Tag -Mario Leiter

Erfolgreiche Premiere der Bregenzer Sommergespräche: Europa braucht Orientierung, Dialog und politische Bildung

Mit dem 1. Bregenzer Sommergespräch ist in Vorarlberg ein neues Forum für den Austausch über internationale Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und die Zukunft Europas erfolgreich gestartet. Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und politischer Bildung diskutierten vor zahlreichen interessierten Gästen die großen Herausforderungen unserer Zeit – von geopolitischen Machtverschiebungen über wirtschaftliche Resilienz bis hin zu Demokratie, Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Mario Leiter, Vorsitzender der SPÖ Vorarlberg. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung Vorarlbergs als weltoffenes Bundesland im Herzen Europas und unterstrich, wie wichtig ein breiter gesellschaftlicher Dialog über die großen Zukunftsfragen sei.

Die inhaltliche Einführung gestaltete Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ und Dritter Präsident des Wiener Landtages. In seinem Input spannte er den Bogen von den historischen Entwicklungen Europas bis zu den aktuellen internationalen Krisen. Er machte deutlich, dass Europa heute vor tiefgreifenden Veränderungen stehe und politische Bildung eine zentrale Voraussetzung sei, um Demokratie zu stärken, Desinformation entgegenzuwirken und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Im anschließenden Podium diskutierten Dr.in Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Deutschland, Dr. Herbert Cordt, Vorsitzender des Aufsichtsrates von RHI Magnesita und langjähriger internationaler Wirtschaftsmanager, sowie Dr.in Daniela Kittner, Journalistin und Medienberaterin. Durch die Diskussion führte der Historiker Flavio Schily, BA.

Im Mittelpunkt standen die geopolitischen Veränderungen einer zunehmend multipolaren Weltordnung, die Rolle Europas zwischen internationalen Machtzentren, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Fragen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Umgang mit Desinformation und technologischen Umbrüchen. Ein gemeinsamer Tenor der Diskussion war, dass Europa seine Handlungsfähigkeit weiter stärken, strategische Abhängigkeiten reduzieren und gleichzeitig an den Grundwerten von Demokratie, Solidarität und internationaler Zusammenarbeit festhalten müsse.

Darüber hinaus wurde die entscheidende Rolle politischer Bildung hervorgehoben. Nur gut informierte Bürger:innen könnten demokratische Prozesse aktiv mitgestalten und komplexe internationale Entwicklungen einordnen. Die Sommergespräche sollen deshalb künftig regelmäßig Raum für fundierte Debatten über die langfristigen Herausforderungen Europas und der Welt bieten.

Dr.in Bärbel Kofler: “Rückzug und Angst waren noch nie eine Antwort auf Herausforderungen, sondern die Frage ist, wie kann man partnerschaftlich mit anderen Ländern Lösungen für die Herausforderungen finden.“

Dr.in Bärbel Kofler ortet in Europa Rückzug zum Nationalismus. „Und das ist die falsche Antwort. Rückzug und Angst waren noch nie eine Antwort auf Herausforderungen, sondern die Frage ist, wie kann man partnerschaftlich mit anderen Ländern Lösungen für die Herausforderungen finden.“

Dr. Herbert Cordt: “Um es auf den Punkt zu bringen: Europa ist alt, reich und bequem. Und das ist keine gute Kombination, wenn man mit den Trumps, Xis und mit den Putins zu tun hat.“

Dr. Herbert Cordt verwies auf die aktuelle Situation Europas: „Zerstritten und langsam in den Entscheidungsprozessen. Mit Trump, Putin und Xi werden die mächtigsten Staaten der Welt von Autokraten geführt bzw. sind am Weg zur Autokratie. Um es auf den Punkt zu bringen: Europa ist alt, reich und bequem. Und das ist keine gute Kombination, wenn man mit den Trumps, Xis und mit den Putins zu tun hat.“ Dr.in Daniela Kittner hielt fest: „Die nationale Politik hinkt der Globalisierung und den Problemen, die dadurch und durch die Krisen zutage getreten sind, hinterher. Das ist eine ganz massive Verschiebung, die in den letzten Jahren stattgefunden hat.“

Daniela Kittner: „Die nationale Politik hinkt der Globalisierung und den Problemen, die dadurch und durch die Krisen zutage getreten sind, hinterher.

Mit dem 1. Bregenzer Sommergespräch wurde ein erfolgreicher Auftakt geschaffen. Die Veranstalter sehen darin den Beginn eines neuen Dialogformats, das Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft zusammenbringt und einen Beitrag zu einer offenen, informierten und demokratischen Debattenkultur leisten soll.