Schmid: „Größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte dürfen niemals in Vergessenheit geraten“
Zur Erinnerung an die fürchterlichsten Momente unserer Geschichte, die Novemberpogrome 1938, fand eine sehr wichtige und stimmungsvolle Gedenkveranstaltung im Hamakom Theater Nestroyhof statt. „Viva la classica“ präsentierte im Beisein von Bezirksvorsteher Alexander Nikolai, dem Dritten Präsidenten des Wiener Landtages, SPÖ-Bundesbildungsvorsitzendem Gerhard Schmid und zahlreicher hochrangiger Ehrengäste ein Programm verfemter Musik und verfolgter Komponist:innen. „Unser Bekenntnis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit muss mit allen demokratischen Mitteln umgesetzt werden, nur so können wir die Verpflichtung der Geschichte wahrnehmen und verhindern, dass die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte niemals in Vergessenheit geraten“, betonte Gerhard Schmid.
Die Tournee führt an drei Veranstaltungsorte: das Theater Nestroyhof Hamakom in Wien, die Friedensburg Schlaining im Burgenland und der Ludwig Ritter von Köchel – Musikschule der Stadt Krems an der Donau in Niederösterreich. Jeder dieser Orte steht für eine eigene regionale Perspektive auf Erinnerungskultur.
Im musikalischen Programm werden Werke von 11 verfemten Komponist:innen aufgeführt: Egon Wellesz, Alexandre Tansman, Simon Laks, Vally Weigl, Józef Koffler, Walter Arlen, Mieczysław Weinberg, Rosy Wertheim, Karol Rathaus, Viktor Ullmann und Erich Zeisl. Das Konzert entstand in Kooperation mit dem Festival Verfemte Musik FREMDE ERDE.
Novemberpogrome 1938
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und in den darauffolgenden Tagen verübten die Nationalsozialisten im gesamten Deutschen Reich, einschließlich des „angeschlossenen“ Österreich, organisierte Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung. Synagogen und Bethäuser wurden zerstört und in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet, Menschen misshandelt und ermordet. Rund 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Die Novemberpogrome markierten eine entscheidende Radikalisierung der nationalsozialistischen Judenverfolgung und den Übergang zur offenen, reichsweiten Massengewalt.
Fotos: Viva la classica