Tag -SPÖ-Bundesbildung

Gedenken an den 12. Februar 1934 – Erinnerung, Auftrag und Verantwortung

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid appellierte bei Gedenkveranstaltung: „Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie, um sie zu festigen“

Bei der Gedenkveranstaltung zu den Februarkämpfen 1934 am Goldmarkplatz am Mittwochabend wurde nicht nur der Opfer gedacht, sondern auch der bleibende Auftrag für Gegenwart und Zukunft in den Mittelpunkt gestellt. Das Erinnern an die Ereignisse des Jahres 1934 ist mehr als ein historischer Rückblick – es ist Mahnung, Verpflichtung und politischer Auftrag zugleich. Nach der Begrüßung durch den Wiener SPÖ-Bildungsvorsitzenden und stellvertretenden SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden Mag. Marcus Schober eröffneten Gesprächsrunden den Abend. Der Vorsitzende der Freiheitskämpferorganisation Dr. Gerald Netzl sowie die Vorsitzenden der Wiener Jugendorganisationen – Sozialistische Jugend und Junge Generation – spannten den Bogen von den dramatischen Ereignissen des Februar 1934 hin zu den Herausforderungen unserer Zeit. Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der jungen Generation, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Vizekanzler und SPÖ-Bundesparteivorsitzender Andreas Babler wurde unter großem Beifall begrüßt. Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte Prof. Dr. Gerhard Schmid, Landtagspräsident und Vorsitzender der SPÖ-Bundesbildungsorganisation. Er erinnerte an die Opfer der Februarkämpfe – an Todesurteile, Hinrichtungen und politische Verfolgung, exemplarisch an Karl Münichreiter, Georg Weissel, Koloman Wallisch sowie an den Sozialistenprozess und die Haft Bruno Kreiskys. Zugleich stellte er die zentrale Frage: Wie sichern wir heute das Vermächtnis der Freiheitskämpfer?

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat gegen ihre schleichende Erosion – durch Angriffe auf die Gewaltenteilung, Verschwörungsmythen, rechtsextreme Vernetzungen, politische Polarisierung und eine wachsende Repräsentationslücke im Parlament. Ebenso warnte er vor neuen Gefahren durch Künstliche Intelligenz, Desinformation, Deepfakes, Microtargeting, digitale Abhängigkeiten von internationalen Technologiekonzernen sowie vor der Schwächung des Qualitätsjournalismus. Sein Appell mündete in ein eindringliches Bekenntnis zur aktiven Demokratie: „Wo die Demokratie im Inneren zerstört wird, wird sie auch im Äußeren beseitigt. Darum kann sie nur gefestigt werden, wenn man sie ununterbrochen in Bewegung hält – durch eine Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie. Die Zeit der schrecklichen Vereinfacher ist noch nicht vorbei. Umso mehr gilt: Das wichtigste Gut der Menschheit ist die geistige und individuelle Freiheit in einem sozialen Zusammenhang. Das heißt, bei den Menschen zu sein – auch wenn es unbequem ist und wir unsere Blase verlassen müssen. Eine klare politische Linie ist immer besser als keine. Den Anfängen wehren – niemals vergessen.“

Ein weiterer Höhepunkt war die Rede von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Er erinnerte an den 12. Februar 1934 als Symbol für den Widerstand gegen autoritäre Entwicklungen und für den Einsatz um Demokratie und soziale Rechte. Gleichzeitig richtete er den Blick auf die aktuelle politische Situation und betonte, dass Solidarität kein abstrakter Begriff sei, sondern gelebte Praxis. Es sei leicht, „bei Sonnenschein“ nebeneinanderzustehen und Unterstützung zu bekunden. Entscheidend sei jedoch das solidarische Zusammenstehen in schwierigen Zeiten – und in solchen befänden wir uns derzeit. Als Vorsitzender der Wiener SPÖ unterstrich er sein klares solidarisches Verhalten gegenüber den demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern – innerhalb der Partei ebenso wie darüber hinaus. Demokratie lebe vom Respekt vor demokratischen Entscheidungen und vom gemeinsamen Eintreten für ihre Werte.

Einen besonderen Akzent setzte die künstlerische Gestaltung des Abends. SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betonte: „Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist nicht nur ein Erinnern, ein Zurückblicken, sondern auch ein Blick in die Gegenwart – oder sogar in die Zukunft. Darum ist es wichtig, dieses Gedenken nicht immer nur mit denselben traditionellen Elementen zu verbinden. Heute wurde eine künstlerische Performance dargeboten, die sehr beeindruckend war. Nina Abrahamczik trat als die Witwe, Bernd Herger als einer der Söhne von Karl Münchreiter auf. Sie präsentierten eine Lesung, unterstützt vom Performancekünstler Adrian Dorfmeister-Pölzer. Das ist genau die gelungene Art und Weise, wie ein solches Gedenken gelebt werden soll – mit klarem Fokus auf die Geschichte und zugleich mit der Frage, was wir für heute mitnehmen können – nicht als anbetende Asche, sondern als Weitergabe des Feuers.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Das Gedenken an den 12. Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein lebendiger Beitrag zur Stärkung demokratischer Kultur. Erinnerung wird so zur Haltung – mit Klarheit, mit Solidarität und mit dem festen Willen, Demokratie aktiv zu gestalten.

Alle Fotos: Christian Bader

Gründungstag der Ersten Republik – SPÖ-Bundesbildung: „Demokratische Errungenschaften gegen neue Bedrohungen verteidigen“

Schmid und Markytan erinnern an Bedeutung von Republik und Demokratie und warnen vor neuen Formen gesellschaftlicher Ungleichheit

Am 12. November 1918 wurde in Wien die Erste Republik ausgerufen – ein historischer Wendepunkt, der das Ende der Monarchie und den Beginn der demokratischen Selbstbestimmung markierte. Mehr als ein Jahrhundert später erinnert SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Dritter Präsident des Wiener Landtags Gerhard Schmid an die bleibende Bedeutung dieses Tages und mahnt zugleich, die demokratischen Errungenschaften gegen neue Bedrohungen zu verteidigen. „Das Vermächtnis der Männer und Frauen, die 1918 für die Gründung der Republik gekämpft haben, ist untrennbar mit unserem heutigen Verständnis von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit verbunden“, erklärt Schmid am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. „Sie haben unter schwierigsten Bedingungen für eine demokratische Republik gestritten – und uns damit den Weg geebnet, in Freiheit und sozialem Frieden leben zu können.“

Die Gründung der Republik war auch ein Triumph über alte Herrschaftsstrukturen. Sie bedeutete das Ende der Privilegien des Adels und den Beginn einer neuen Epoche politischer Teilhabe und sozialer Verantwortung. Besonders hebt Schmid die oft übersehene Rolle der Frauen hervor, die für Gleichberechtigung und politische Mitbestimmung kämpften: „Dieses Vermächtnis der Frauen wollen wir in Würdigung unserer Geschichte und in Kenntnis der Unterbrechung der Demokratie durch zwei Faschismen ganz besonders hochhalten“, betont Schmid. Gerade die Erfahrungen der autoritären Regime des 20. Jahrhunderts zeigen, wie zerbrechlich Demokratie sein kann. Umso wichtiger sei es heute, sie aktiv zu leben und zu verteidigen.

„Heute geht es wieder darum, die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit zu sichern, für Sozialität, Gerechtigkeit und die Erhaltung beziehungsweise Weiterentwicklung des Wohlfahrtsstaates einzutreten“, so Schmid weiter. „Das sind wir den Männern und Frauen schuldig, die damals die Republik unter schwierigsten Bedingungen erkämpft haben.“

Die soziale Demokratie bleibt damit nicht nur ein historisches Projekt, sondern eine tägliche Verpflichtung. Sie fordert, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und allen Menschen gleiche Chancen auf Teilhabe zu ermöglichen.

Einen aktuellen Blick auf diese Entwicklung wirft SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der auf den tiefen Wandel seit 1918 hinweist und die Verbindung zu den Herausforderungen des digitalen Zeitalters herstellt: „Mit dem Ende der Herrschaft des Adels kam es 1918 zur Ausrufung einer Republik. Das bedeutet, dass keine Herrschaftssysteme aufgrund von Vererbung mehr möglich sind, sondern aufgrund demokratischer Wahlen und der Möglichkeit, dass sich alle Menschen am politischen Prozess beteiligen.“

Markytan warnt zugleich vor einer neuen Form gesellschaftlicher Ungleichheit: „Heute sprechen wir von einer Form des digitalen Feudalismus, wenn es darum geht, dass wir immer weniger Menschen die Möglichkeit geben, an den normalen Prozessen teilzunehmen, die zunehmend von digitalen Algorithmen gesteuert werden.“ Damit knüpft Markytan an seine Analyse im Beitrag „Feudalismus – die Rückkehr eines überholten Herrschaftssystems“ in der Zeitschrift „Zukunft“ an, in dem er beschreibt, wie wirtschaftliche Machtkonzentration und algorithmische Kontrolle neue Abhängigkeiten schaffen. Demokratie, so Markytan, müsse sich auch im digitalen Raum behaupten, um ihrer Grundidee treu zu bleiben.

Am Ende steht ein gemeinsames Bekenntnis, das Schmid mit Nachdruck formuliert: „Es lebe die Republik.“

Fotos: Bernd Herger

Neutralitäts-Enquete der SPÖ-Bildung – Schmid: „Neutralität unverzichtbare Grundlage der österreichischen Politik und Neutralität“

Die SPÖ-Bundesbildung lud zu Enquete „Neutralität im Wandel der Zeit“ mit u.a. SPÖ-Bildungsvorsitzendem Gerhard Schmid, Direktor des Renner-Instituts Sascha Obrecht und Expert:innen

Am 24. Oktober hat die SPÖ-Bundesbildung zu einer großen Enquete zum Thema „Neutralität im Wandel der Zeit“ in die Wiener Bildungsakademie geladen. SPÖ-Bildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid, Direktor des Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht und renommierte Expert:innen aus Politik, Wissenschaft und Friedensforschung haben sich darüber ausgetauscht, wie Neutralitätspolitik in Zeiten internationaler Spannungen und zunehmender geopolitischer Verflechtungen verstanden und gelebt werden kann. Vor 70 Jahren, am 26. Oktober 1955, wurde das Bundesverfassungsgesetz über die österreichische Neutralität beschlossen. Die Enquete, die rund 50 Gäste besuchten, hat spannende Perspektiven geboten und war ein voller Erfolg. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid betonte bei der Eröffnung der Enquete: „Die Neutralität ist heute nach wie vor eine unverzichtbare Grundlage der österreichischen Politik und Identität.

Schmid sagte, dass „Neutralität unter ständigem Angriff von verschiedenen politischen Seiten steht. Man muss die Neutralität unter den heutigen Rahmenbedingungen wieder mit einer aktiven Außenpolitik gestalten und ihr einen offensiven völkerverbindenden Stellenwert geben. Das ist auch aus Wiener Sicht als Ort des Dialogs und der Verantwortung als UNO-Sitz von besonderer Bedeutung. In offensiver Weise kann eine aktive Neutralitätspolitik ein wertvoller Beitrag für Völkerverständigung, Frieden und Demokratie sein und die Türen als Ort der Begegnung öffnen.“

Bundespräsident a. D. Heinz Fischer erinnerte in einer Videobotschaft an die Errungenschaften Bruno Kreiskys für die Neutralität Österreichs: „Kreisky war ein besonders engagierter Verfechter und Befürworter der Neutralität und einer Neutralitätspolitik mit verfassungsrechtlicher Grundlage. Wir können froh darüber sein, dass Kreisky so entschieden für die Neutralität eingetreten ist.“ Fischer begrüßte zudem, dass im aktuellen Regierungsprogramm mehrfach das Bekenntnis zur Neutralität festgeschrieben wurde.

Dr. Sascha Obrecht, Direktor des Renner-Instituts, sagte in seinem Statement: „Die Neutralität ist tief mit der österreichischen Identität verwoben und ein hohes Gut. Gerade in Zeiten zunehmender internationaler Konflikte bietet sie die Möglichkeit, Instrument selbstbestimmter und aktiver Außen- und Friedenspolitik zu sein.“

In ihrer Keynote zum Thema „Österreichs Neutralität zwischen außenpolitischer Positionierung und aktiver Neutralitätspolitik“ warnte Univ.-Prof.in Dr.in Lucile Dreidemy, MA von der Universität Wien: „Wenn wir von einer Zunahme der antidemokratischen Kräfte in der Welt ausgehen, frage ich mich, wie die Welt aussehen würde, wenn wir diesen aufgerüstete Waffenarsenale mitgeben.“

Privatdozent Mag. Dr. Thomas Roithner, Friedensforscher an der Universität Wien, sagte beim Expert*innengespräch zum Thema „Aktive Neutralitätspolitik und ihre Chancen“: „Ein neutraler Staat verpflichtet sich, an keinem Krieg teilzunehmen, auf keiner Seite. Neutral sein heißt aber nicht, nichts zu tun. Wie können wir global und im EU-Rahmen friedenspolitische Gestaltungsräume wahrnehmen? Österreichs Neutralität muss glaubwürdig und nützlich sein. Ein positives Beispiel ist Österreichs Engagement bei der humanitären Abrüstung und Rüstungskontrolle. Stellvertretend steht hier der völkerrechtliche Atomwaffenverbotsvertrag.“

Mag. Dr. Florian Wenninger, Leiter des Instituts für Historische Sozialforschung, betonte: „Wenn wir über die Abkehr von der Neutralität debattieren, müssen wir offen aussprechen, was die Alternative wäre: Der Beitritt zu einem Verteidigungsbündnis – in Ermangelung einer Europäischen Sicherheitsarchitektur wäre das realiter die NATO. Dies würde die Aufstockung der zu erwartenden Verteidigungsausgaben auf 5 Prozent des BIP bedeuten, was nachhaltige Einschnitte in das österreichische Sozialsystem unvermeidlich machen würde. Eine durchaus fragwürdige Steigerung der äußeren Sicherheit ginge also einher mit einer massiven Schwächung der sozialen Sicherheit. Zudem ist die Hoffnung, die Konjunktur mithilfe von Rüstungsausgaben anzukurbeln, verfehlt: Volkswirtschaftlich wirken Rüstungsausgaben wie Konsumausgaben, sie lösen keine nachhaltigen Effekte aus, zudem wandern sie zu mehr als zwei Dritteln ins Ausland. Demgegenüber wären Infrastrukturinvestitionen, etwa im Bereich der Eisenbahn, wesentlich sinnvoller.“

Dr.in Karin Moser, Historikerin und Moderatorin des Gesprächs, betonte: „Die aktuelle internationale geopolitische Situation stellt uns vor neue Herausforderungen, sie bietet uns aber auch neue Chancen im Sinne einer aktiven österreichischen Neutralitätspolitik, wie z.B. ein globales Engagement in Fragen der sozialen Sicherheit, in Gleichstellungsfragen, im Bereich der digitalen Sicherheit oder der Sicherung der Pressefreiheit.“

SERVICE: Fotos von der Enquete stehen in Kürze auf der Flickr-Seite der SPÖ-Bildung unter https://www.flickr.com/people/196943159@N03/ zum Download zur Verfügung.

Foto v. links n. rechts: Mag. Dr. Florian Wenninger, Dr.in Karin Moser, Mag. Dr. Thomas Roithner, Univ.-Prof.in Dr.in Lucile Dreidemy, MA Foto: SPÖ Bundesbildung

Rudolf-Edlinger-Hof: Politische Würdigung für einen aufrechten Sozialdemokraten

Die Stadt Wien hat einen umfassend renovierten Gemeindebau in der Deutschordenstraße 7–25 in Wien Hütteldorf feierlich nach dem ehemaligen Finanzminister und langjährigen SPÖ-Politiker Rudi Edlinger benannt. Die Wohnhausanlage liegt direkt hinter dem Weststadion – ein Ort mit starker persönlicher Symbolkraft, war Edlinger doch über ein Jahrzehnt Präsident des SK Rapid und als leidenschaftlicher Fan tief mit dem Verein verbunden.

Bei der Gedenkveranstaltung war auch die SPÖ Bildung prominent vertreten: Gerhard Schmid, Vorsitzender der SPÖ Bildung, würdigte Rudi Edlinger als politische Ausnahmeerscheinung und bleibendes Vorbild. Begleitet wurde er von Wolfgang Markytan, Geschäftsführer der SPÖ Bildung, sowie von Bernd Herger, ehrenamtlich in der Organisation tätig. Auch der langjährige Geschäftsführer des SK Rapid, Christoph Peschek, nahm an der Benennungs-Zeremonie teil. ein sichtbares Zeichen für die Verbindung zwischen Politik und Sport, die Edlinger über Jahrzehnte geprägt hat.

„Rudi Edlinger war ein aufrechter Sozialdemokrat, der nie vergessen hat, woher er kommt. Sein politisches Handeln war geprägt von Gerechtigkeit, Verantwortungsbewusstsein und tiefer Verbundenheit mit der sozialen Idee. Für uns alle bleibt er ein Vorbild.“ – Gerhard Schmid, Vorsitzender SPÖ Bildung

Ein Gemeindebau mit Geschichte und Zukunft

Mit dem Rudolf-Edlinger-Hof wird nicht nur einem großen Sozialdemokraten gedacht – es wird auch ein Stück Wiener Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Die umfassende Renovierung steht sinnbildlich für ein Wien, das Tradition und Fortschritt miteinander verbindet und dabei nie seine sozialpolitischen Grundwerte vergisst.

SPÖ-Bundesbildung trauert um Dr. Erich Fröschl

Die SPÖ-Bundesbildung trauert um den ehemaligen Direktor des Karl-Renner-Instituts Dr. Erich Fröschl, der im 80. Lebensjahr in Wien verstorben ist. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, MA würdigen Fröschl als „herausragenden Politikwissenschafter und Bildungsvermittler“. Fröschls Arbeit habe die politische Bildungslandschaft in Österreich nachhaltig geprägt, so Schmid. „Unter seiner Führung profilierte sich das Renner-Institut durch eine Vielzahl von öffentlichen Veranstaltungen mit prominenten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland als Forum der öffentlichen politischen Diskussion“, so Schmid. Gleichzeitig wurde die Reichweite des Bildungsangebots ausgebaut – „das Renner-Institut wurde zu einer zentralen Einrichtung für politische Bildung“, so Markytan, der die gute Zusammenarbeit der SPÖ-Bildung mit Fröschl und dem Renner-Institut würdigt.

Nach seiner Funktion als Direktor übernahm Fröschl bis zu seiner Pensionierung die Leitung der internationalen Akademie des Renner-Instituts. „Die Auswirkungen der Globalisierung und die Vermittlung zukunftsfähiger Antworten durch die Politik standen im Mittelpunkt der Bildungsprojekte“, so Markytan. Fröschl strebte immer nach einer modernen, offenen Bildungsarbeit auch über die Partei- und Landesgrenzen hinaus, so Schmid, der an die internationale Vernetzungsarbeit Fröschls erinnert. Schmid und Markytan: „Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freund*innen Fröschls.“

Foto: Walter Henisch

 

Große Trauer um Käthe Sasso: „Wir verlieren eine unbeugsame Antifaschistin“

Die Sozialdemokratische Bildungsorganisation trauert um die Widerstandskämpferin und Zeitzeugin Käthe Sasso. „Einer der großartigsten Menschen unserer Zeit hat uns für immer verlassen. Die Widerstandskämpferin, KZ-Überlebende und Zeitzeugin Käthe Sasso ist in der vergangenen Nacht im 99. Lebensjahr von uns gegangen“, erklärt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid, und hält fest: „Österreich verliert eine unbeugsame Antifaschistin, eine Patriotin im besten Sinne des Wortes und ich persönlich eine mütterliche, unglaublich liebenswerte Freundin. Ihr Werk muss für weitere Generationen fortgeführt werden, in der Verpflichtung gegenüber jenen, die für ein freies Österreich gestorben sind.“

Sasso habe unvorstellbares Leid erfahren, war in Nazi-Haft und sei nur auf Grund ihres jugendlichen Alters der Hinrichtung entkommen. „Sofort nach der Entlassung aus der Haft wurde sie in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und hat dort gemeinsam mit Rosa Jochmann, wo immer sie nur konnte, ihre Menschlichkeit unter Beweis gestellt. Nach der Befreiung vom Terror des Nationalsozialismus hat Käthe Sasso ihr Leben der Aufklärung gewidmet. Als Zeitzeugin war sie unermüdlich in Schulen und mit der Jugend unterwegs“, erinnert Schmid. Dem Engagement von Käthe Sasso sei es zu verdanken, dass die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof, wo die Opfer der NS-Justiz verscharrt wurden, im Jahr 2013 zur Nationalen Gedenkstätte erhoben wurde.

„Bis zum letzten Augenblick hat Käthe Sasso dafür gekämpft, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein unantastbares – das höchste – Gut sein müssen. Die Erinnerung an die durch das NS-Regime ermordeten Frauen und Männer muss heute Verpflichtung für uns alle sein, tagtäglich für die Demokratie einzutreten“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende, der daran erinnert, dass Vertreter der SPÖ-Bundesbildung Käthe Sasso noch vor wenigen Tagen in Winzendorf zum 98. Geburtstag gratulierten und ihr für ihr Lebenswerk den Marie-Jahoda-Preis der SPÖ-Bundesbildung überreichten. „Wir werden Käthe stets ein würdiges Andenken bewahren und sie nicht vergessen“, unterstreicht Schmid.

 

Trauer um Franz Leichter

„Mit Dr. Franz Leichter verliert die SPÖ-Bildung einen langjährigen Wegbegleiter und inspirierenden Freund, mit dem wir über viele Jahre in ebenso regem wie fruchtbarem Austausch standen. Franz Leichter war der österreichischen Sozialdemokratie stets eng verbunden. Er war ein großer Humanist, der trotz seines persönlichen Schicksals nie den Glauben an das Gute im Menschen verloren hat. Er hat bis zuletzt an die Kraft sozialdemokratischer Ideen geglaubt. Wir verlieren mit Franz Leichter einen großartigen Demokraten und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, der ein beeindruckendes Lebenswerk hinterlässt“, betonen SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und der Vorsitzende der Wiener SPÖ-Bildung, Erster Landtagspräsident Ernst Woller. Der Zeitzeuge und ehemalige Senator des Staates New York, Franz Leichter, ist 92-jährig verstorben. Der Sohn der großen Sozialwissenschaftlerin und Pionierin der Frauenbewegung Käthe Leichter musste vor dem Nazi-Regime aus Wien flüchten und kam mit seinem Vater und Bruder in die USA, wo er es zu einem der angesehensten Senatoren des Staates New York brachte.

Auch der Wiener SPÖ-Bildungssekretär und Direktor der Wiener Bildungsakademie Mag. Marcus Schober ist tief betroffen über den Tod von Franz Leichter: „Franz Leichter war seiner Zeit immer voraus. Egal ob es um Frauenpolitik, gleichgeschlechtliche Ehen oder Sozialpolitik in einer modernen Stadt ging, Ziel von Franz Leichters Politik war es stets, Ungerechtigkeiten mit Solidarität zu bekämpfen. Ich konnte viele Ideen und Mut aus unserer Freundschaft ziehen. Wir verlieren mit ihm einen mutigen, inspirierenden und vor allem herzlichen Politiker und Freund.“ Betroffen zeigt sich auch SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan: „Erst vor wenigen Monaten durfte ich Franz Leichter in New York besuchen. Neben einem sehr emotionalen Interview zu seinem Leben lag es ihm wie immer sehr am Herzen, sich mit uns über die aktuelle Situation in Österreich auszutauschen. Besonders die Erlebnisse und Verbundenheit mit seiner Mutter Käthe Leichter bleiben eine prägende Erinnerung für mich. Mein ganzes Mitgefühl und meine tiefe Anteilnahme gelten der Familie und den Freund*innen von Franz Leichter.“

Foto: swarthmore college bulletin

Gratulation an Robert Menasse zum Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2022

„Robert Menasse ist ein Denker, ein glühender Europäer, einer, der seine Gedanken auf eine Art und Weise in Worte fasst, dass sie verstanden werden und auch bei vermeintlich trockenen Themen zum Schmunzeln verleiten. Er ist ein Erzähler in bestem Sinne. Wer, wenn nicht er, kann es schaffen, aus einer so spröden Materie wie der Europäischen Union mit all ihren für Laien kaum nachzuvollziehenden Zuständigkeiten und Entscheidungsabläufen einen spannenden Roman zu entwickeln. Herzliche Gratulation an Robert Menasse zum Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch des Jahres 2022“, betonen SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan am Montag anlässlich der Verleihung des Hauptpreises für das Politische Buch an Robert Menasse für seinen Roman „Die Erweiterung“. „Herzliche Gratulation auch an Salman Rushdie, der den Preis für sein publizistisches Gesamtwerk erhält, und an alle weiteren Preisträgerinnen und Preisträger“, so Schmid und Markytan.

   Der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird seit 1993 verliehen. Jährlich wird damit vom Karl-Renner-Institut in Zusammenarbeit mit dem SPÖ-Parlamentsklub und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation politische Literatur ausgezeichnet, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz einsteht. Die Preisverleihungen finden im ersten Halbjahr 2023 statt.

Gerhard Schmid zu “75 Jahre Wiener Parteischule”

Die 1947 von Karl Czernetz gegründete Wiener Parteischule feiert heuer ihren 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass fand am 7. September eine Festveranstaltung in der Kulturgarage der Volkshochschule in der Seestadt Aspern statt. Mit zahlreichen Ehrengästen, Teilnehmer*innen der Wiener Parteischule und ranghohen Vertreter*innen der SPÖ. Und natürlich den Verantwortlichen und Mitarbeiter*innen der Wiener Parteischule. Für die musikalische Begleitung sorgten Romy-Preisträger Mosa Sisic und Band.

In seiner Rede zur Eröffnung der Festveranstaltung hielt der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, Prof. Dr. Gerhard Schmid, fest: „Eine Arbeit der SPÖ Bundesbildung ohne Wiener Bildung ist undenkbar. Das, was hier von der Wiener Bildung seit Jahrzehnten mit der Wiener Parteischule vorgegeben wird an inhaltlichen Levels, an Begeisterung, an Perspektive, auch an gutem Miteinander, geschieht in einer wunderbaren Verbindung. Es geht nämlich auch um das Miteinander: Dass man gemeinsam Exkursionen unternimmt, dass man gemeinsam im Ausland tätig ist und dass man den eigenen Horizont erweitern kann.“ Und Gerhard Schmid stellte klar: „SPÖ-Bundesbildung, Wiener Parteischule, Wiener Bildungsakademie und Renner Institut bilden eine Einheit, auch hier steht das Miteinander, die Zusammenarbeit, im Vordergrund. Ich danke allen für das große Engagement und freue mich, dass ich als Referent dazu beitragen darf.“

Hier geht es zum Video

Hinweis: Der vollständige Bericht der Veranstaltung mit Statements von SPÖ-Bundesparteivorsitzende Dr.in Pamela Rendi-Wagner, SPÖ Wien-Vositzendem, Bürgermeister Dr. Michael Ludwig, dem Vorsitzenden der Wiener Bildung, Landtagspräsident Ernst Woller, dem Direktor der Wiener Bildungsakademie, Mag. Marcus Schober und weiteren Redner*innen folgt in Kürze! Ebenso ein Video-Zusammenschnitt der gesamten Veranstaltung!

Montag, 9. Mai: 1. Prof. Rudolf-Gelbard-Symposium

Am kommenden Montag, dem 9. Mai, findet im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses das 1. Prof. Rudolf-Gelbard-Symposium statt. Veranstaltet wird das hochkarätig besetzte Symposium zu Ehren des im Jahr 2018 verstorbenen Holocaust-Überlebenden, Antifaschisten und Zeitzeugen Rudolf Gelbard von der SPÖ-Bundesbildung. Nach der Begrüßung durch SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Schmid stehen Referate und Gesprächsrunden zu folgenden Themen auf dem Programm:

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ein Kampf der nie zu Ende geht

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig

Nationalratspräsidentin Doris Bures

Im Gespräch über Professor Rudolf Gelbard

– Eva Maria Holzleitner, BSc, Nationalratsabgeordnete und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende

– Dr. Gerald Netzl, Vorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen

– Dr.in Elisabeth Pittermann, Stadträtin a.D.

– Dr. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

– Mag.a Hannah Lessing, Generalsekretärin Nationalfonds der Republik Österreich

– Dr.in Erika Padan Freeman, Psychoanalytikerin und Zeitzeugin

– Dr.in Pamela Rendi-Wagner, Vorsitzende der SPÖ

Ausblick

Landtagsabgeordneter Mag Marcus Schober, Direktor der Wiener Bildungsakademie

Musikalische Untermalung

Wiener Lieder von Hermann Leopoldi vorgetragen von Boris Eder begleitet am Klavier von Felix Lemke

Moderation: Mag.a Patricia Pawlicki

1. Prof. Rudolf-Gelbard-Symposium

Zeit: Montag, 9. Mai 2022, Einlass um 18:30 Uhr, Beginn um 19:00 Uhr

Ort: Wiener Rathaus, Stadtsenatssitzungssaal