Tag -Käthe Sasso

SPÖ-Bundesbildungsorganisation eröffnet 60. Lehrgang der Wiener Parteischule

Jubiläumslehrgang nach Widerstandskämpfer*innen Professorin Käthe Sasso und Friedrich Pollak benannt

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation eröffnet gemeinsam mit der Wiener Bildungsakademie und dem Karl-Renner-Institut den 60. Lehrgang der Wiener Parteischule, der erstmals nach zwei herausragenden Persönlichkeiten des antifaschistischen Widerstands und der sozialdemokratischen Bildungsarbeit benannt ist: Professorin Käthe Sasso und Friedrich Pollak. Mit der Benennung dieses Jubiläumslehrgangs würdigt die SPÖ zwei Menschen, deren Lebenswege untrennbar mit dem Kampf gegen Faschismus, mit politischer Bildung und mit demokratischer Verantwortung verbunden sind. Die Erinnerung an Prof.in Käthe Sasso, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, Zeitzeugin und jahrzehntelange Wegbegleiterin der sozialdemokratischen Bildungsarbeit, ist dabei Verpflichtung und Auftrag zugleich. „Käthe Sasso hat ihr Leben dem Widerstand, der Aufklärung und der Menschlichkeit gewidmet. Sie war eine unbeugsame Antifaschistin, die bis zuletzt ihre Stimme erhoben hat – gegen das Vergessen, gegen Relativierung und für eine lebendige Demokratie. Politische Bildung ohne Haltung war für sie undenkbar. Ihr Vermächtnis ist Mahnung und Ermutigung zugleich, gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte wieder stärker unter Druck geraten“, betont SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid.

Auch die Benennung nach Friedrich Pollak ist ein bewusstes Zeichen der Wertschätzung und der Sichtbarmachung. Pollak war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, engagierter Sozialdemokrat und ein prägender Akteur der Bildungs- und Erinnerungspolitik. Dennoch blieb sein Wirken lange Zeit eher „unter dem Radar“ der breiten öffentlichen Erinnerung. „Friedrich Pollak ist eine jener Persönlichkeiten, die sich ein ehrendes Andenken mehr als verdient haben, die aber im kollektiven Gedächtnis zu wenig präsent waren. Durch die engagierte Aufarbeitung seiner Familie und durch die Arbeit des Lokalhistorikers Alexander Karazman kommt nun neuer Schwung in die Gedenkarbeit. Mit der Benennung dieses Lehrgangs holen wir Pollak bewusst zurück auf unseren Erinnerungsschirm und schenken ihm jene Achtung, die seinem Einsatz für Demokratie und Bildung entspricht“, erklärt SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan.

Besonders bedeutsam war, dass bei der Eröffnung des Lehrgangs auch die Stieftochter Friedrich Pollaks sowie sein Enkel Herbert Oplustil anwesend waren. Ihre Teilnahme unterstrich die persönliche Dimension der Erinnerung und machte deutlich, dass politische Bildungsarbeit immer auch Verantwortung gegenüber den Lebensgeschichten jener trägt, die für Freiheit und Demokratie eingetreten sind.

Die Wiener Parteischule ist eine der traditionsreichsten politischen Bildungseinrichtungen Österreichs. Seit 1947 wird sie ohne Unterbrechung geführt und ist damit eine echte Erfolgsgeschichte sozialdemokratischer Bildungsarbeit. Mehr als 1.000 Absolventinnen und Absolventen haben den Lehrgang bislang abgeschlossen.

Aus der Wiener Parteischule entwickeln sich unterschiedliche Formen politischer Teilhabe. Ein Teil der Absolventinnen und Absolventen übernimmt politische Funktionen oder Mandate: Derzeit haben neun Abgeordnete des Wiener Gemeinderats und Landtags die Wiener Parteischule absolviert – darunter auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Andere wirken als Funktionärinnen und Funktionäre in Partei, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft oder tragen demokratische Werte als politisch gebildete Bürgerinnen und Bürger in ihr Umfeld.

Mit dem 60. Lehrgang setzen die SPÖ-Bundesbildungsorganisation, die Wiener Bildungsakademie und das Karl-Renner-Institut ein gemeinsames Zeichen: Politische Bildung, Erinnerungskultur und antifaschistische Haltung gehören zusammen – und sind Voraussetzung für eine starke, solidarische Demokratie.

SPÖ-Bildung gedachte Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso in Oberpullendorf und Nebersdorf

Schmid: „Erinnerung ist kein Rückblick aus Pflichtgefühl, sondern ein aktiver Teil unserer demokratischen Haltung“

Die SPÖ-Bildung hat in Oberpullendorf und Nebersdorf gemeinsam mit dem Lokalhistoriker Alexander Karazman ein deutliches Zeichen für eine lebendige und dauerhafte Erinnerungskultur gesetzt. Im Mittelpunkt stand der Besuch des Denkmals für den Roma-Retter György Gedeon Rohonczy in Oberpullendorf sowie das Gedenken an Professorin Käthe Sasso in Nebersdorf. In würdigem Rahmen wurden die Gedenkorte besucht und Blumen niedergelegt. Damit wurde nicht nur an außergewöhnliche Taten der Menschlichkeit erinnert, sondern auch an die Verantwortung, Gedenken im öffentlichen Raum sichtbar und kontinuierlich zu halten. „Erinnerung ist kein Rückblick aus Pflichtgefühl, sondern ein aktiver Teil unserer demokratischen Haltung“, betont SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid, der ergänzt: „Menschen wie György Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso haben gezeigt, dass Solidarität, Mut und klare Haltung selbst unter schwersten Bedingungen möglich waren. Diese Orte stehen dafür, dass Menschlichkeit stärker ist als Hass – und dass wir solche Vorbilder dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein verankern müssen.“

György Gedeon Rohonczy rettete während der NS-Diktatur mehr als hundert Roma und Romnja vor Deportation und Tod. Das Denkmal in Oberpullendorf würdigt damit nicht nur eine einzelne historische Persönlichkeit, sondern erinnert zugleich an die Verfolgung der Roma und Romnja und an die Verpflichtung, Antiziganismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung entschieden zurückzuweisen. Gerade ein solcher Ort der Erinnerung macht deutlich: Gedenken darf nicht auf Jahrestage beschränkt bleiben, sondern muss im Alltag präsent sein – als Mahnung und als Orientierung. Wolfgang Markytan, SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer, unterstreicht die Bedeutung dieser Gedenkarbeit für die politische Bildung: „Gedenken braucht Orte, an denen Geschichte greifbar wird. In Oberpullendorf und Nebersdorf sehen wir, wie wichtig ein ständiges Erinnern ist – nicht als Symbol, das man einmal im Jahr besucht, sondern als Teil unseres Alltags. Politische Bildung heißt auch, die Geschichten von Mut, Menschlichkeit und demokratischer Verantwortung weiterzutragen und daraus eine klare Haltung für heute abzuleiten.“

Begleitet wurde der Besuch in Oberpullendorf von Alexander Karazman, der die Geschichte Rohonczys und die regionale Bedeutung des Gedenkortes einordnete. Er hob dabei hervor, welche Rolle Rohonczys Persönlichkeit für die damalige Rettung spielte: „György Gedeon Rohonczy war eine Persönlichkeit mit Gewicht. Er war jemand, dessen Wort zählte. Genau diese Stellung hat er damals genutzt, um für die verfolgten Roma einzutreten. Er wirkte auf die Lagerleitung so überzeugend, dass seinem Wunsch stattgegeben wurde, und dadurch konnten viele Menschen gerettet werden. Für Oberpullendorf ist Rohonczy damit nicht nur eine historische Figur, sondern ein großer Sohn dieser Gemeinde. Sein Handeln steht für Zivilcourage und Menschlichkeit. Dieses Denkmal erinnert uns dauerhaft daran, was es heißt, in dunklen Zeiten nicht wegzusehen.“

Auch das Gedenken an Professorin Käthe Sasso in Nebersdorf knüpfte an diesen Anspruch an: Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart zu verstehen und demokratische Haltung im Alltag zu stärken. In diesem Sinne setzt die SPÖ-Bildung ihre Arbeit auch in Wien fort: Am 18. März 2026 wird das zweite Professorin Käthe Sasso Symposium stattfinden. Wie schon beim ersten Symposium liegt der Schwerpunkt der Diskussionen klar auf den Herausforderungen an die Demokratie. Zugleich soll die Veranstaltung ausdrücklich dazu beitragen, parteiübergreifend wieder eine große Plattform herzustellen, die sich mit demokratischer Resilienz, Verantwortung und dem Schutz der Menschenrechte auseinandersetzt.

Die SPÖ Bildung versteht Erinnerungskultur als wesentlichen Bestandteil demokratischer Bildung. Die gemeinsamen Besuche in Oberpullendorf und Nebersdorf sind Ausdruck eines kontinuierlichen Engagements, das „Nie wieder“ mit Inhalt füllt: durch historisches Bewusstsein, klare Werteorientierung und ein sichtbares Eintreten für Menschenrechte, Solidarität und Demokratie. Die Gedenkorte für György Gedeon Rohonczy und Professorin Käthe Sasso sollen daher nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern als dauerhafte Zeichen für die Zukunft wirken.

Rückblick auf das Prof.in Käthe Sasso Symposium

Am Dienstag, 7. Mai wurde auf Einladung des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Ludwig im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses zu Ehren der Leistungen der kürzlich verstorbenen Prof.in Käthe Sasso ein Symposium abgehalten.

Im vollbesetzten Saal wurde dieses Gedenken mit Ausblick auf die weitere Arbeit im Sinne von Käthe Sasso durch den SPÖ-Bundesbildungsvorsitzenden, dem Wiener Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerhard Schmid eröffnet. In einer ersten Gesprächsrunde begeisterten die Bundesministerin für Europa und Verfassung Mag.a Karoline Edtstadler und der Wiener Gemeinderat Niki Kunrath, in einer zweiten die deutsche Historikerin Dr.in Cornelia Domaschke-Prochnow und der Vorsitzende des Bundes der Freiheitskämpfer*innen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen Dr. Gerald Netzl. Eine besonders persönliche Note wurde vor allem im Gespräch mit der Lebensfreundin Brigtte Fenko eingebracht. Auch fast die komplette Familie von Käthe Sasso war zugegen, als im Abschluss die Erste Frau im Staat, die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures über die gemeinsame Arbeit an der Entstehung der „Gruppe 40“ erzählte.

Abgeschlossen im gemütlichen Zusammensein wurde der Abend, moderiert vom SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, mit vielen persönlichen Anekdoten sowie einigen neuen Arbeitsaufträgen an die Anwesenden – im Sinne von Prof.in Käthe Sasso unter dem Motto „Niemals vergessen!“

Ein letztes Freundschaft für Prof.in Käthe Sasso

Am Mittwoch, dem 24. April, fand am Friedhof von Winzendorf die feierliche Verabschiedung der Zeitzeugin, Widerstandskämpferin und Patriotin, Prof.in Käthe Sasso statt. Mit einem letzten Freundschaft legten der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildung, Prof. Dr. Gerhard Schmid, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, MA, und der Direktor der Wiener Bildungsakademie, Cappar Hajo, einen Kranz der sozialdemokratischen Bildungsorganisationen nieder. Unter den Trauergästen befanden sich Bundesministerin Dr.in Karoline Edtstadler, Bundeskanzler a.D. Werner Faymann und Bundesminister a.D. Dr. Josef Ostermayer.

Prof.in Käthe Sasso war Widerstandskämpferin, Überlebende des Nazi-Regimes und Zeitzeugin. Bis zuletzt hat sie mit ihren Erzählungen über ihr Leben dazu beigetragen, dass die Gräuel der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten. „Wehret den Anfängen“ war für sie nie eine bloße Parole, sondern sie hat ihr Leben in den Dienst der Erinnerungsarbeit gestellt. Damit diese schreckliche Zeit niemals wiederkehrt. Sie hat dafür gekämpft, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein unantastbares Gut sein müssen.

Auf Einladung von Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig findet am 7. Mai 2024 ein Symposium zu Ehren von Prof.in Käthe Sasso statt.

Hinweis: Als Gast der „ZEITGESPRÄCHE mit Gerhard Schmid“ hat Prof.in Käthe Sasso von ihrem bewegten Leben erzählt. Hier ist das Video abrufbar.

Große Trauer um Käthe Sasso: „Wir verlieren eine unbeugsame Antifaschistin“

Die Sozialdemokratische Bildungsorganisation trauert um die Widerstandskämpferin und Zeitzeugin Käthe Sasso. „Einer der großartigsten Menschen unserer Zeit hat uns für immer verlassen. Die Widerstandskämpferin, KZ-Überlebende und Zeitzeugin Käthe Sasso ist in der vergangenen Nacht im 99. Lebensjahr von uns gegangen“, erklärt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid, und hält fest: „Österreich verliert eine unbeugsame Antifaschistin, eine Patriotin im besten Sinne des Wortes und ich persönlich eine mütterliche, unglaublich liebenswerte Freundin. Ihr Werk muss für weitere Generationen fortgeführt werden, in der Verpflichtung gegenüber jenen, die für ein freies Österreich gestorben sind.“

Sasso habe unvorstellbares Leid erfahren, war in Nazi-Haft und sei nur auf Grund ihres jugendlichen Alters der Hinrichtung entkommen. „Sofort nach der Entlassung aus der Haft wurde sie in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert und hat dort gemeinsam mit Rosa Jochmann, wo immer sie nur konnte, ihre Menschlichkeit unter Beweis gestellt. Nach der Befreiung vom Terror des Nationalsozialismus hat Käthe Sasso ihr Leben der Aufklärung gewidmet. Als Zeitzeugin war sie unermüdlich in Schulen und mit der Jugend unterwegs“, erinnert Schmid. Dem Engagement von Käthe Sasso sei es zu verdanken, dass die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof, wo die Opfer der NS-Justiz verscharrt wurden, im Jahr 2013 zur Nationalen Gedenkstätte erhoben wurde.

„Bis zum letzten Augenblick hat Käthe Sasso dafür gekämpft, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein unantastbares – das höchste – Gut sein müssen. Die Erinnerung an die durch das NS-Regime ermordeten Frauen und Männer muss heute Verpflichtung für uns alle sein, tagtäglich für die Demokratie einzutreten“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende, der daran erinnert, dass Vertreter der SPÖ-Bundesbildung Käthe Sasso noch vor wenigen Tagen in Winzendorf zum 98. Geburtstag gratulierten und ihr für ihr Lebenswerk den Marie-Jahoda-Preis der SPÖ-Bundesbildung überreichten. „Wir werden Käthe stets ein würdiges Andenken bewahren und sie nicht vergessen“, unterstreicht Schmid.

 

Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures und Prof. Gerhard Schmid überreichen Marie-Jahoda-Preis an Prof.in Käthe Sasso

Kurz vor ihrem 98. Geburtstag, den sie am 18. März feierte, wurde Käthe Sasso der Marie-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse überreicht

Zeitzeugin Käthe Sasso hat am 16. März den Marie-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse und ihren Einsatz für historische Aufklärung von der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzendem Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesbildungssekretär Wolfgang Markytan bei sich zu Hause überreicht bekommen. „Als österreichische Widerstandskämpferin trotzte Käthe Sasso schon als junge Frau dem Terror und der Gewalt der Nationalsozialisten. Bis heute kämpft sie gegen das Vergessen. Ihre antifaschistische Unbeugsamkeit und ihr tiefer Humanismus sind bis heute ein leuchtendes Beispiel und Vorbild“, betonte Doris Bures. „Käthe Sassos Lebenswerk ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie eine einzelne Person durch ihre Taten und ihre Stimme einen bedeutenden Beitrag zur Gestaltung einer besseren Welt leisten kann. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden darf und dass wir alle die Verantwortung haben, uns gegen Ungerechtigkeit und Intoleranz zu stellen“, ergänzt Gerhard Schmid.

Käthe Sasso wurde 1926 in Wien geboren. Geprägt von ihren bereits im Widerstand gegen den Austrofaschismus aktiven Eltern, trat sie 1941 mit nur 15 Jahren der Widerstandsgruppe „Gustav Adolf Neustadl“ bei. 1942 wurde sie denunziert, verhaftet und von der Gestapo gefoltert. Als einzige aus ihrer Widerstandsgruppe entging sie der Hinrichtung und wurde 1944 ins KZ-Ravensbrück deportiert. Während eines Todesmarsches in den letzten Kriegswochen gelang ihr die Flucht. Nach dem Krieg engagierte sich Sasso in unterschiedlichen Funktionen für Bildung und Frauenrechte. Sie kämpfte unermüdlich für die Anerkennung der Widerstandskämpfer*innen der “Gruppe 40”, was 2015 in der Enthüllung einer Gedenktafel am Wiener Zentralfriedhof mündete. Für ihr Engagement auch als Zeitzeugin erhielt sie unter anderem das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ und wurde mit dem Professorinnen-Titel ausgezeichnet.

Der Marie-Jahoda-Preis wurde 2022 von der SPÖ-Bundesbildung, der Wiener SPÖ-Bildung und der Wiener Bildungsakademie ins Leben gerufen. Er ehrt Persönlichkeiten, die herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse über das Wechselspiel von Arbeit und Gesellschaft erbringen. Benannt nach der österreichischen Sozialpsychologin Marie Jahoda zeichnet der Preis Menschen aus, die jenseits des neoliberalen Mainstreams den Wirtschaftsfaktor Arbeit in seinen sozialen und individualpsychologischen Funktionen betrachten, neue Antworten auf die Herausforderungen des digitalen Umbruchs in der Arbeitswelt finden und sich über die Welt der Wissenschaft hinaus aktiv in politische Debatten einbringen. Marie Jahoda selbst verkörperte diese Werte beispielhaft. Als eine der jüngsten Doktorinnen der Universität Wien verfasste sie den Haupttext der weltbekannten Studie “Die Arbeitslosen von Marienthal” und leistete somit Pionierarbeit in der Erforschung der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit.