Autor -Gerhard Schmid

SPÖ-Bundesbildungsorganisation zu Besuch in Hamburg und Berlin

Der SPÖ-Bundesbildungsvorsitzende Prof. Dr. Gerhard Schmid besuchte gemeinsam mit dem SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan sowie Mitarbeiter Dieter Hammer Hamburg und Berlin, um sich mit sozialdemokratischen Politikerinnen und Politikern über aktuelle bildungspolitische Themen auszutauschen.

Austausch in Hamburg

In Hamburg kam es zu einem Treffen mit dem Vizepräsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft, Frank Schmitt, sowie mit dem Landtagsabgeordneten Arne Platzbecker. Im Kurt-Schumacher-Haus fand zudem ein Gespräch mit der stellvertretenden SPD-AfB (Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD) Bundesvorsitzenden Meike Jensen statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Fragen der Bildungspolitik und der Demokratieförderung. Besonders diskutiert wurde, wie es gelingen kann, demokratiefeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft entgegenzutreten und gemeinsame Strategien zu entwickeln, um diese nachhaltig zu überwinden. Abends wurde ein Zusammentreffen mit den in der Elbphilharmonie auftretenden Wiener Symphonikern ermöglicht.

Begegnungen in Berlin

Am zweiten Tag führte die Reise nach Berlin. Dort standen Gespräche mit dem Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Dennis Buchner, sowie mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bärbel Kofler, auf dem Programm.

Im Deutschen Bundestag wurden zahlreiche gemeinsame Projekte und künftige Kooperationen besprochen, die in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden sollen. Ebenso wurden in einem Austausch mit dem Leiter der SPD-Parteischule Klaus Tovar aktuelle Herausforderungen im parteipolitischen Bildungsbereich besprochen und auf gemeinsame Projekte hingewiesen.

Zum Abschluss nahm die Delegation an einer sportpolitischen Veranstaltung in der Parlamentarischen Gesellschaft teil. Der Austausch in Hamburg und Berlin unterstrich die Bedeutung des Dialoges zwischen sozialdemokratischen Bildungsorganisationen, um voneinander zu lernen, gemeinsame Herausforderungen zu erkennen und gemeinsame Wege für die Zukunft festzulegen.

Fotos: Wolfgang Markytan/SPÖ Bildung

 

90 Jahr-Feier der Pfarre St. Hubertus in Hietzing

Am 9. November fand in der Pfarre St. Hubertus nahe des Lainzer Tiergartens in Hietzing die 90 Jahr-Feier statt, an der auch der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Dritter Landtagspräsident von Wien, Prof. Dr. Gerhard Schmid teilnahm.

Prof. Dr. Gerhard Schmid: „Mit großer Freude durfte ich heute am Festgottesdienst der Pfarre St. Hubertus in Hietzing anlässlich des 90. Jahrfestages ihres Bestehens und beim anschließenden Pfarrfest teilnehmen.“

Gemeinsam mit Hundertern Menschen, darunter zahllose Kinder, wurde in der überfüllten Kirche, dem Pfarrsaal und im Zelt gefeiert.

„Die Entstehung der Kirche ist untrennbar mit der Siedlerbewegung und ihren Prinzipien, der manuellen Einbringung, verbunden. Ich durfte auch die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft und für den sozialen Zusammenhalt betonen und auf die Wichtigkeit des Dialoges aller Kirchen und Religionsgemeinschaften, der in Wien vorbildlich gelebt wird, hinweisen“, betonte Schmid.

Foto: Mit Bezirksvorsteherin-Stellvertreter DI Thomas Gerstbach, Pfarrer Dr. Stefan Hengst, SJ und Bezirksrat Flavio Schily, BA.

 

Gedenken an das Novemberpogrom 1938 in Wien-Margareten

Der Dritte Landtagspräsident von Wien und Vorsitzende der SPÖ Bundesbildungsorganisation, Prof. Dr. Gerhard Schmid nahm am 9. November an einer Gedenkveranstaltung an der Stelle der ehemaligen Synagoge (Jubiläumssynagoge 1907-1908 erbaut) in der Siebenbrunnengasse 1A teil.

Die Jubiläumssynagoge wurde wie die meisten Wiener Synagogen und Gebetshäuser in der Pogromnacht von 9. auf den 10.11.1938 brutal zerstört. Es war nicht nur der politische Befehl „von oben“ sondern auch eine durch die Nazis manipulierte Menge. Viele Jüdinnen und Juden fanden in diesen Stunden den Tod bzw. suchten den freiwilligen Tod, weil Sie die Ausweglosigkeit der Situation und auch die Vorzeichen für die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte erkannten.

Prof. Dr. Gerhard Schmid: „Wir müssen aus diesen Verbrechen auch die Lehren für die Gegenwart ziehen. Das sind wir den 6 Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden der Shoa, darunter 1,5 Millionen Kinder und allen anderen Opfergruppen schuldig. Jeder und Jede muss gerade heute in sehr bedrängten Zeiten für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für Menschenrechte und Menschenwürde kämpfen. Die Zeichen der Zeit zeigen in eine autoritäre Richtung und daher gilt es in allen Bereichen des Lebens für Demokratie und den sozialen Zusammenhalt zu kämpfen. Dabei müssen wir auch den sozialen Wohlfahrtsstaat sichern und die beste Bildung garantieren. Wir werden uns entschieden gegen alle Formen des Antisemitismus und Rassismus auflehnen und für ein Zusammenleben in Sicherheit und mit Respekt einsetzen. Es gibt keine Alternative zu einer humanistischen Gesellschaftsauffassung!“

An der Gedenkveranstaltung nahmen die Abgeordneten zum Wiener Landtag Mag.a Alexandra Rezai und Mag.a Ursula Berner, BV Michael Luxenberger, BV-Stv. Christoph Lipinski, zahlreiche Bezirksrätinnen und Bezirksräte, der SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan, MA, Vertreter der IKG und des Vereins Gedenkdienst und viele interessierte Personen teil.

Foto: Christian Bader

 

2. November: Gedenken an den Terroranschlag in Wien

Am heutigen Tag gedenken wir der Opfer des Terroranschlags in der Wiener Innenstadt in der Nacht vom 2. auf den 3. November 2020. Dieser Tag markiert nicht nur einen tiefen Einschnitt in die Geschichte unserer Stadt, sondern ist auch eine Mahnung an Solidarität, Zusammenhalt und Wachsamkeit.

Bei dem Anschlag wurden vier Menschen getötet und mehr als zwanzig teils schwer verletzt. Der Täter wurde wenige Minuten nach Beginn der Tat durch Einsatzkräfte gestoppt. Die Überlebenden und ihre Angehörigen tragen bis heute die Folgen dieser grausamen Nacht – physisch, psychisch und emotional.

Wir erinnern uns an die Opfer, deren Namen nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Wir würdigen die Einsatzkräfte und all jene, die in einer Extremsituation Mut und Zivilcourage bewiesen haben. Der Anschlag hat uns gezeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft sein kann – aber auch, wie stark das gemeinsame „Wir“ ist, wenn wir einander beistehen. Trotz Terror und Gewalt wollen wir als offene und solidarische Gemeinschaft leben.

Fünf Jahre nach dieser schrecklichen Nacht bleibt die Aufgabe, aus der Erinnerung heraus Verantwortung zu übernehmen. Bildung und Prävention müssen gestärkt werden, um Radikalisierung – besonders im digitalen Raum – frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Ebenso wichtig ist eine lebendige Erinnerungskultur, die Raum für Gedenken, Aufarbeitung und Unterstützung für Betroffene schafft.

Auch die Zivilgesellschaft spielt eine zentrale Rolle: Jede und jeder Einzelne kann durch Haltung, Mitmenschlichkeit und Wachsamkeit dazu beitragen, dass sich solche Taten nicht wiederholen. Der Schutz unserer Demokratie, die Bewahrung von Vielfalt, Meinungsfreiheit und Respekt, sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen täglich neu gelebt und verteidigt werden.

Heute sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und allen, die sich seit jenem Tag mit Engagement und Mitgefühl für eine sichere und solidarische Gemeinschaft einsetzen. Wir lassen uns nicht durch Gewalt spalten. Wir stehen füreinander ein – heute, morgen und in Zukunft.

SPÖ-Bundesbildungsorganisation: Politische Bildung muss mehr in den Fokus rücken

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan fordern nach dem erschütternden Terroranschlag in Wien, die politische Bildung und die demokratiepolitische Erziehung in Österreich zu stärken: „Der furchtbare Terroranschlag in Wien war ein Angriff auf unsere Demokratie und unsere Werte wie Humanität, Respekt, Toleranz und Weltoffenheit. Die schrecklichen Ereignisse haben uns eindringlich vor Augen gehalten, wie sehr wir ständig für Demokratie kämpfen und bereit sein müssen, diese zu schützen und zu verteidigen.“ Schmid betont: „Hass und Intoleranz dürfen niemals Platz in unserer Gesellschaft finden. Das Recht auf Meinungsfreiheit etwa ist ein wesentlicher Eckpfeiler der demokratischen Verfassung, die von den Generationen vor uns mit Blut und Leid erkämpft wurden.“ Diese Werte müssen daher in besonderer Weise geschützt werden. „Neben allen Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung sind Bildungsmaßnahmen wie Demokratieerziehung und Wertevermittlung von essenzieller Bedeutung“, bekräftigt Markytan.

„Es war ermutigend zu sehen, wie sehr die Bevölkerung und die Einsatzkräfte nach dem Anschlag ein funktionierendes und couragiertes Miteinander gezeigt haben“, sagt Markytan. Um unsere funktionierende, gelebte Demokratie nachhaltig zu schützen, müssen die Anstrengungen im Bereich der politischen Bildungsarbeit aber verstärkt werden. „Die Forderung nach mehr politischer Bildung in Österreich ist aktueller denn je!“, so Markytan.

Demokratiepolitische Bildung ist ein wesentlicher Pfeiler der Arbeit der SPÖ-Bildungsorganisation. Schmid fordert, die politische Bildung sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich sowie in der Erwachsenenbildung in Zukunft noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken: „So wie Bruno Kreisky einst in Anspielung auf den großen französischen Staatsmann und Philosophen Herriot gemeint hat: Die Demokratie sichert man am besten, indem man sie ununterbrochen in Bewegung hält.“ Er stellt klar: „Jeder Mensch, der unsere Gesellschaft zerstören möchte, soll wissen, dass er an der Macht der Demokratie und der Kraft des Verstandes scheitern wird.“

Gedenkmarsch für die Opfer des Widerstands – Erinnerung als Auftrag für die Zukunft

Am 1. November gedachten der Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der SPÖ, der Wiener SPÖ-Bildung, den Sozialdemokratischen Frauen, der Sozialistischen Jugend, der Jungen Generation sowie dem VSStÖ den mutigen Frauen und Männern, die im Widerstand gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus ihr Leben riskierten und verloren.

Der traditionelle Gedenkmarsch begann am Johann-Hatzl-Platz beim zweiten Tor des Wiener Zentralfriedhofs. Von dort führte der Weg vorbei am Grab von Rosa Jochmann sowie Barbara Prammer, einer der Namensgeberinnen des aktuellen Lehrgangs der Wiener Parteischule, und weiter zum Mahnmal der Stadt Wien für die Opfer für ein freies Österreich 1934–1945. Dort sprach Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaàl Worte des Gedenkens und der Mahnung.

Im Anschluss gedachte die Versammlung beim Mahnmal für die Opfer der NS-Justiz und der NS-Kindereuthanasie „Am Spiegelgrund“ (Steinhof) jener Menschen, die in dieser Zeit unsägliches Leid erfahren mussten. Bezirksvorsteherin Mag.a Stefanie Lamp hielt dort eine eindrucksvolle Gedenkrede, die an das Unrecht erinnerte und den Wert von Menschlichkeit und Solidarität betonte.

Wie jedes Jahr gedachte die sozialdemokratische Bewegung in diesem Rahmen auch der großen Persönlichkeiten des österreichischen Widerstands und der sozialistischen Bewegung: Victor Adler, Karl Seitz, Otto Bauer, Helene Bauer, Friedrich Adler und Engelbert Pernerstorfer. Der Gedenkmarsch endete im Ehrenhain für die Februar- und Spanienkämpferinnen und -kämpfer, wo Michael Kögl, Vorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ, die Abschlussrede hielt.

Auch die SPÖ-Bundesbildungsorganisation war wie immer bei dieser wichtigen Veranstaltung vertreten. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid und SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan nahmen am Gedenkmarsch teil und gratulierten Irmtraut Karlsson, der an diesem Tag am Wiener Zentralfriedhof die Otto-Bauer-Plakette verliehen wurde, zu dieser besonderen Auszeichnung. Diese Plakette wird nicht nur für langjähriges Engagement und Verdienste verliehen, sondern auch für den besonderen Einsatz im Kampf gegen Rechtsradikalismus und Faschismus – ein Engagement, das Irmtraut Karlsson seit Jahrzehnten mit großem Mut und Überzeugung verkörpert.

Besonders erfreulich war, dass auch der ehemalige Bundesbildungsvorsitzende und heutige Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig an der Gedenkveranstaltung teilnahm und damit die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns unterstrich.

Die Wiener SPÖ-Bildungsorganisation ist nicht nur Mitveranstalterin dieses traditionellen Gedenkmarsches, sondern schafft es jedes Jahr aufs Neue, viele engagierte Menschen – darunter zahlreiche Parteischülerinnen und Parteischüler – zur Teilnahme zu motivieren. Damit wird ein starkes Zeichen gesetzt: Erinnerung ist keine Pflicht aus der Vergangenheit, sondern ein lebendiger Auftrag für Demokratie, Solidarität und Menschlichkeit.

Foto: Christian Bader

Prof. Dr. Gerhard Schmid besuchte wichtige Organisationen und Einrichtungen in Genf

Sowohl Wien als auch Genf sind Sitz der Vereinten Nationen – mit all den Herausforderungen für und Auswirkungen auf die Städte. Daher galt der erste Besuch Prof. Dr. Gerhard Schmids in seiner Funktion als Dritter Landtagspräsident von Wien der Stadt Genf. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch des UN- Flüchtlingskommissariats UNHCR und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei deinem Treffen mit dem WHO-Direktor für Finanzen und Partnerschaften, Dr. Gaudenz Silberschmidt wurden Fragen der Global Health Governance, vor allem der Seuchen- und Pandemiebekämpfung besprochen.

Beim Treffen mit dem Präsidenten der Kantonsregierung, Thierry Apothéloz wurde einem ausführlichen Austausch über die politische Lage und der Situation der beide Städte als Sitz der Vereinten Nationen gesprochen.

Eine intensive Diskussion mit international anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern –  darunter viele Österreicherinnen und Österreicher, vor allem Wienerinnen und Wiener –  statt. Vor allem Exponenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Technischen Universität Wien, aber auch anderer Einrichtungen. Ziel war ein grundlegender Austausch bzw. Informationen über Fragen der Grundlagenforschung. Dabei wurde auf der französischen Seite ein Einstieg in die in 100 m Tiefe liegende und im Umfang 27 km lange Anlage des Teilchenbeschleunigers ermöglicht. Dabei konnten besondere Eindrücke in eine nahezu, in ihrer Dimension unvorstellbare Forschungswelt gewonnen werden.

Treffen mit:

Dr. Michael Benedikt – Leiter, Future Circular Collider Feasibility Study

Dr. Markus Brugger – Verbindungsstelle für Österreich am CERN

Dr. Peter Cochula – Leiter Mitgliedsstaatenbeziehungen

Dr. Manfred Krammer – Leiter, Abteilung für experimentelle Physik

Fotos: Bernd Herger

 

 

Neutralitäts-Enquete der SPÖ-Bildung – Schmid: „Neutralität unverzichtbare Grundlage der österreichischen Politik und Neutralität“

Die SPÖ-Bundesbildung lud zu Enquete „Neutralität im Wandel der Zeit“ mit u.a. SPÖ-Bildungsvorsitzendem Gerhard Schmid, Direktor des Renner-Instituts Sascha Obrecht und Expert:innen

Am 24. Oktober hat die SPÖ-Bundesbildung zu einer großen Enquete zum Thema „Neutralität im Wandel der Zeit“ in die Wiener Bildungsakademie geladen. SPÖ-Bildungsvorsitzender Prof. Dr. Gerhard Schmid, Direktor des Renner-Instituts Dr. Sascha Obrecht und renommierte Expert:innen aus Politik, Wissenschaft und Friedensforschung haben sich darüber ausgetauscht, wie Neutralitätspolitik in Zeiten internationaler Spannungen und zunehmender geopolitischer Verflechtungen verstanden und gelebt werden kann. Vor 70 Jahren, am 26. Oktober 1955, wurde das Bundesverfassungsgesetz über die österreichische Neutralität beschlossen. Die Enquete, die rund 50 Gäste besuchten, hat spannende Perspektiven geboten und war ein voller Erfolg. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid betonte bei der Eröffnung der Enquete: „Die Neutralität ist heute nach wie vor eine unverzichtbare Grundlage der österreichischen Politik und Identität.

Schmid sagte, dass „Neutralität unter ständigem Angriff von verschiedenen politischen Seiten steht. Man muss die Neutralität unter den heutigen Rahmenbedingungen wieder mit einer aktiven Außenpolitik gestalten und ihr einen offensiven völkerverbindenden Stellenwert geben. Das ist auch aus Wiener Sicht als Ort des Dialogs und der Verantwortung als UNO-Sitz von besonderer Bedeutung. In offensiver Weise kann eine aktive Neutralitätspolitik ein wertvoller Beitrag für Völkerverständigung, Frieden und Demokratie sein und die Türen als Ort der Begegnung öffnen.“

Bundespräsident a. D. Heinz Fischer erinnerte in einer Videobotschaft an die Errungenschaften Bruno Kreiskys für die Neutralität Österreichs: „Kreisky war ein besonders engagierter Verfechter und Befürworter der Neutralität und einer Neutralitätspolitik mit verfassungsrechtlicher Grundlage. Wir können froh darüber sein, dass Kreisky so entschieden für die Neutralität eingetreten ist.“ Fischer begrüßte zudem, dass im aktuellen Regierungsprogramm mehrfach das Bekenntnis zur Neutralität festgeschrieben wurde.

Dr. Sascha Obrecht, Direktor des Renner-Instituts, sagte in seinem Statement: „Die Neutralität ist tief mit der österreichischen Identität verwoben und ein hohes Gut. Gerade in Zeiten zunehmender internationaler Konflikte bietet sie die Möglichkeit, Instrument selbstbestimmter und aktiver Außen- und Friedenspolitik zu sein.“

In ihrer Keynote zum Thema „Österreichs Neutralität zwischen außenpolitischer Positionierung und aktiver Neutralitätspolitik“ warnte Univ.-Prof.in Dr.in Lucile Dreidemy, MA von der Universität Wien: „Wenn wir von einer Zunahme der antidemokratischen Kräfte in der Welt ausgehen, frage ich mich, wie die Welt aussehen würde, wenn wir diesen aufgerüstete Waffenarsenale mitgeben.“

Privatdozent Mag. Dr. Thomas Roithner, Friedensforscher an der Universität Wien, sagte beim Expert*innengespräch zum Thema „Aktive Neutralitätspolitik und ihre Chancen“: „Ein neutraler Staat verpflichtet sich, an keinem Krieg teilzunehmen, auf keiner Seite. Neutral sein heißt aber nicht, nichts zu tun. Wie können wir global und im EU-Rahmen friedenspolitische Gestaltungsräume wahrnehmen? Österreichs Neutralität muss glaubwürdig und nützlich sein. Ein positives Beispiel ist Österreichs Engagement bei der humanitären Abrüstung und Rüstungskontrolle. Stellvertretend steht hier der völkerrechtliche Atomwaffenverbotsvertrag.“

Mag. Dr. Florian Wenninger, Leiter des Instituts für Historische Sozialforschung, betonte: „Wenn wir über die Abkehr von der Neutralität debattieren, müssen wir offen aussprechen, was die Alternative wäre: Der Beitritt zu einem Verteidigungsbündnis – in Ermangelung einer Europäischen Sicherheitsarchitektur wäre das realiter die NATO. Dies würde die Aufstockung der zu erwartenden Verteidigungsausgaben auf 5 Prozent des BIP bedeuten, was nachhaltige Einschnitte in das österreichische Sozialsystem unvermeidlich machen würde. Eine durchaus fragwürdige Steigerung der äußeren Sicherheit ginge also einher mit einer massiven Schwächung der sozialen Sicherheit. Zudem ist die Hoffnung, die Konjunktur mithilfe von Rüstungsausgaben anzukurbeln, verfehlt: Volkswirtschaftlich wirken Rüstungsausgaben wie Konsumausgaben, sie lösen keine nachhaltigen Effekte aus, zudem wandern sie zu mehr als zwei Dritteln ins Ausland. Demgegenüber wären Infrastrukturinvestitionen, etwa im Bereich der Eisenbahn, wesentlich sinnvoller.“

Dr.in Karin Moser, Historikerin und Moderatorin des Gesprächs, betonte: „Die aktuelle internationale geopolitische Situation stellt uns vor neue Herausforderungen, sie bietet uns aber auch neue Chancen im Sinne einer aktiven österreichischen Neutralitätspolitik, wie z.B. ein globales Engagement in Fragen der sozialen Sicherheit, in Gleichstellungsfragen, im Bereich der digitalen Sicherheit oder der Sicherung der Pressefreiheit.“

SERVICE: Fotos von der Enquete stehen in Kürze auf der Flickr-Seite der SPÖ-Bildung unter https://www.flickr.com/people/196943159@N03/ zum Download zur Verfügung.

Foto v. links n. rechts: Mag. Dr. Florian Wenninger, Dr.in Karin Moser, Mag. Dr. Thomas Roithner, Univ.-Prof.in Dr.in Lucile Dreidemy, MA Foto: SPÖ Bundesbildung

Gedenken an Prof. Rudolf Gelbard

SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Schmid: „Rudi Gelbard hat als Mahner wider das Vergessen Unschätzbares für die Erinnerungskultur geleistet“

Der am 24. Oktober 2018 verstorbene österreichische Antifaschist, Zeitzeuge und KZ-Überlebende Rudolf Gelbard hätte am 4. Dezember seinen Geburtstag gefeiert. Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation hat aus diesem Anlass dem unvergesslichen Rudolf Gelbard gedacht. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid betonte, dass „Rudi Gelbard ein wichtiger Mitstreiter der SPÖ-Bundesbildungsorganisation war. Als aktiver Zeitzeuge hat er seine Erfahrungen und sein Wissen an Schulen in ganz Österreich vermittelt. Rudi Gelbard hat als unermüdlicher Mahner wider das Vergessen Unschätzbares für die so wichtige Erinnerungskultur geleistet“, so Schmid.

Auch Ernst Woller, Vorsitzender der SPÖ Wiener Bildung, erinnerte an das Wirken von Rudolf Gelbard: „Rudolf Gelbard hat mit seinem beeindruckenden Engagement enorm viel für die Demokratie, die Erinnerungsarbeit und die antifaschistische Arbeit in Schulen geleistet“, so Woller beim Gedenken an den Freund der SPÖ-Bildungsorganisation.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan: „Aus all diesem Anlass haben wir uns entschlossen, ein regelmäßigen ‚Prof. Rudolf Gelbard-Symposium‘ ins Leben zu rufen, um seine Ideen und Ideale weiterleben und weiterdiskutieren zu können. Am 9. Mai 2022 wurde das ‚1. Prof. Rudolf-Gelbard-Symposium: Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ein Kampf, der nie zu Ende geht‚ und am 29. Jänner 2024 das ‚2. Prof. Rudolf Gelbard Symposium – Dialog der Religionen‘ erfolgreich durchgeführt. Rudi, der 1956 bis 1958 die Wiener Parteischule besuchte und seit dieser Zeit als steter Vortragender erhalten blieb, fehlt!“

Rudolf Gelbard – KZ-Überlebender und Zeitzeuge

Rudolf Gelbard wurde am 4. Dezember 1930 in Wien geboren. 1942 wurde er mit seinen Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert und überlebte als eines der wenigen Kinder. Nach seiner Befreiung engagierte er sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und setzte sich unermüdlich für die Aufklärung über NS-Verbrechen ein. Er hielt Vorträge an Schulen, Universitäten und auf Symposien und war Mitglied der Kulturkommission der Israelitischen Kultusgemeinde.

Für seine Verdienste wurde Gelbard mit dem Berufstitel Professor sowie weiteren Auszeichnungen, darunter die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille, geehrt. Seit 2008 wird der „Rudolf Gelbard Preis“ für den Einsatz gegen Faschismus und Antisemitismus verliehen. In der Spielzeit 2013/14 wirkte er an der Theaterproduktion Die letzten Zeugen mit, die international Anerkennung fand.

Neben seiner Vortragstätigkeit beobachtete er Neonaziprozesse und dokumentierte Zeitgeschichte als Redakteur. Sein antifaschistisches Engagement umfasste Proteste gegen Holocaustleugner*innen und den Kampf gegen rechtsextreme Ideologien. Gelbard betonte stets die Verantwortung der Überlebenden, die Erinnerung wachzuhalten und kommende Generationen zu sensibilisieren. Sein Lebenswerk wurde in mehreren Dokumentationen und Theaterstücken gewürdigt, darunter Der Mann auf dem Balkon und Die letzten Zeugen. 2022 wurde ein Teilabschnitt des 12.-Februar-Platzes im Döblinger Karl-Marx-Hof in der Rudolf-Gelbard-Gasse benannt.

Bild: Von Christian Michelides – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36768091

 

Jean Ziegler mit dem 4. Marie-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse geehrt

SPÖ-Bildungsvorsitzender Schmid: „Zieglers Werk steht für kritische Vernunft, Mut zur Wahrheit und eine unerschütterliche Menschlichkeit“

Die Sozialdemokratischen Bildungsorganisationen haben den international bekannten Soziologen, Autor und ehemaligen UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler mit dem 4. Marie-Jahoda-Preis für herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse ausgezeichnet. Mit einer kleinen Delegation reisten Vertreter:innen der Sozialdemokratischen Bildungsorganisationen in die Nähe von Genf, wo Jean Ziegler sie in seinem Haus persönlich empfing. SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid überreichte Ziegler die Auszeichnung. Für Schmid verkörpert Ziegler „jene intellektuelle und moralische Haltung, die Wissenschaft und politisches Denken miteinander verbindet. Sein Werk steht für kritische Vernunft, Mut zur Wahrheit und eine unerschütterliche Menschlichkeit. Er ist ein Vorbild für alle, die Bildung als Werkzeug der Emanzipation verstehen“.

SPÖ-Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan betont: „Diese Begegnung war eine große Ehre und zugleich eine tief bewegende Erinnerung daran, wie sehr Wissenschaft und politisches Engagement einander brauchen. Jean Ziegler hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, immer wieder nach dem Warum zu fragen – nach den Ursachen von Ungerechtigkeit, nach dem Sinn von Solidarität und nach dem, was uns als Gesellschaft zusammenhält.“ Auch im hohen Alter verfolge Ziegler die politischen Entwicklungen weltweit mit wachem Interesse und ungebrochener Leidenschaft.

Jean Ziegler zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten kritischen Intellektuellen Europas. Mit Werken wie „Das Imperium der Schande“, „Der Hass auf den Westen“ oder „Die Schande Europas – Von Flüchtlingen und Menschenrechten“ hat er den globalen Kapitalismus, seine moralischen Abgründe und seine sozialen Folgen scharf analysiert. In seinem jüngsten Buch „Trotz alledem! Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe“ fasst Ziegler sein lebenslanges Engagement für Gerechtigkeit, Solidarität und Menschlichkeit zusammen – ein Werk, das Mut macht und aufrüttelt.

Foto: Bernd Herger

SPÖ Bundesbildungsvorsitzender Gerhard Schmid: Wertvoller Austausch in Oberösterreich

Gemeinsam mit dem SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan traf sich der SPÖ Bundesbildungsvorsitzende Prof. Dr. Gerhard Schmid zu einem inhaltlichen Austausch mit Oberösterreich SPÖ-Landesparteivorsitzendem, Landesrat Martin Winkler sowie dem dritten Landtagspräsidenten Peter Binder.

Im Mittelpunkt des Treffens standen der Dialog zwischen Wien und Oberösterreich auf Landtagsebene sowie die aktuellen Herausforderungen der Sozialdemokratie – sowohl im politischen Alltag als auch im Bereich der Bildungsarbeit. In konstruktiver Atmosphäre wurden die Chancen einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Landesorganisationen ausgelotet und über Möglichkeiten gesprochen, sozialdemokratische Bildungsangebote noch gezielter an aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen.

Prof. Schmid betonte die Bedeutung regelmäßiger Gespräche und Kooperationen zwischen den Ländern: „Nur durch offenen Austausch und gemeinsame Perspektiven können wir politische und gesellschaftliche Herausforderungen erfolgreich gestalten. Bildungspolitik ist und bleibt ein zentrales Werkzeug, um soziale Gerechtigkeit zu fördern und Demokratie zu stärken.“

Auch Landesrat Martin Winkler unterstrich die Notwendigkeit, die Sozialdemokratie weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre Grundwerte im Alltag spürbar zu machen: „Die Sozialdemokratie muss aus den Fehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse ziehen. Man muss bei den Menschen sein – in ihren Lebensrealitäten, mit ihren Sorgen und Hoffnungen.“

Der dritte Landtagspräsident Peter Binder ergänzte, dass die politische Bildungsarbeit in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle spiele: Sie ermögliche es, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, solidarisches Handeln zu stärken und Demokratie erfahrbar zu machen.

SPÖ Bundesbildungsgeschäftsführer Wolfgang Markytan hob die langjährige Verbundenheit der Beteiligten hervor: „Alle Beteiligten kennen und schätzen sich seit vielen Jahren und haben in unterschiedlichen Projekten bereits erfolgreich zusammengearbeitet. Der ständige Austausch ist uns wichtig – und wir kommen mit der Wiener Parteischule bald wieder, um beide zu besuchen und den Dialog weiterzuführen.“

Das Treffen machte deutlich, dass gegenseitige Vernetzung, gemeinsame Reflexion und inhaltlicher Austausch zentrale Voraussetzungen für eine starke, zukunftsorientierte Bildungsarbeit und eine lebendige Sozialdemokratie sind.