Professorin Käthe Sasso (1926-2024) wäre heute 100 Jahre alt geworden. Meine mütterliche Freundin und mein Vorbild an Aufrichtigkeit und Zivilcourage. Eine große Patriotin, die Ihr Leben nach den schrecklichen Erlebnissen der NS Zeit in den Dienst der Aufklärung gestellt hat.
Käthe Sasso, am 18.3.1926 als Käthe Smudits in Wien- Favoriten geboren, war während der Zeit des Nationalsozialismus im politischen Widerstand aktiv. Die Eltern von Käthe Sasso waren bereits in der Zeit des Austrofaschismus im Widerstand tätig. Beide waren überzeugte Antifaschisten. Das Terror-Regime der Nationalsozialisten veranlasste sie schließlich im politischen Widerstand zu arbeiten und somit auch den Aktivismus ihrer Eltern fortzusetzen. Sie arbeitete bis zu ihrer Verhaftung in der Widerstandsgruppe “Gustav Adolf Neustadl”.
Wie so viele wurde auch sie von einem Spitzel der Gestapo denunziert. Sie wurde am 21. August 1942 verhaftet. Die Anklage lautete “Hochverrat”. Als eine der jüngsten Widerstandskämpferinnen erlitt sie mit nur 16 Jahren die brutalen Verhöre und Torturen der Gestapo. Sie musste miterleben, wie nahezu alle aus ihrer Widerstandsgruppe hingerichtet wurden. Nach jahrelangen Aufenthalten in Gefängnissen der Nationalsozialisten wird sie 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Am 28. April 1945 gelingt ihr in der ersten Nacht die Flucht im Zuge eines “Todesmarsches” in das Konzentrationslager Bergen-Belsen.
Käthe Sasso lebte in Winzendorf und setzte sich unermüdlich für das Andenken der hingerichteten Widerstandskämpfer:innen der “Gruppe 40” ein. Ihrem Engagement ist die Sanierung der Gräberanlage in der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof und die Schaffung einer Nationalen Gedenkstätte (2013) zu verdanken. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit Berufstitel „Professorin“ und dem “Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich” ausgezeichnet (12.10.2011).
Wir werden Ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren !