Tag -Nationalsozialismus

27. Jänner: Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Immer wieder ist es uns eine Verpflichtung, am 27. Jänner den Opfern der „Shoa“ zu gedenken. In einem unvorstellbaren Ausmaß wurde aus minderwertigen Gründen eine Massenvernichtung von über 6 Millionen Juden und Jüdinnen, darunter 1,5 Millionen Kinder, der Roma und Sinti durchgeführt. Die Ermordung und Erniedrigung von Menschen aus rassischen, religiösen, kulturellen und politischen Gründen brachte die dunkelste Seite der Menschen zu Tage.

Der Internationale Holocaust-Gedenktag (auch internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust bzw. engl. International Holocaust Remembrance Day) findet jährlich am 27. Jänner statt. Seit vielen Jahren ist dieser Aktionstag ein Fixpunkt im jährlichen Gedenkkalender und ein wichtiger Anlass für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Jede und jeder ist aufgerufen, aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus aufzutreten.

Die Resolution 60/7 der Vereinten Nationen fordert „die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Programme zu erarbeiten, die die Lehren des Holocaust im Bewusstsein künftiger Generationen verankern werden, um verhindern zu helfen, dass es in der Zukunft wieder zu Völkermordhandlungen kommt“ und „verurteilt vorbehaltlos alle Manifestationen von religiöser Intoleranz, Verhetzung, Belästigung oder Gewalt gegenüber Personen oder Gemeinschaften auf Grund ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung, gleichviel wo sie sich ereignen“.

2005 wurde der Internationale Holocaust Gedenktag von den Vereinten Nationen eingeführt. Dass der Tag auf den 27. Jänner fällt, ist kein Zufall, sondern erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahre 1945. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde zum Synonym für die industrielle Massenvernichtung der Juden und Jüdinnen. In Österreich wurde der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erstmals 2012 begangen, als die damalige Nationalratspräsidentin Barbara Prammer eine Veranstaltung im Parlament veranstaltete.

Seit 2012 setzt die Plattform „Jetzt Zeichen setzen“ mit einer Gedenkkundgebung am Wiener Heldenplatz, bei der Überlebende und Politiker*innen zu Wort kommen, ein starkes Zeichen gegen den Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismus. Besonderes Augenmerk wird bei allen Veranstaltungen auf das Erzählen von Zeitzeug*innen gelegt. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen und teilen ihre Erlebnisse mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, um an die schrecklichen Taten zu erinnern.

Die Sozialdemokratie ist seit ihrem Entstehen eine internationale Friedens- und Bildungsbewegung. Nicht nur das Wissen, dass alles Leid dieser Welt von Hass und Gier, Gewalt und Krieg ausgeht, bewegt uns dazu, immer wieder an die schrecklichen Ereignisse kriegerischer Auseinandersetzungen zu gedenken. In diesem Sinne fordern wir: Nie wieder Krieg!

 

„ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid“ #95: Dr. Jochen Böhler, Historiker, Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies

In dieser fesselnden Episode der „ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid“ ist der Historiker Dr. Jochen Böhler vom Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies zu Gast. In einem tiefgehenden Dialog über die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die Bedeutung der historischen Aufarbeitung teilt Jochen Böhler, ein Experte auf dem Gebiet der Kriegsverbrechen, seine umfangreichen Forschungen und Erkenntnisse. Nicht nur die Brutalität des Krieges wird beleuchtet, sondern auch die Notwendigkeit der Erinnerungskultur betont.

Das Gespräch bietet Einblicke in Böhlers Arbeit am Vienna Wiesenthal Institute, wo er sich mit der Dokumentation und Aufarbeitung von NS-Verbrechen beschäftigt. Durch seine Forschungen trägt er wesentlich dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung der Geschichtserhaltung zu schärfen und die Lehren aus der Vergangenheit für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Im Gespräch wird auch darüber diskutiert, wie wichtig es ist, die Wahrheit über historische Ereignisse zu öffentlich zu machen und gleichzeitig die Würde der Opfer zu wahren.

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Foto: Richard Tanzer