgliedern des Bundesbildungspräsidiums nahm sie an der Preisverleihung im Bruno-Kreisky-Forum für Internationalen Dialog teil.

Mit dem Hauptpreis wurde der Historiker Oliver Jens Schmitt für sein Buch “Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer” ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis erhielt Martin Prinz für seinen Tatsachenroman “Die letzten Tage”, der Verlag Jung und Jung wurde für seine besonderen verlegerischen Leistungen geehrt.

Neben den ausgezeichneten Werken hinterließen vor allem die Wortmeldungen des Abends einen bleibenden Eindruck. Besonders die abschließenden Gedanken über die Verantwortung von Literatur und Wissenschaft machten deutlich, dass Wissen nicht in Fachkreisen oder wissenschaftlichen Kommentarspalten verbleiben darf. Gute Bücher, verständlich aufbereitete Forschung und politische Bildung müssen möglichst viele Menschen erreichen und zum Nachdenken anregen.

Der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation und Dritte Präsident des Wiener Landtags, Prof. Dr. Gerhard Schmid, betonte:

„Der Bruno-Kreisky-Preis zeigt Jahr für Jahr, welche Kraft politische Literatur entfalten kann. Bücher schaffen Orientierung, fördern kritisches Denken und machen Geschichte als Grundlage demokratischen Handelns begreifbar. Deshalb ist dieser Preis auch ein wichtiges Bekenntnis zur politischen Bildung.“

Bundesrat Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, hob besonders den Schlussgedanken der Veranstaltung hervor:

„Mich hat besonders die Botschaft beeindruckt, dass Wissen nicht für einige wenige geschrieben werden darf. Gute Texte sollen gelesen werden, Forschung muss verständlich vermittelt werden und Erkenntnisse müssen ihren Weg in die Gesellschaft finden. Politische Bildung bedeutet, Wissen zugänglich zu machen – damit möglichst viele Menschen an demokratischen Debatten teilhaben können.“

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gratuliert allen Preisträgern herzlich und bedankt sich bei den Organisatorinnen und Organisatoren für eine gelungene Veranstaltung, die eindrucksvoll gezeigt hat, wie wichtig Literatur, historische Aufklärung und politische Bildung für eine lebendige Demokratie sind.

 

Nachruf auf Jean Ziegler:  Ein unermüdlicher Kämpfer für Gerechtigkeit und Menschlichkeit ist verstummt

Mit großer Betroffenheit haben die SPÖ-Bildungsorganisationen vom Tod des Schweizer Soziologen, Politikers, Autors und Menschenrechtskämpfers Jean Ziegler erfahren. Erst im vergangenen Jahr wurde Jean Ziegler von den SPÖ-Bildungsorganisationen mit dem Marie-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse ausgezeichnet. Damit wurde er für sein Lebenswerk gewürdigt, das Wissenschaft stets mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden hat. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid würdigt Ziegler als einen der wichtigsten politischen Denker der Gegenwart: „Jean Ziegler hat Generationen von Menschen gelehrt, die Welt nicht als gegeben hinzunehmen. Seine große Stärke war es, komplexe globale Zusammenhänge verständlich zu machen und dabei niemals den Blick auf die konkreten Schicksale der Menschen zu verlieren. Er hat uns daran erinnert, dass Hunger, Armut und Ausgrenzung keine Naturgesetze sind, sondern politische Entscheidungen. Sein Leben war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Wissenschaft in den Dienst von Humanität und sozialem Fortschritt gestellt werden kann.“

Mit Ziegler verliert die internationale sozialdemokratische Bewegung einen ihrer bedeutendsten Intellektuellen, einen unermüdlichen Anwalt der Entrechteten und einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg die Debatte über Hunger, Armut und globale Ungleichheit geprägt hat. Jean Ziegler hat wie kaum ein anderer Wissenschafter gesellschaftliche Missstände sichtbar gemacht und gleichzeitig nie aufgehört, an die Veränderbarkeit der Welt zu glauben. Seine Bücher wurden millionenfach gelesen, seine Vorträge begeisterten Generationen von politisch engagierten Menschen und seine Tätigkeit als UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung machte ihn weltweit zu einer moralischen Instanz im Kampf gegen Hunger und soziale Ungerechtigkeit.

Schmid erinnert insbesondere an Zieglers Fähigkeit, kritisches Denken zu fördern: „Eine der wichtigsten Botschaften, die Jean Ziegler uns mitgegeben hat, war die Aufforderung, immer wieder nach dem ,Warum?‘ zu fragen. Warum entstehen Ungleichheiten? Warum gibt es Hunger in einer Welt des Überflusses? Warum werden manche gehört und andere übersehen? Dieses beharrliche Hinterfragen gesellschaftlicher Verhältnisse war der Kern seines Wirkens. Gerade für die politische Bildungsarbeit bleibt diese Haltung von unschätzbarem Wert.“

Auch Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, erinnert an die persönliche Begegnung mit Ziegler: „Wir durften Jean Ziegler erst vor kurzem in seinem Zuhause besuchen. Gemeinsam haben wir Kuchen gegessen, uns über Politik, Bildung und gesellschaftliche Entwicklungen ausgetauscht und viele Stunden miteinander gesprochen. Dabei hat er uns auch sein letztes Buch persönlich mit einer Widmung überreicht. Diese Begegnung werden wir als etwas ganz Besonderes in Erinnerung behalten.“

Für Schmid zeigt gerade diese persönliche Erfahrung die außergewöhnliche Persönlichkeit Zieglers: „Trotz seiner internationalen Bekanntheit und seines beeindruckenden Lebenswerks blieb Jean Ziegler stets bescheiden, zugewandt und interessiert an anderen Menschen. Er war ein großer Intellektueller, aber zugleich jemand, der zuhören konnte und der den persönlichen Austausch suchte. Genau diese Verbindung aus wissenschaftlicher Brillanz und menschlicher Wärme hat ihn ausgezeichnet.“

Die SPÖ-Bildungsorganisationen sprechen der Familie des Verstorbenen ihr tief empfundenes Mitgefühl aus. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen. Besonders seiner Frau gilt in diesen schweren Stunden unsere Anteilnahme. Sie hat Jean Ziegler über viele Jahrzehnte begleitet und unterstützt. Wir wünschen ihr und der gesamten Familie viel Kraft und Zusammenhalt für die kommende Zeit“, betont Schmid.

Mit Jean Ziegler verliert die Welt eine Stimme, die nie aufgehört hat, auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und an die Möglichkeit einer besseren Gesellschaft zu glauben. Sein Werk wird weit über seinen Tod hinaus wirken – in seinen Büchern, seinen Analysen und vor allem in der Haltung, die er unzähligen Menschen vermittelt hat: niemals aufzuhören, nach dem „Warum?“ zu fragen. Die SPÖ-Bildungsorganisationen verneigen sich vor einem außergewöhnlichen Humanisten, Sozialdemokraten und Aufklärer. Sein Vermächtnis bleibt Auftrag und Inspiration zugleich.

2. Prof.in Käthe-Sasso-Symposium 2026: Gemeinsam für Demokratie, Erinnerung und Zivilcourage

2024 wurde knapp nach ihrem Ableben das Käthe-Sasso-Symposium im Auftrag des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig ins Leben gerufen, um im Sinne der Widerstandskämpferin Käthe Sasso zu wirken. Ziel ist es, über Parteigrenzen hinweg unterschiedliche Perspektiven einzubinden und zentrale gesellschaftliche Fragen gemeinsam zu diskutieren. Die erste Ausgabe fand im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses statt, die zweite Ausgabe wurde an ihrem 100. Geburtstag am 18. März in der Volkshochschule Favoriten abgehalten.

Eröffnung im Zeichen von Geschichte und Verantwortung

Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, brachte bei der Eröffnung der Veranstaltung das Leitmotiv auf den Punkt: „Die Menschen zum Denken zu bringen, zum Sehen und Hören zu bringen, das ist unsere Aufgabe.“ Dieses Zitat von Rosa Jochmann unterstreicht den Anspruch der Bildungsarbeit. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, sich immer wieder die Frage nach dem „Warum“ zu stellen.

Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal eröffnete das Symposium mit einem Blick auf Favoriten als traditionsreichen Bezirk der Arbeiter:innenbewegung. Sie erinnerte an die Geschichte des Roten Wien und hob insbesondere die Errungenschaften im Wohnbau hervor. Gleichzeitig warnte sie vor aktuellen demokratiepolitischen Herausforderungen wie wachsendem Antisemitismus und rechtsextremen Ideologien. Käthe Sasso würdigte sie als prägende Persönlichkeit der Erinnerungskultur, deren Vermächtnis heute weitergetragen werden müsse. „Umso wichtiger sind klare Haltung, Wachsamkeit und Widerstand“, so Gaal.

Auch Dr. Sascha Obrecht, Abgeordneter zum Wiener Landtag und Direktor des Karl-Renner-Instituts, betonte die Bedeutung des Symposiums als Ort des Lernens und der Weitergabe von Werten. Käthe Sasso stehe für Mut, Widerstand und Menschlichkeit unter extremsten Bedingungen. Zugleich verwies er auf die Verantwortung politischer Bildung: Geschichte müsse nicht nur erinnert, sondern auch verstanden werden, um daraus Handlungsfähigkeit für die Gegenwart abzuleiten. „Geschichte ist nichts Abgeschlossenes – sie stellt uns immer wieder vor die Frage, wie wir heute handeln“, so Obrecht.

Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie im Fokus

Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Präsidentin des Kuratoriums der Wiener Bildungsakademie, unterstrich die Aktualität der drei zentralen Themen des Symposiums: Erinnerungskultur, Zivilcourage und Demokratie. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, die Erfahrungen von Zeitzeug:innen so zu vermitteln, dass sie für kommende Generationen verständlich und erlebbar bleiben. Gleichzeitig stellte sie die Frage nach neuen Formen von Zivilcourage – insbesondere angesichts von Hass im digitalen Raum – sowie nach Antworten auf Desinformation und hybride Bedrohungen. „Die Frage ist, wie wir Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie heute konkret weitertragen und verteidigen“, so Bayr.

Käthe Sasso im historischen Kontext

In der Gesprächsrunde „Wer war Käthe Sasso?“ zeichneten Brigitte Fenko, ORF-Mitarbeiterin a.D. und langjährige Lebensfreundin von Käthe Sasso, sowie Dr.in Karin Moser, Medienhistorikerin und stellvertretende Direktorin der Wiener Bildungsakademie, ein eindrucksvolles Bild der Nachkriegszeit. Sie zeigten, wie die anfängliche Entnazifizierung rasch in den Hintergrund trat und der sogenannte Opfermythos zur Verdrängung beitrug. Überlebende wurden häufig marginalisiert und zum Schweigen gedrängt. Käthe Sasso hingegen blieb standhaft, berichtete öffentlich und setzte sich unermüdlich für Aufklärung ein. „Erinnerung war lange von Verdrängung geprägt – und Zivilcourage bedeutete oft, überhaupt gehört zu werden.“

Erinnerung als demokratischer Prozess

Mag.a Nina Abrahamczik, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses u.a. für Demokratie, sowie Nikolaus Kunrath, Bezirksrat und ehemaliger Landtagsabgeordneter, widmeten sich den „Herausforderungen der Erinnerungskultur“. Dabei wurde deutlich, dass Erinnerung kein statischer Zustand ist, sondern ein aktiver gesellschaftlicher Prozess. Besonders wichtig sei es, auch bisher wenig sichtbare Opfergruppen einzubeziehen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse zu fördern. „Erinnerungskultur ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein aktiver, gesellschaftlicher Prozess.“

Zivilcourage als Auftrag

Christa Bauer, MAS, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitees Österreich, sowie Mag.a Marie Lercher, Teilnehmerin des Käthe-Sasso-Lehrgangs, betonten die zentrale Rolle von Zivilcourage als Vermächtnis der Überlebenden und als Auftrag für die Gegenwart. Bildungsarbeit, Engagement und persönliches Handeln seien entscheidend, um demokratische Werte zu sichern – insbesondere angesichts zunehmender rechtsextremer Vorfälle. „Es liegt an uns allen, Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung für die Demokratie zu übernehmen.“

Grußworte und internationale Perspektive

In einer Videobotschaft würdigte die Salzburger Landeshauptfrau Mag.a Karoline Edtstadler Käthe Sasso als außergewöhnliche Persönlichkeit, die sie auch persönlich kennenlernen durfte. Sie hob deren Mut und Menschlichkeit hervor und unterstrich die Verantwortung, dieses Vermächtnis in herausfordernden Zeiten weiterzutragen: „Es ist unsere Aufgabe, ihr Vermächtnis weiterzutragen und für Menschlichkeit und Demokratie einzustehen.“

Demokratie unter Druck – neue Herausforderungen

In der abschließenden Gesprächsrunde diskutierten der ehemalige Chefredakteur Dr. Herbert Lackner sowie der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende und Dritte Wiener Landtagspräsident Prof. Dr. Gerhard Schmid über aktuelle Gefährdungen der Demokratie. Lackner verwies auf politische Entwicklungen sowie den zunehmenden Einfluss wirtschaftlicher Macht auf Medien und Politik. Schmid ergänzte, dass Demokratie kein Selbstläufer sei, sondern aktiv gestaltet werden müsse: „Demokratie muss ständig in Bewegung gehalten und aktiv verteidigt werden.“

Darüber hinaus warnte Schmid vor einer neuen strukturellen Gefahr: einer Verbindung von wirtschaftlicher Macht und politischem Einfluss, die er als „eine Art oligarchischer Kapitalismus“ beschreibt. Dieser stelle eine „extreme Bedrohung der Demokratie“ dar. Als zentrale Antwort forderte er verstärkte Bildungsarbeit sowie einen breiten gesellschaftlichen Schulterschluss: „Wir müssen in Bildung investieren“ und „einen Schulterschluss aller weltoffenen, liberalen und humanistischen Kräfte herbeiführen.“ Orientierung biete dabei das Vermächtnis Käthe Sassos – „Zivilcourage und Hartnäckigkeit“ als Auftrag, „dranzubleiben und sich am Ende durchzusetzen“.

Gemeinsamer Auftrag für die Zukunft

Das Symposium machte deutlich: Erinnerung, Zivilcourage und Demokratie sind untrennbar miteinander verbunden. In einer Zeit wachsender Herausforderungen braucht es Engagement, Bildung und Zusammenhalt. Käthe Sasso bleibt dabei eine zentrale Orientierung – als Mahnerin, als Vorbild und als Auftrag für kommende Generationen.

Abschließend wurde zum weiteren Austausch eingeladen.

Ein besonderer Dank gilt den Mitwirkenden und Partnerorganisationen – darunter die SPÖ-Bildung, die Wiener SPÖ-Bildung, das Karl-Renner-Institut und die Wiener Bildungsakademie – und allen Unterstützer:innen hinter den Kulissen sowie Kurt Brazda, der seinen Film im Auftrag des WIFAR umgesetzt hat: https://www.film.at/erschlagt-mich-ich-verrate-nichts-kaethe-s

Alle Fotos: Christian Bader: https://www.flickr.com/photos/196943159@N03/albums/72177720332607671

SPÖ-Bundesbildung zum Tod von Jürgen Habermas: Ein Jahrhundertdenker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit

Mit großer Betroffenheit reagiert die SPÖ-Bundesbildungsorganisation auf den Tod des deutschen Philosophen und Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas, der im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Habermas galt als einer der bedeutendsten Denker der Gegenwart und als einer der prägendsten öffentlichen Intellektuellen Europas. Der Bundesbildungsvorsitzende der SPÖ, Prof. Dr. Gerhard Schmid, würdigt Habermas als einen der wichtigsten theoretischen Wegweiser der demokratischen Nachkriegsordnung: „Einer der größten Theoretiker weltweit ist von uns gegangen. Die Lehren aus der Geschichte der Mitte des 20. Jahrhunderts mit den größten Verbrechen der Menschheit müssen ein unerschütterliches Bekenntnis zu einer gelebten Demokratie sein. Man kann die Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ohne Jürgen Habermas denken. Er war ein Jahrhundert-Theoretiker für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit – ein vorbildhafter und unverzichtbarer intellektueller Leuchtturm. Habermas war stets ein Verbinder von Politik und Praxis. Denn ohne Theorie gibt es auch keine Praxis. Die Welt ist durch seinen Tod um vieles ärmer geworden.“

Habermas prägte über Jahrzehnte hinweg die politische Philosophie, die Sozialwissenschaften und den demokratischen Diskurs in Europa. Mit Werken wie „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der „Theorie des kommunikativen Handelns“ sowie seiner Diskurstheorie von Moral und Recht setzte er Meilensteine der modernen Gesellschaftstheorie und der politischen Philosophie.

Der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, selbst Politikwissenschaftler, erinnert an die prägende Rolle Habermas’ für Generationen von Studierenden und Forschenden: „Während meines Studiums habe ich mich in vielen intensiven Auseinandersetzungen mit Habermas’ Werk beschäftigt. Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt er zu Recht als einer der produktivsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit. Er hat den historischen Materialismus von Karl Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, mit entwicklungspsychologischen Ansätzen von Jean Piaget und Lawrence Kohlberg sowie mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds verbunden. Damit hat er die Sozialwissenschaften ebenso geprägt wie die Moral- und Sozialphilosophie.“ Markytan hebt hervor, dass Habermas stets versuchte, das Projekt der Moderne weiterzuentwickeln: „Das übergeordnete Motiv seines Werkes war die Versöhnung der mit sich selbst zerfallenden Moderne. Habermas wollte zeigen, dass demokratische Gesellschaften durch Verständigung, Diskurs und Argumente zusammengehalten werden können.“

Auch in wissenschaftlichen Grundsatzdebatten prägte Habermas die Sozialwissenschaften entscheidend. So stellte er im sogenannten Positivismusstreit die Auffassung infrage, dass empirische Wissenschaften völlig unabhängig von den normativen und rationalen Standards seien, die innerhalb wissenschaftlicher Gemeinschaften ausgehandelt werden. Wissenschaftliche Erkenntnis entstehe nicht isoliert, sondern in einem verständigungsorientierten Diskurs innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte Habermas vor einer rein instrumentellen Sicht auf Sozialwissenschaften, die gesellschaftliche Prozesse wie technische Systeme behandeln wolle. Eine solche Perspektive verkenne, dass gesellschaftliche Wirklichkeit von Kommunikation, Normen und demokratischer Verständigung geprägt ist.

Für SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid bleibt Jürgen Habermas damit ein bleibender Orientierungspunkt für demokratische Bildung, kritisches Denken und die Verteidigung einer offenen Gesellschaft. „Sein Denken erinnert uns daran, dass Demokratie nicht nur Institution ist, sondern ein fortwährender Prozess der Verständigung“, so Schmid abschließend. „Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung bleibt Habermas’ Werk aktueller denn je.“

Foto: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

SPÖ-Bildung gedachte Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso in Oberpullendorf und Nebersdorf

Schmid: „Erinnerung ist kein Rückblick aus Pflichtgefühl, sondern ein aktiver Teil unserer demokratischen Haltung“

Die SPÖ-Bildung hat in Oberpullendorf und Nebersdorf gemeinsam mit dem Lokalhistoriker Alexander Karazman ein deutliches Zeichen für eine lebendige und dauerhafte Erinnerungskultur gesetzt. Im Mittelpunkt stand der Besuch des Denkmals für den Roma-Retter György Gedeon Rohonczy in Oberpullendorf sowie das Gedenken an Professorin Käthe Sasso in Nebersdorf. In würdigem Rahmen wurden die Gedenkorte besucht und Blumen niedergelegt. Damit wurde nicht nur an außergewöhnliche Taten der Menschlichkeit erinnert, sondern auch an die Verantwortung, Gedenken im öffentlichen Raum sichtbar und kontinuierlich zu halten. „Erinnerung ist kein Rückblick aus Pflichtgefühl, sondern ein aktiver Teil unserer demokratischen Haltung“, betont SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid, der ergänzt: „Menschen wie György Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso haben gezeigt, dass Solidarität, Mut und klare Haltung selbst unter schwersten Bedingungen möglich waren. Diese Orte stehen dafür, dass Menschlichkeit stärker ist als Hass – und dass wir solche Vorbilder dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein verankern müssen.“

György Gedeon Rohonczy rettete während der NS-Diktatur mehr als hundert Roma und Romnja vor Deportation und Tod. Das Denkmal in Oberpullendorf würdigt damit nicht nur eine einzelne historische Persönlichkeit, sondern erinnert zugleich an die Verfolgung der Roma und Romnja und an die Verpflichtung, Antiziganismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung entschieden zurückzuweisen. Gerade ein solcher Ort der Erinnerung macht deutlich: Gedenken darf nicht auf Jahrestage beschränkt bleiben, sondern muss im Alltag präsent sein – als Mahnung und als Orientierung. Wolfgang Markytan, SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer, unterstreicht die Bedeutung dieser Gedenkarbeit für die politische Bildung: „Gedenken braucht Orte, an denen Geschichte greifbar wird. In Oberpullendorf und Nebersdorf sehen wir, wie wichtig ein ständiges Erinnern ist – nicht als Symbol, das man einmal im Jahr besucht, sondern als Teil unseres Alltags. Politische Bildung heißt auch, die Geschichten von Mut, Menschlichkeit und demokratischer Verantwortung weiterzutragen und daraus eine klare Haltung für heute abzuleiten.“

Begleitet wurde der Besuch in Oberpullendorf von Alexander Karazman, der die Geschichte Rohonczys und die regionale Bedeutung des Gedenkortes einordnete. Er hob dabei hervor, welche Rolle Rohonczys Persönlichkeit für die damalige Rettung spielte: „György Gedeon Rohonczy war eine Persönlichkeit mit Gewicht. Er war jemand, dessen Wort zählte. Genau diese Stellung hat er damals genutzt, um für die verfolgten Roma einzutreten. Er wirkte auf die Lagerleitung so überzeugend, dass seinem Wunsch stattgegeben wurde, und dadurch konnten viele Menschen gerettet werden. Für Oberpullendorf ist Rohonczy damit nicht nur eine historische Figur, sondern ein großer Sohn dieser Gemeinde. Sein Handeln steht für Zivilcourage und Menschlichkeit. Dieses Denkmal erinnert uns dauerhaft daran, was es heißt, in dunklen Zeiten nicht wegzusehen.“

Auch das Gedenken an Professorin Käthe Sasso in Nebersdorf knüpfte an diesen Anspruch an: Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart zu verstehen und demokratische Haltung im Alltag zu stärken. In diesem Sinne setzt die SPÖ-Bildung ihre Arbeit auch in Wien fort: Am 18. März 2026 wird das zweite Professorin Käthe Sasso Symposium stattfinden. Wie schon beim ersten Symposium liegt der Schwerpunkt der Diskussionen klar auf den Herausforderungen an die Demokratie. Zugleich soll die Veranstaltung ausdrücklich dazu beitragen, parteiübergreifend wieder eine große Plattform herzustellen, die sich mit demokratischer Resilienz, Verantwortung und dem Schutz der Menschenrechte auseinandersetzt.

Die SPÖ Bildung versteht Erinnerungskultur als wesentlichen Bestandteil demokratischer Bildung. Die gemeinsamen Besuche in Oberpullendorf und Nebersdorf sind Ausdruck eines kontinuierlichen Engagements, das „Nie wieder“ mit Inhalt füllt: durch historisches Bewusstsein, klare Werteorientierung und ein sichtbares Eintreten für Menschenrechte, Solidarität und Demokratie. Die Gedenkorte für György Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso sollen daher nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern als dauerhafte Zeichen für die Zukunft wirken.

3. Professor-Rudolf-Gelbard-Symposium 2025: „Wie sicher ist unsere Demokratie?“

Mehr als 150 Teilnehmer:innen diskutierten mit Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Journalismus über Herausforderungen für Demokratie, Medien und politische Kultur

Unter dem Titel „Wie sicher ist unsere Demokratie?“ hat am 26. November das 3. Professor-Rudolf-Gelbard-Symposium der SPÖ-Bundesbildung in der Wiener Bildungsakademie stattgefunden. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Journalismus über die aktuellen Herausforderungen für Demokratie, Medien und politische Kultur.

Prof. Rudolf Gelbard – Vermächtnis und Auftrag

Das Symposium fand im Gedenken an Prof. Rudolf Gelbard statt. Gelbard steht wie kaum eine andere Persönlichkeit für die Verbindung von Zeitzeugenschaft, demokratischer Bildung und unermüdlicher Aufklärungsarbeit. Sein Wirken war geprägt vom Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und autoritäre Ideologien sowie von der Überzeugung, dass Demokratie nicht nur eine Staatsform, sondern eine tägliche gesellschaftliche Aufgabe ist. Die bisherigen Schwerpunkte – etwa „Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ oder „Dialog und Religionen“ – zeigen die Breite und Tiefe der Auseinandersetzung.

Beiträge aus Politik, Wissenschaft und Journalismus

Eröffnet wurde der Abend durch Petra Bayr, Präsidentin der Wiener Bildungsakademie, Nationalratsabgeordnete und Bereichssprecherin für Außen- und globale Nachhaltigkeitspolitik, gefolgt von Grußworten der Dritten Nationalratspräsidentin Doris Bures sowie des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. Den wissenschaftlichen Impuls lieferte Gerhard Schmid, Dritter Wiener Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bildung, mit seinem Referat zur Leitfrage des Symposiums.

Spannende Diskussion über Sicherheit unserer Demokratie

Gemeinsam mit Gerhard Schmid diskutierten Expert:innen unter der Moderation von Dr.in Karin Moser die demokratiepolitischen Entwicklungen aus journalistischer, universitärer und institutioneller Sicht.

Hans Rauscher, Journalist, Kolumnist bei „Der Standard“, Buchautor sowie einer der prägendsten Köpfe der österreichischen Medienlandschaft, sieht die Demokratie in hohem Maß durch die Welle des Rechtspopulismus, des autoritären Rechtspopulismus, gefährdet. „Was kann man dagegen tun? Zunächst einmal dürfen wir uns an das Gerede, an die Parolen, an die antidemokratischen Parolen der Rechtspopulisten nicht gewöhnen. Das ist der erste Schritt – und darin hat Gerhard Schmid absolut recht. Ein wesentlicher Teil davon ist verstärkte Bildung und Aufklärung, vor allem bei jungen Leuten. Denn es gibt eine – schon einige Jahre alte – Umfrage, die zeigt, dass unter Lehrlingen autoritäre Denkmuster besonders stark vertreten sind. Entscheidend ist: Man muss, um soziologisch zu reden, die Diskurshoheit behalten. Das Gerede von den Rechten darf nicht zum Mainstream werden“, plädierte der Journalist.

„Jede Demokratie ist grundsätzlich gefährdet, wenn es nicht genügend Menschen und Institutionen gibt, die an ihr arbeiten und jene demokratischen Rechte verteidigen, die bereits erreicht wurden. Es ist eine Illusion zu glauben, dass Errungenschaften, die man einmal erkämpft hat, automatisch bestehen bleiben“, warnte Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Karin Liebhart, Politikwissenschafterin an der Universität Wien, die sich schwerpunktmäßig mit politischer Kultur und Rechtsextremismusforschung befasst. „Sie können jederzeit wieder abgebaut werden – und dafür sehen wir in verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus genügend Tendenzen.“ Liebhart weiter: „Diese Entwicklungen lassen sich auch in Österreich beobachten: demokratische Rechte sollen eingeschränkt werden, und an den Grundlagen der Demokratie wird gerüttelt. Ein besonders wichtiges Feld ist dabei die Sprache – also wie über Politik gesprochen wird, welche Begriffe verwendet werden und ob Hassrede unterschwellig mitschwingt oder manchmal sogar ganz offen auftritt. Wenn sich das nach und nach in die politische Alltagskultur einschleicht und schließlich selbstverständlich wird, halte ich das für äußerst gefährlich.“

Im Kampf gegen rechtsextreme Bewegungen ist die erste Priorität für den Dritten Präsidenten des Wiener Landtags Gerhard Schmid das Verständnis von deren Wechselbeziehungen: „Ich glaube, das Wichtigste, um Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu bekämpfen, ist erstens, dass wir sie durchschauen und ihre Zusammenhänge erkennen. Zweitens müssen die politisch Verantwortlichen daraus die richtigen Schlüsse ziehen: den sozialen Wohlfahrtsstaat sichern, in Bildung investieren und für eine tolerante, offene Gesellschaft eintreten. Und drittens ist es entscheidend, massiv in politische Bildung und das Bildungssystem zu investieren – damit Kinder früh eine kritische Sicht auf die Gesellschaft entwickeln, lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden, und gut auf ihren Weg in der Demokratie vorbereitet werden.“

Moderatorin Karin Moser betonte, dass Demokratie letztendlich ein Ergebnis langer, harter Kämpfe ist und weiterhin verteidigt werden müsse: „Über viele Jahrhunderte hinweg haben wir zahlreiche Rechte erkämpft, die eng mit der Demokratie verbunden sind. An erster Stelle steht das Wahlrecht: dass alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ihre Stimme abgeben können, sich beteiligen können und sowohl aktiv als auch passiv wählbar sind. Wir haben soziale Rechte durchgesetzt. Im Bereich der Gleichstellung haben wir ebenfalls viel erreicht – insbesondere bei den Frauenrechten. All das wäre ohne Demokratie nicht möglich gewesen.“ Moser weiter: „Gleichzeitig muss uns bewusst sein: Diese Rechte wurden hart erkämpft und sie können auch wieder eingeschränkt oder abgeschafft werden. Deshalb ist es unsere Aufgabe, für die Demokratie einzustehen. Uns muss klar sein, warum es besser ist, in einer Demokratie zu leben als in einer Autokratie oder Diktatur. Im Grunde müssen mittlerweile alle demokratisch gesinnten Kräfte zusammenarbeiten, um die Demokratie zu erhalten und weiter auszubauen. Denn sie wird von vielen Seiten bedrängt – allen voran von rechtspopulistischen Kräften, die etwas völlig anderes im Sinn haben als eine liberale Demokratie.“

„Für mich persönlich ist diese Arbeit eine wichtige Grundlage, um unsere Demokratie weiter zu stärken“, sagte SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan. „Die Abnahme demokratischer Systeme, gemessen an wissenschaftlichen Kriterien, ist eine beängstigende Entwicklung. Politik, Wissenschaft und Medien müssen ihren Beitrag leisten, damit wir die Demokratie gemeinsam stärken und verteidigen. Zugleich trägt jede und jeder von uns Verantwortung dafür, dass Institutionen nicht weiter geschwächt oder zunehmend angegriffen werden. Das untergräbt das Vertrauen. Viele Menschen haben den Glauben an unsere Institutionen und an die Demokratie insgesamt verloren. Wohin das führen kann, zeigen uns die Geschichtsbücher ebenso deutlich wie die aktuelle Weltpolitik.“

Die Veranstaltung fand in einem festlichen Rahmen statt: Ein Bläserquartett der Wiener Symphoniker begleitete den Abend mit ausgewählten Stücken. Damit wurde der würdige Charakter des Symposiums unterstrichen – als Ort des Gedenkens, der Analyse und der gemeinsamen demokratiepolitischen Verantwortung.

Fortsetzung der Debatte am 30. Jänner 2026

Die SPÖ-Bildungsorganisation wird sich weiterhin mit der Frage „Wie sicher ist unsere Demokratie?“ beschäftigen. Die nächste Veranstaltung dazu findet am Freitag, dem 30. Jänner 2026, in Innsbruck statt. Dort werden die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures, der ehemalige SPÖ-EU-Abgeordnete Hannes Swoboda, die Vizebürgermeisterin von Innsbruck Elli Mayr sowie Gemeinderätin Nicole Heinlein die Diskussion fortführen.

Fotos: Christian Bader

SPÖ-Bundesbildung begrüßt mehr als 30 Teilnehmer*innen zum 59. Lehrgang der Wiener Parteischule

Mehr als dreißig politisch Interessierte und künftige Funktionär*innen haben am 59. Lehrgang der Wiener Parteischule teilgenommen, den die SPÖ-Bundesbildung feierlich eröffnete.

Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildung und Präsident des Wiener Landtages, hob in seiner Ansprache die zentrale Rolle von Bildung für das demokratische Zusammenleben hervor. Er betonte: „Politisches Engagement braucht fundiertes Wissen, Reflexion und Vorbereitung. Nur so kann Verantwortung kompetent übernommen werden. Unsere Bewegung ist historisch als Bildungsorganisation entstanden – dieses Erbe tragen wir weiter. Politische Arbeit ist immer auch Bildungsarbeit, und die Parteischule ist dafür ein unverzichtbares Instrument.“

Auch Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer und Leiter der Wiener Parteischule, verwies auf die nachhaltige Wirkung der Ausbildung: „In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Leiter der Wiener Parteischule war es mir möglich, hunderte Funktionärinnen sowie Mandatarinnen auszubilden. Ich freue mich ganz besonders, dass derzeit zwei Absolventinnen der Wiener Parteischule im Nationalrat sitzen, neun Absolventinnen im Wiener Landtag tätig sind sowie rund 130 Absolvent*innen in den verschiedenen Wiener Bezirksparlamenten mitarbeiten.“

Unter den Gästen der Eröffnung fanden sich u. a. Nationalratsabgeordnete Petra Bayr, Präsidentin des Kuratoriums der Wiener Bildungsakademie, sowie Maria Maltschnig, Direktorin des Karl-Renner-Instituts. Bayr verwies in ihrer Rede auf die Notwendigkeit von politischer Bildung in Zeiten globaler Umbrüche. Maltschnig betonte die enge Zusammenarbeit zwischen dem Karl-Renner-Institut und der Wiener Bildungsakademie.

Zum aktuellen Lehrgang erklärte Markytan: „Es ist ein besonderes Gefühl, gemeinsam einen neuen Lehrgang zu starten, Erfahrungen auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen.“ Sein Dank gelte vor allem auch den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die durch ihr Engagement sicherstellen, „dass diese Ausbildung in einer ausgezeichneten Weise durchgeführt werden kann.“ Er unterstrich zudem, dass die Lehrgänge laufend an die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen angepasst würden, um Qualität und Praxisrelevanz weiter zu stärken.

SPÖ-Bildungsorganisation besucht Vorarlberger Illwerke

Im Rahmen ihres Aufenthalts in Vorarlberg besuchte die Delegation der SPÖ-Bildungsorganisation mit dem SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden LAbg. Gerhard Schmid und dem SPÖ-Bundesbildungssekretär Wolfgang Markytan die illwerke vkw in Vandans. Nach der Begrüßung im Zentrum Montafon erhielten die Teilnehmer:innen eine ausführliche Projektvorstellung zum geplanten Lünerseewerk II – einem zentralen Zukunftsprojekt der heimischen Energieversorgung. Im Anschluss stand die Besichtigung des Energie Campus Montafon auf dem Programm, wo moderne Ausbildung, technologische Innovation und nachhaltige Energieerzeugung aufeinandertreffen. Hier werden etwa 100 Lehrlinge in neun Berufen ausgebildet.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Betriebsrestaurant wurde der Austausch mit Vertreter:innen der illwerke vkw vertieft. Danach ging es weiter ins Hochgebirge: In Partenen wurde das beeindruckende Kopswerk I besucht – ein technisches Meisterwerk der Wasserkraft, das bereits seit Jahrzehnten zur Versorgungssicherheit beiträgt. Der Besuch endete mit einer Besichtigung der Krafthauskaverne des Kopswerks II in Gaschurn-Rifa, das durch seine unterirdische Bauweise und Ingenieurskunst besticht.

Gemeinsam für Bildung und internationalen Austausch

Besuch der Bildungseinrichtungen der SP Schweiz und der SPD bei den SPÖ Bildungsorganisationen

In einer inspirierenden Woche des internationalen Austauschs und der Solidarität haben die Bildungseinrichtungen der SP Schweiz und der SPD die SPÖ-Bildungsorganisationen besucht. Unter der Leitung von SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan wurden neue Wege des Lernens erkundet. Der Besuch war von hochkarätigen Gästen begleitet, darunter Klaus Tovar, Leiter der SPD-Parteischule, den SPD-Mitarbeiterinnen Amelie Engel und Marion Vogel, Irina Mohr von der Friedrich Ebert Stiftung, der Generalsekretärin der SP Schweiz Rebekka Wyler, begleitet von den Schweizer SP-Mitarbeiter*innen Gina La Mantia und David Klingenbeck. “Der Besuch der Bildungseinrichtungen der SP Schweiz und der SPD bei den SPÖ-Bildungsorganisationen verdeutlicht die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, grenzüberschreitenden Austauschs und solidarischer Bildungsmaßnahmen”, stellte SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Mag. Gerhard Schmid fest. Wyler betonte die Wichtigkeit eines inklusiven Bildungssystems und hob hervor: “Gemeinsam können wir Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler erreichen und unsere Gesellschaft nachhaltig stärken.”

Ein wichtiger Punkt auf der umfangreichen Tagesordnung war auch das Zusammentreffen mit den neuen SPÖ-Bundesgeschäftsführer*innen Sandra Breiteneder und Klaus Seltenheim.

Im Rahmen des Programms wurde auch das ehemalige Parteihaus auf der rechten Wienzeile besucht, das heute als VGA – Verein der Geschichte der Arbeiterbewegung fungiert. Die Geschäftsführerin, Prof.in Mag.a Michaela Maier, führte die Delegation durch die historischen Räumlichkeiten und vermittelte einen Einblick in die reiche Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung. Weitere Programmpunkte waren u.a. der Besuch der Wiener Bildungsakademie der SPÖ und der SPÖ-Bundesgeschäftsstelle. Der Abschluss des interessanten Erfahrungsaustauschs fand gemeinsam mit Bürgermeister Michael Ludwig bei einem Konzert der Gardemusik des Österreichischen Bundesheeres im Arkadenhof des Wiener Rathauses statt.

Neben dem bildungspolitischen Besuch stand auch eine Kurzvisite bei der Wiener Volkshochschule Urania am Programm. Direktorin Mag.a Doris Zametzer erläuterte die Abläufe des “Flagschiffes der österreichischen Volksbildung” sowie Unterschiede zu politischen Bildungseinrichtungen.


SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betonte: „Wir haben uns in einer intensiven Klausur verschiedenste Abläufe in politischer Bildungsarbeit angesehen. Besonders interessant war auch die Frage, wie wir mit unseren Angeboten noch mehr Frauen erreichen können.” Klaus Tovar, Leiter der SPD-Parteischule, hob „den bildungspolitischen Kampf gegen rechte Tendenzen und Demokratiefeindlichkeit” hervor: „Das steht bei uns seit Jahren am Programm. Deswegen ist es uns wichtig, sich darüber mit Gleichgesinnten auszutauschen: Was nehmen wir woanders wie wahr und wie können wir gegensteuern?”

Einen besonderen Dank gab es in diesem Zusammenhang an die Wiener Bildungsakademie und dem Direktor Mag. Marcus Schober, der sowohl im Rathaus die Gruppe mit den realpolitischen Bildungsinhalten vertraut machte, als auch in den Räumlichkeiten der Wiener Bildungsakademie die Arbeit seiner Organisation vorstellte. Neben den umfangreichen Angeboten des neu geschaffenen Studios wurde dabei auch die Publikationsreihe “Wiener Perspektiven” vorgestellt und besprochen. Marcus Schober: “Die Wiener Bildungsakademie hat einen staatsbürgerlichen Bildungsauftrag. Des Weiteren haben wir viele internationale Aktivitäten im Programm und versuchen immer wieder, weitere Eindrücke auch vor Ort zu sammeln. Diese Mal sind die Bildungsorganisationen zu uns nach Wien gekommen. Die Einblicke in die politische Bildungsarbeit unserer Nachbarn haben uns beeindruckt und inspiriert.”

Abschließend erklärte Schmid, diesen internationalen Austausch in Zukunft regelmäßig stattfinden zu lassen: “Derzeit treffen wir einander etwa dreimal im Jahr online. Nächstes Jahr werden wir einander in Berlin wieder treffen.”