Tag -Gerhard Schmid

Heinz Fischer präsentierte „Politik braucht ein Gewissen“ im Schlosstheater Schönbrunn

Mehr als 100 Gäste bei Buchpräsentation und Gespräch mit Hilde Hawlicek über Politik, Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen

Mehr als 100 Gäste besuchten am Donnerstag die Präsentation von Heinz Fischers fünfbändiger Edition „Politik braucht ein Gewissen – Reden 1971–2025“ im Schlosstheater Schönbrunn. Im Gespräch mit der ehemaligen Bundesministerin Hilde Hawlicek blickte der frühere Bundespräsident auf mehrere Jahrzehnte österreichischer Politik zurück. Veranstaltet wurde der Nachmittag von der SPÖ-Bundesbildung und der Wiener Bildungsakademie.

Die Edition versammelt 832 Reden aus Fischers politischem Wirken zwischen 1971 und 2025. Sie reicht von seiner Zeit als Nationalratsabgeordneter über seine Tätigkeit als Wissenschaftsminister und Nationalratspräsident bis zu seiner Bundespräsidentschaft und den Jahren danach. Die Reden werden in ihren jeweiligen politischen und historischen Zusammenhang gestellt.

Schmid: Erfahrungen an kommende Generationen weitergeben

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Gerhard Schmid, Vorsitzendem der SPÖ-Bundesbildung und Drittem Präsidenten des Wiener Landtages. „Politische Bildung bedeutet für mich immer auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen unterschiedlicher Generationen weiterzugeben. Gerade die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte ist dabei unverzichtbar“, betonte Schmid. Fischers Erfahrungen zu dokumentieren und darüber zu diskutieren, sei ein wertvoller Beitrag für kommende Generationen.

Fischer: Reden im Kontext ihrer Zeit betrachten

Das Gespräch zwischen Fischer und Hawlicek moderierte der Historiker Flavio Schily. Fischer hob hervor, dass seine Reden in sehr unterschiedlichen politischen Situationen entstanden seien: „Es ist wichtig, diese Reden immer auch in ihrem damaligen politischen und gesellschaftlichen Kontext zu sehen.“ Gerade dieser Zusammenhang mache die Edition auch zu einem Dokument österreichischer Zeitgeschichte. Fischer dankte seiner Frau Margit für ihre langjährige Unterstützung sowie dem Czernin Verlag für die Umsetzung der fünfbändigen Ausgabe.

Hawlicek erinnerte an die lange gemeinsame Geschichte mit Fischer: „Wir waren bereits befreundet, bevor sich unsere politischen Wege immer wieder gekreuzt haben.“ Neben der politischen Arbeit seien ihr viele persönliche und freudvolle Momente in Erinnerung geblieben.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer und Bundesrat Wolfgang Markytan unterstrich den Wert des persönlichen Austauschs: „Geschichte wird besonders greifbar, wenn jene Menschen darüber erzählen, die selbst dabei waren und politische Entwicklungen mitgestaltet haben. Genau diesen Austausch zwischen den Generationen wollen wir mit unserer Bildungsarbeit ermöglichen.“

Im Anschluss nahm sich Fischer Zeit für Gespräche, Fotos und die Signierung der vor Ort erhältlichen Bücher.

Fotos: SPÖ Bildung/Christian Bader

https://www.flickr.com/photos/196943159@N03/albums/72177720335843224

 

 

 

Schmid: Verbindungsbahn bringt enorme Verbesserung für Hietzing

“Die Verbindungsbahn ist ein Jahrhundertprojekt für Hietzing und bringt eine enorme Verbesserung für  die Mobilität in Hietzing und den öffentlichen Verkehr in Wien”, betont der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien, Prof. Dr. Gerhard Schmid zum Projekt “Neue Verbindungsbahn”. “Die Gleise der Verbindungsbahn und die Schranken haben den Bezirk seit Jahrzehnten in zwei Teile getrennt. Die Aufhebung der Querungen bedeutet: kein langes Warten vor geschlossenen Schranken, bessere Verbindungen innerhalb des Bezirks und vor allem mehr Sicherheit”, so Schmid.

Was lange währt, wird endlich gut. Die ersten Ideen für den Umbau der Verbindungsbahn reichen bis ins Jahr 2008 zurück. Jetzt wird aus Planung Realität: Die Strecke wird modernisiert und besser in den Bezirk eingebunden. Bisher haben die Gleise den Bezirk an vielen Stellen durchschnitten. Künftig wird die Bahnstrecke angehoben. Das bedeutet: kein langes Warten mehr vor geschlossenen Schranken und bessere Verbindungen zwischen den Grätzln. Ein durchgehender Lärmschutz sorgt außerdem dafür, dass Anwohner:innen entlang der Strecke mehr Ruhe haben. Mit einer modernisierten und zwei neuen Haltestellen wird die Verbindungsbahn zusätzlich leichter erreichbar und attraktiver für die Wiener:innen. So wächst zusammen, was bisher durch die Bahn getrennt war.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube (öffnet in neuem Tab).

Schmid: Bildung ist wesentliche Voraussetzung für eine starke Demokratie

Gelungener Auftakt zum Herbstausbildungsprogramm der Wiener Bildungsakademie

Mit einem voll besetzten Saal und knapp 100 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist die Wiener Bildungsakademie in ihr Herbstausbildungsprogramm gestartet. Der traditionelle Semesterauftakt bot Gelegenheit, das umfangreiche Bildungsangebot kennenzulernen, mit Vortragenden und Trainern ins Gespräch zu kommen und sich direkt für die unterschiedlichen Angebote anzumelden.

Zum Auftakt hielt SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid ein kurzes inhaltliches Referat über den Stellenwert politischer Bildung und die Bedeutung eines breiten Zugangs zu Wissen. „Politische Bildung bedeutet, Menschen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie zu befähigen, Entwicklungen kritisch einzuordnen, eigene Positionen zu entwickeln und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist Bildung eine wesentliche Voraussetzung für eine lebendige und starke Demokratie“, betonte Schmid.

Im Anschluss präsentierten die Trainer:innen, Vortragenden und Bereichsleiter:innen ihre jeweiligen Angebote. Dabei konnten sich die Teilnehmer unmittelbar informieren, Fragen stellen und sich für die verschiedenen Formate des neuen Ausbildungsprogramms anmelden.

Der Semesterauftakt ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildungsarbeit der Wiener Bildungsakademie. Auch diesmal stand neben der Vorstellung des Programms vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Bei Gulaschsuppe, Chili und dem einen oder anderen Getränk wurde bis spät in die Nacht diskutiert – über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen und darüber, welchen Beitrag politische Bildung zu ihrer Bewältigung leisten kann.

Das Herbstprogramm 2026 umfasst wieder ein breites Spektrum an Lehrgängen, Ausbildungsserien, Workshops, Gedenkveranstaltungen und politischen Bildungsreisen. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf künstlicher Intelligenz, Arbeit und Arbeitsmarktpolitik, Frauenbildung, politischer Kommunikation sowie auf der Weiterführung technischer Ausbildungsangebote. Auch der österreichische Bundesrat, internationale politische Entwicklungen und Bildungsreisen – unter anderem zu den Midterm-Elections in den USA – finden sich im Programm.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, der in der Wiener Bildungsakademie für das Ausbildungsprogramm verantwortlich ist, unterstrich den Anspruch, das Angebot laufend an den tatsächlichen Bedürfnissen der Teilnehmer auszurichten:

„Seit einigen Jahren entwickeln wir dieses umfangreiche Ausbildungsprogramm kontinuierlich weiter. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern versuchen wir, politische Bildung genau dort anzusetzen, wo sie unmittelbar gebraucht wird. Deshalb fragen wir immer wieder nach: Wo gibt es Bedarf? Welche Themen beschäftigen die Menschen? Welche neuen Kompetenzen werden benötigt? Diese Rückmeldungen greifen wir auf und übersetzen sie möglichst rasch in konkrete Bildungsangebote.“

Einen besonderen Schwerpunkt bildet in diesem Semester der Umgang mit künstlicher Intelligenz. Dabei sollen sowohl die Chancen der neuen Technologien als auch die damit verbundenen gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderungen thematisiert werden.

„Künstliche Intelligenz verändert bereits heute, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren und Informationen aufnehmen. Wir wollen zeigen, welche enormen Möglichkeiten darin liegen und wie wir diese sinnvoll nutzen können. Gleichzeitig müssen wir aber auch über die Gefahren sprechen – etwa über Manipulation, Desinformation und darüber, was passiert, wenn diese Technologien missbräuchlich eingesetzt werden oder in die Hände falscher Kräfte geraten. Politische Bildung muss Menschen das Wissen und die Werkzeuge geben, mit diesen Veränderungen selbstbestimmt und kritisch umzugehen“, so Markytan.

Der gelungene Abend zeigte einmal mehr, wie groß das Interesse an politischer Bildung, Austausch und Weiterbildung ist. Mit knapp 100 Teilnehmern und intensiven Gesprächen bis spät in die Nacht war der Semesterauftakt ein starker Start in einen vielfältigen Bildungsherbst der Wiener Bildungsakademie.

Hier geht es zum gesamten Ausbildungsprogramm Herbst 2026 mit allen Veranstaltungen, Lehrgängen, Workshops, Ausbildungsserien und Bildungsreisen.

Fotos: Christian Bader

Schmid: Das Engelstor in Schönbrunn ist geöffnet!

“Was lange gefordert wurde, ist nun endlich Realität: Das Engelstor in Schönbrunn ist geöffnet”, freut sich der Vorsitzende der SPÖ Hietzing,Dritter Präsident des Wiener Landtages, Prof. Dr. Gerhard Schmid. Die SPÖ Hietzing hat sich über Jahre konsequent für die Öffnung des historischen Engelstors eingesetzt. Mit zahlreichen Aktionen vor Ort, politischem Druck und vor allem mit der Petition „Engelstor jetzt öffnen!“ wurde gemeinsam mit vielen Unterstützer:innen immer wieder auf die Bedeutung dieses Zugangs aufmerksam gemacht.

“Mit der Öffnung des Engelstors wird der Zugang zum Schlosspark verbessert, das stark frequentierte Hietzinger Tor und der schmale Gehweg entlang der Hietzinger Hauptstraße werden entlastet und die Besucher:innenströme können besser verteilt werden”, erklärt Schmid und ergänzt: “Aus einer langjährigen Forderung und unserer Petition ist endlich Realität geworden: Das Engelstor ist offen! Ein wichtiger Erfolg für Hietzing, für die Anrainerinnen und für die vielen Besucherinnen und Besucher von Schönbrunn.”

Mit einem Aufwand von 650.000.-€ wurde im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz das neue Portierhaus nach altem Vorbild und die Polleranlage errichtet. Schönbrunn-Group und Tiergarten haben gemeinsam finanziert. Damit ist ein leichterer Zugang von der Kennedy-Brücke zum Schlosspark und zum Tiergarten gegeben. Das wird auch zu einer Entlastung des Eingangsbereiches Hietzinger Tor führen. Und damit wurde auch einer langjährigen Forderung auf kommunaler Ebene entsprochen, vor allem auch meiner SPÖ-Fraktion!

Gemeinsam mit dem Generalsekretär des Wirtschaftsministeriums Dr. Severin Gruber, Bezirksvorsteherin Mag.a Johanna Zinkl, Tiergarten-Direktor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck, dem Geschäftsführer der Schönbrunn-Group Mag. Klaus Panholzer, KHM-Generaldirektor Jonathan Fine PhD und Dipl. Ing. Gerd Koch von den Österreichischen Bundesgärten durchschnitt Prof. Dr. Gerhard Schmid das rote Band.

Fotos:
Schönbrunn-Group
SPÖ Hietzing: Hietzinger Mandatarinnen vor dem Engelstor: Bezirksrät/innen: Andrea Exler, Lukas Kubanek, Helga Baumann, Flavio Schily (alle SPÖ)

Mit Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig im Haus-Hof- und Staatsarchiv der Republik Österreich

“Es ist unglaublich beeindruckend die Zeugnisse unserer historischen Wurzeln zu sehen. Und es verlangt höchsten Respekt mit welcher Expertise und Begeisterung Archivar:innen und Historiker:innen die Schätze und Dokumente unserer Geschichte für die kommenden Generationen bewahren”, betonter der Dritte Präsident des Wiener Landtages und SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende Prof. Dr. Gerhard Schmid beim besuch des Haus-Hof- und Staatsarchivs der Republik Österreich gemeinsam mit Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Die bedeutendsten Urkunden wie etwa das Privilegium Maius – eine der geschicktesten Fälschung des Mittelalters zur Absicherung der Habsburger -, Gründungs- und Stiftungsurkunden oder die Schlussakte des Wiener Kongresses 1815 im Original betrachten zu können, bezeichnet er als “unüberschreitbares Gefühl”. Bürgermeister Ludwig hat einmal mehr als Profi-Historiker sein unglaubliches Fachwissen unter Beweis gestellt. “Allen Dank an Generaldirektor Hofrat Dr. Helmut Wohnout, Direktor Hofrat Dr. Thomas Just, und an die Fachexpertin MMag. Kathrin Kininger”, so Schmid.
Foto: Stadt Wien, Christian Jobst.

Todestag von Fred Sinowatz – Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation gedenkt des großen Bildungsreformers

Am 11. August 2008, ist Alfred „Fred“ Sinowatz in Wien verstorben. Er war Bundesminister für Unterricht und Kunst in der Ära Kreisky und nach dessen Rückzug aus der Politik von 1983 bis 1986 Bundeskanzler der Republik Österreich und von 1983 bis 1988 Bundesparteivorsitzender der SPÖ. „Fred Sinowatz war ein großer Sozialdemokrat und ein überzeugter Humanist. Darüber hinaus war er der Unterrichtsminister, der das Schulwesen in unserem Land entstaubt und modernisiert hat. Durch seine Reformen hat er Kindern und Jugendlichen eine höhere Schulbildung und damit bessere Zukunftsperspektiven ermöglicht. Mit der Errichtung von höheren Schulen in den Bezirkshauptstädten, der Abschaffung der Aufnahmeprüfung für die AHS, der Einführung von Schüler:innenfreifahrt, Gratis-Schulbüchern sowie Schul- und Heimbeihilfen hat er maßgeblich zur Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler beigetragen“, würdigt der Vorsitzende der SPÖ-Bundesbildungsorganisation, LAbg. Gerhard Schmid, den ehemaligen Bundeskanzler und Bildungspolitiker anlässlich dessen 15. Todestages.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Wolfgang Markytan, fügt hinzu: „Fred Sinowatz war nicht nur ein vorausblickender Unterrichtsminister, sondern als Bundeskanzler war es ihm ein wichtiges Ziel, die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Und das ist ihm mit seiner Politik gelungen. Er ist und bleibt für mich der meist unterschätzte Politiker Österreichs.“

 

10. Todestag von Mag. Karl Duffek: SPÖ-Bildung erinnert an einen prägenden Vordenker der sozialdemokratischen Bildungsarbeit

Anlässlich des 10. Todestages von Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen der bedeutendsten Gestalter der sozialdemokratischen Bildungsarbeit in Österreich. Als Bundesbildungssekretär der SPÖ, langjähriger Direktor des Dr.-Karl-Renner-Instituts, Internationaler Sekretär der SPÖ und Vizepräsident der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) prägte Duffek über Jahrzehnte die politische Bildungsarbeit sowie die programmatische Entwicklung der österreichischen und europäischen Sozialdemokratie. Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ, würdigt Mag. Karl Duffek als einen der prägenden Köpfe der sozialdemokratischen Bildungsarbeit: „Wir haben an Karl Duffek vor allem seine außergewöhnliche Vielseitigkeit geschätzt. Er war Vordenker, Organisator, Brückenbauer und Intellektueller zugleich. Er hat an zahlreichen Grundsatz- und Wahlprogrammen der SPÖ mitgearbeitet, politische Bildungsarbeit auf höchstem Niveau gestaltet und immer dort Verantwortung übernommen, wo seine Kompetenz gefragt war. Sein Anspruch, Wissenschaft, politische Praxis und gesellschaftlichen Dialog miteinander zu verbinden, prägt unsere Arbeit bis heute.“

Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ, erinnert an Duffeks besondere Rolle in der politischen Bildungsarbeit: „Mag. Karl Duffek war über viele Jahre hinweg immer wieder Vortragender in der Wiener Parteischule. Mit seiner beeindruckenden fachlichen Kompetenz, seiner analytischen Klarheit und seinem feinen Humor hat er die Teilnehmer*innen begeistert und nachhaltig geprägt. Es war ihm ein großes Anliegen, politische Zusammenhänge verständlich zu machen und Menschen zum kritischen Denken anzuregen. Viele erinnern sich bis heute an seine Vorträge, die fachlich brillant und zugleich inspirierend waren. Dieses Verständnis von politischer Bildung ist bis heute Vorbild für unsere Arbeit.“

Dr.in Barbara Rosenberg, ehemalige Bundesbildungssekretärin der SPÖ, langjährige stellvertretende Direktorin des Dr. Karl-Renner-Instituts und Wegbegleiterin von Mag. Karl Duffek, erinnert an „Charlie“ Duffek: „‚Charlie‘ Duffek war ein außergewöhnlicher Intellektueller, der politische Bildung mit Leidenschaft und Weitblick gestaltet hat. Er konnte Menschen zusammenbringen, Debatten anstoßen und Räume schaffen, in denen neue Ideen entstehen konnten. Wer mit ihm gearbeitet hat, erinnert sich nicht nur an seine analytische Schärfe, sondern auch an seinen feinen Humor und seine große Menschlichkeit.“

Mag. Karl Duffek verstarb am 7. August 2016 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. Sein Wirken war geprägt von intellektueller Klarheit, politischer Integrität und der tiefen Überzeugung, dass politische Bildung die Grundlage einer lebendigen Demokratie ist.

Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und Sozialwissenschaften begann Duffek seine Tätigkeit am Karl-Renner-Institut als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bald übernahm er Führungsverantwortung als stellvertretender Direktor und leitete das Institut ab 1999 als Direktor. Von 1998 bis 2001 war er zudem Bundesbildungssekretär der SPÖ. In all seinen Funktionen setzte er sich dafür ein, politische Bildung als Ort des kritischen Denkens und des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Dr.-Karl-Renner-Institut zu einem anerkannten Forum für gesellschaftspolitische Debatten.

Mag. Karl Duffek spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des SPÖ-Grundsatzprogramms 1998, initiierte das Diskursprojekt „Netzwerk Innovation – Zukunftsfähige Politikprojekte“ und trug wesentlich dazu bei, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch zu einer weit über Österreich hinaus anerkannten Auszeichnung weiterzuentwickeln.

Auch auf europäischer Ebene setzte er nachhaltige Impulse. Als Internationaler Sekretär der SPÖ war er treibende Kraft bei der Gründung der Foundation for European Progressive Studies (FEPS), die 2008 ihre Arbeit in Brüssel aufnahm. Bis zu seinem Tod fungierte Duffek als deren Vizepräsident.

Seine Überzeugungen haben bis heute nichts an Aktualität verloren. Bereits 2013 schrieb Mag. Karl Duffek: „Die Sozialdemokratie muss im Dialog definieren, welche Gesellschaft aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Diese Verantwortung kann ihr nicht abgenommen werden.“ Wenige Monate vor seinem Tod formulierte er in seinem Beitrag Wege aus der Krise. Gedanken zur Lage der europäischen Sozialdemokratie: „Macht und Eigeninteressen werden in der Politik immer eine Rolle spielen, vor allem aber geht es um die Absicht, dem Gemeinwesen zu dienen und zu dessen positiver Weiterentwicklung und auch Veränderung beizutragen. Das mag sich ein wenig utopisch anhören, Utopie gehört aber zum Wesen der Sozialdemokratie. Darauf könnte sie sich vielleicht ein bisschen mehr besinnen.“

Mit dem Gedenken an Mag. Karl Duffek erinnert die SPÖ-Bildung an einen herausragenden Intellektuellen, überzeugten Sozialdemokraten und Europäer, dessen Wirken die politische Bildungsarbeit weit über seine Zeit hinaus geprägt hat. Sein Einsatz für demokratischen Diskurs, kritisches Denken und internationale Vernetzung bleibt Auftrag und Inspiration für die sozialdemokratische Bildungsarbeit.

Erfolgreiche Premiere der Bregenzer Sommergespräche: Europa braucht Orientierung, Dialog und politische Bildung

Mit dem 1. Bregenzer Sommergespräch ist in Vorarlberg ein neues Forum für den Austausch über internationale Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und die Zukunft Europas erfolgreich gestartet. Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und politischer Bildung diskutierten vor zahlreichen interessierten Gästen die großen Herausforderungen unserer Zeit – von geopolitischen Machtverschiebungen über wirtschaftliche Resilienz bis hin zu Demokratie, Sicherheit und internationaler Zusammenarbeit.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Mario Leiter, Vorsitzender der SPÖ Vorarlberg. In seiner Begrüßung betonte er die Bedeutung Vorarlbergs als weltoffenes Bundesland im Herzen Europas und unterstrich, wie wichtig ein breiter gesellschaftlicher Dialog über die großen Zukunftsfragen sei.

Die inhaltliche Einführung gestaltete Prof. Dr. Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ und Dritter Präsident des Wiener Landtages. In seinem Input spannte er den Bogen von den historischen Entwicklungen Europas bis zu den aktuellen internationalen Krisen. Er machte deutlich, dass Europa heute vor tiefgreifenden Veränderungen stehe und politische Bildung eine zentrale Voraussetzung sei, um Demokratie zu stärken, Desinformation entgegenzuwirken und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Im anschließenden Podium diskutierten Dr.in Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Deutschland, Dr. Herbert Cordt, Vorsitzender des Aufsichtsrates von RHI Magnesita und langjähriger internationaler Wirtschaftsmanager, sowie Dr.in Daniela Kittner, Journalistin und Medienberaterin. Durch die Diskussion führte der Historiker Flavio Schily, BA.

Im Mittelpunkt standen die geopolitischen Veränderungen einer zunehmend multipolaren Weltordnung, die Rolle Europas zwischen internationalen Machtzentren, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Fragen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Umgang mit Desinformation und technologischen Umbrüchen. Ein gemeinsamer Tenor der Diskussion war, dass Europa seine Handlungsfähigkeit weiter stärken, strategische Abhängigkeiten reduzieren und gleichzeitig an den Grundwerten von Demokratie, Solidarität und internationaler Zusammenarbeit festhalten müsse.

Darüber hinaus wurde die entscheidende Rolle politischer Bildung hervorgehoben. Nur gut informierte Bürger:innen könnten demokratische Prozesse aktiv mitgestalten und komplexe internationale Entwicklungen einordnen. Die Sommergespräche sollen deshalb künftig regelmäßig Raum für fundierte Debatten über die langfristigen Herausforderungen Europas und der Welt bieten.

Dr.in Bärbel Kofler: “Rückzug und Angst waren noch nie eine Antwort auf Herausforderungen, sondern die Frage ist, wie kann man partnerschaftlich mit anderen Ländern Lösungen für die Herausforderungen finden.“

Dr.in Bärbel Kofler ortet in Europa Rückzug zum Nationalismus. „Und das ist die falsche Antwort. Rückzug und Angst waren noch nie eine Antwort auf Herausforderungen, sondern die Frage ist, wie kann man partnerschaftlich mit anderen Ländern Lösungen für die Herausforderungen finden.“

Dr. Herbert Cordt: “Um es auf den Punkt zu bringen: Europa ist alt, reich und bequem. Und das ist keine gute Kombination, wenn man mit den Trumps, Xis und mit den Putins zu tun hat.“

Dr. Herbert Cordt verwies auf die aktuelle Situation Europas: „Zerstritten und langsam in den Entscheidungsprozessen. Mit Trump, Putin und Xi werden die mächtigsten Staaten der Welt von Autokraten geführt bzw. sind am Weg zur Autokratie. Um es auf den Punkt zu bringen: Europa ist alt, reich und bequem. Und das ist keine gute Kombination, wenn man mit den Trumps, Xis und mit den Putins zu tun hat.“ Dr.in Daniela Kittner hielt fest: „Die nationale Politik hinkt der Globalisierung und den Problemen, die dadurch und durch die Krisen zutage getreten sind, hinterher. Das ist eine ganz massive Verschiebung, die in den letzten Jahren stattgefunden hat.“

Daniela Kittner: „Die nationale Politik hinkt der Globalisierung und den Problemen, die dadurch und durch die Krisen zutage getreten sind, hinterher.

Mit dem 1. Bregenzer Sommergespräch wurde ein erfolgreicher Auftakt geschaffen. Die Veranstalter sehen darin den Beginn eines neuen Dialogformats, das Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft zusammenbringt und einen Beitrag zu einer offenen, informierten und demokratischen Debattenkultur leisten soll.

 

 

Zu 125 Jahre Rosa Jochmann: „Ihr Vermächtnis bleibt Auftrag für Demokratie, Solidarität und politische Bildung“

Am 19. Juli 2026 jährt sich der Geburtstag von Rosa Jochmann zum 125. Mal. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, um an ihr außergewöhnliches Leben zu erinnern. Prof. Dr. Gerhard Schmid, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Dritter Präsident des Wiener Landtages, und Wolfgang Markytan, SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, Mitglied des Bundesrates und Leiter der Wiener Parteischule, betonen dazu: „Wie kaum eine andere Frau steht Rosa Jochmann für Menschlichkeit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.“

Schmid würdigt Rosa Jochmann als eine Persönlichkeit von zeitloser Bedeutung: „Rosa Jochmann war weit mehr als eine herausragende Gewerkschafterin und Widerstandskämpferin. Sie war eine große Demokratin und eine außergewöhnliche Pädagogin. Ihr gesamtes Leben war eine Lehrstunde darüber, was Haltung bedeutet. Sie zeigte, dass politische Bildung nicht beim Wissen endet, sondern Verantwortung, Mut und Menschlichkeit verlangt. Gerade heute erinnert uns ihr Lebensweg daran, wie gefährlich es ist, wenn demokratische Institutionen geschwächt, gesellschaftlicher Zusammenhalt zerstört und Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Demokratie beginnt nicht erst dort, wo sie verteidigt werden muss – sie muss jeden Tag gelebt werden“, so der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende.

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation verstehe politische Bildung als Auftrag, „demokratische Überzeugungen zu stärken, historisches Bewusstsein zu fördern und Menschen zu befähigen, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten“, so Markytan. Rosa Jochmann sei dabei weit mehr als eine historische Persönlichkeit – „sie ist bis heute Maßstab für Haltung, Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit“, so der SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer, der in Rosa Jochmann ein dauerhaftes Vorbild für die politische Bildungsarbeit sieht: „Rosa Jochmann hat uns gezeigt, dass Demokratie niemals selbstverständlich ist. Sie muss gelernt, gelebt und verteidigt werden. Ihr Leben beweist, dass selbst größte persönliche Leiden einen Menschen nicht daran hindern müssen, Hoffnung zu geben und Verantwortung für andere zu übernehmen.“

Gerade deshalb sei es auch eine besondere Ehre, einen Lehrgang der Wiener Parteischule nach Rosa Jochmann benannt zu haben: „Damit erinnern wir nicht nur an ihr beeindruckendes Lebenswerk, sondern machen ihre Werte zum festen Bestandteil unserer politischen Bildungsarbeit“, so Markytan.

Abschließend betonen Schmid und Markytan: „Rosa Jochmann bleibt für uns weit mehr als eine historische Persönlichkeit. Sie ist ein Vorbild, das unsere politische Bildungsarbeit bis heute prägt. Deshalb tragen viele Objekte in unserer Heimat ihren Namen, Preise werden nach ihr benannt und regelmäßig vergeben. Ihr Leben erinnert uns daran, dass Demokratie Mut braucht, Solidarität gelebt werden muss und Menschlichkeit niemals verhandelbar ist. Gerade angesichts der Herausforderungen unserer Zeit stellen wir uns immer wieder die Frage: Was würde Rosa Jochmann heute sagen? Welche Haltung würde sie einnehmen? Diese Frage ist kein Blick zurück, sondern ein Auftrag für die Zukunft. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, Demokratie zu stärken, Institutionen zu schützen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Rosa Jochmann bleibt Teil unserer Ausbildung, Teil unseres Selbstverständnisses und ein Kompass für kommende Generationen.“

Foto: Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Schmid: Wien bleibt Brücke für Frieden und Dialog

Das Wiener Bezirksblatt berichtet über die Rede des Dritten Wiener Landtagspräsidenten Gerhard Schmid im Wiener Landtag zur österreichischen Neutralität und die Bedeutung Europas:

Schmid: Wien bleibt Brücke für Frieden und Dialog

Im Wiener Landtag hat der Dritte Präsident des Landtages, Gerhard Schmid (SPÖ), die Bedeutung Europas, der österreichischen Neutralität und Wiens als internationalen Standort des Dialogs betont. Anlass war die Mitteilung von Vizebürgermeisterin Barbara Novak zum Thema „Starke Städte und Regionen. Starkes Europa.“.

Für Schmid ist die Europäische Union vor allem ein Friedensprojekt. Die europäische Einigung sei geschaffen worden, um nationale Konflikte zu überwinden und die Zusammenarbeit zwischen den Staaten zu stärken. Gerade angesichts der Geschichte Europas komme der EU dabei eine besondere Rolle zu.

Neutralität und EU schließen einander nicht aus

Schmid verwies darauf, dass Österreich bereits bei seinem Beitrittsgesuch zu den Europäischen Gemeinschaften seine Neutralität ausdrücklich festgehalten habe. Der EU-Beitritt im Jahr 1995 sei daher unter klaren Voraussetzungen erfolgt.

Für den Landtagspräsidenten stehen Neutralität und europäische Zusammenarbeit nicht im Widerspruch. Auch eine sicherheitspolitische Kooperation innerhalb Europas sei mit der österreichischen Neutralität vereinbar. Gleichzeitig könne sich Österreich weiterhin an humanitären Einsätzen, Rettungsmissionen und friedenserhaltenden Maßnahmen beteiligen.

Wien profitiert von seiner Rolle als Dialogstandort

Besonders hob Schmid die internationale Bedeutung der Bundeshauptstadt hervor. Wien habe sich über Jahrzehnte als Ort des Austauschs etabliert und sei heute Sitz zahlreicher internationaler Organisationen wie der UNO, der OSZE, der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) und der OPEC. Diese Entwicklung sei eng mit dem neutralen Status Österreichs verbunden.

Nach Ansicht Schmids bringe die Neutralität auch heute eine Verantwortung mit sich. Sie bedeute nicht Passivität, sondern aktives Engagement für Frieden und internationale Zusammenarbeit. Konflikte könnten nicht durch Krieg gelöst werden, sondern nur durch Dialog und Diplomatie.

Bekenntnis zu aktiver Außenpolitik

Abschließend sprach sich Schmid für eine aktive österreichische Außenpolitik im Rahmen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union aus. Gleichzeitig bekannte er sich zur umfassenden Landesverteidigung und einem starken Milizsystem. Neutralität und EU-Mitgliedschaft seien heute beide in der Bundesverfassung verankert und würden sich gegenseitig nicht ausschließen, sondern gemeinsam die Grundlage für Österreichs Rolle in Europa bilden.

Quelle: Wiener Bezirksblatt, Ausgabe 8. Juli 2026

https://wienerbezirksblatt.at/schmid-oesterreichische-neutralitaet/?fbclid=IwY2xjawS7B8RleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe9QosI0bqj2–W-n2lBSu8CmqJ_hjVsuQ5YlgM8t7RzuFATMrTKvtcTWb_dA_aem_0hE-9Xtdo1LTbyTX6FLYAg